Filmmuseum Retrospektive von Alain Resnais

Alain Resnais 2012 Foto: az

Das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum ehrt den französischen Regisseur Alain Resnais mit einer vollständigen Retrospektive seiner Filme, inklusive der Kurzfilme.

 

Altstadt - Alain Resnais, der im März 2014 mit 91 Jahren in Paris verstarb, war in vielfacher Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung in der europäischen Filmlandschaft, der sein künstlerisches Schaffen über die Jahrzehnte stets neu zu erfinden schien.

Er bearbeitete sowohl experimentelle Literatur als auch den „Nouveau Roman“. Beeinflussen ließ er sich sowohl von Comicstrips als auch vom populären Chanson. Seine ersten Filme charakterisiert ein starkes Formbewusstsein, wohingegen sein Spätwerk eher eine melancholische Heiterkeit durchzieht.

Resnais drehte zunächst diverse Kunstfilme und Künstlerporträts, 1959 schließlich entstand, basierend auf Marguerite Duras’ Drehbuch, mit „Hiroshima mon amour“ sein erster Spielfilm. Zum Auftakt der Retrospektive zeigt das Filmmuseum am 6. Januar um 18.30 Uhr zwei Filme über den Zweiten Weltkrieg: seinen Dokumentarfilm „Nacht und Nebel“ (1956), eines der wichtigsten filmischen Werke über deutsche Konzentrationslager, und „Hiroshima, mon amour“, die kurze Liebesbegegnung zwischen einer Schauspielerin und einem Japaner in Hiroshima, dem Ort des Atombombenabwurfs.

Resnais’ avantgardistischer Film über das Erinnern und Vergessen, „Letztes Jahr in Marienbad“ (1961), ein Kultfilm des neuen französischen Kinos, wurde unter anderem im Schlosspark Nymphenburg gedreht. Nachdem Alain Resnais in den 1970-er und 1980-er Jahren wegen wirtschaftlicher Erfolglosigkeit nur wenig Filme realisieren konnte, gelang ihm 1993 mit dem Doppelfilm „Smoking“ und „No smoking“ ein furioses Comeback. Die zwei Filme spielen mit dem Gedanken, wie es wäre, wenn das Leben zweimal gelebt werden könnte.

Seinen größten kommerziellen Erfolg feierte der Regisseur 1997 mit der Gesellschaftskomödie „Das Leben ist ein Chanson“ nach dem Drehbuch von Agnès Jaoui und Jean- Pierre Bacri, in der die Schauspieler unvermutet ihre Gefühle durch das Singen von Chansons ausdrücken. Die Jury der Berlinale 2014 verlieh Alain Resnais für seine letzte Produktion „Aimer, boire et chanter“ (2014) den Alfred-Bauer-Preis, für einen Film, der „neue Perspektiven eröffnet“.

Alle Filme werden in französischen Originalfassung mit deutschen oder englischen Untertiteln gezeigt. Weitere Informationen sowie alle Filme und Termine der Reihe finden sich im Programmheft des Filmmuseums oder unter www.muenchner-stadtmuseum.de/film. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro (Aufschlag bei Überlänge). Telefonische Reservierungen sind unter 2 33-9 64 50 möglich.

Was? Retrospektive von Alain Resnais

Wann? Vom 6. Januar bis zum 3. März

Wo? Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1

 

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