Filmreif! Diesem Foto ging eine echte Heldentat voraus

Der Mercedes Sprinter-Fahrer brach tot am Steuer zusammen. Ein Lkw-Fahrer erkannte die Situation und schob ihn in die Leitplanke. Foto: Ralf Hettler

STOCKSTADT Alle fragten am Dienstag nach dem Helden, der eine mögliche Katastrophe auf der A3 bei Stockstadt (Kreis Aschaffenburg) verhindert hat. Doch der 51-jährige Lasterfahrer aus der Nähe von Eichstätt wollte mit niemandem sprechen. Er hatte einen Mann sterben sehen. Das wollte er erst in aller Ruhe verarbeiten. Was war passiert?

 

Mitten im Berufsverkehr auf der dichtbefahrenen A3 war dem Lasterfahrer, der für eine Münchner Spedition unterwegs war, aufgefallen, wie ein weißer Post-Kleintransporter unkontrolliert auf die Autobahn auffuhr. „Um größeres Unheil abzuwenden, versuchte er, den Kleintransporter mit einem gezielten Fahrzeugkontakt abzubremsen“, schildert ein Polizeisprecher die dramatischen Sekunden. 500 Meter presste der Lkw den Mercedes-Sprinter vor sich her, bis er ihn an der Leitplanke zum Stehen brachte.

Was der Brummi-Lenker aus Oberbayern nicht wissen konnte: Der 60-jährige Fahrer hing zu diesem Zeitpunkt bereits leblos über dem Lenkrad. Ein führungsloser Transporter auf der dreispurigen, viel befahrenen Autobahn im Berufsverkehr – Lebensgefahr für alle Verkehrsteilnehmer! „Wenn der 51-Jährige nicht eingegriffen hätte, hätte es ganz schlimm enden können“, erklärt Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt. Der Fahrer hatte wohl gesundheitliche Probleme, Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Ein Held will der 51-Jährige Brummifahrer nicht sein: Er habe sich dazu verpflichtet gesehen, einzugreifen, sagte er der Polizei. Zeit zum Überlegen hatte er nicht.

 

6 Kommentare