Filiale zerstört, keine Beute Oberhaching: Bankräuber sprengen Geldautomat

, aktualisiert am 04.11.2016 - 16:53 Uhr
Die Täter sprengten den Geldautomat in die Luft. Schaden erlitt aber vor allem das Gebäude. Foto: Thomas Gaulke

Die vier Männer verwüsten die Sparkasse in Oberhaching dabei vollständig. Sie erbeuten keinen Cent – und sitzen jetzt hinter Gittern.

Oberhaching – Mitten in der Nacht kracht es am Kirchplatz in Oberhaching. Die Explosion verwüstet den Vorraum der Kreissparkasse am Kirchplatz. Vier Männer haben den Geldautomaten mit Gas in die Luft gesprengt – doch der Coup geht völlig schief.

Vier Männer sind es. Einer steht Schmiere. Die anderen schleichen mit einer Gasflasche in die Bank. Mit einem Schlauch leiten sie Gas über den Geldausgabeschlitz ins Innere des Automaten. Über eine Leitung zünden sie aus sicherer Entfernung das Gas-Luftgemisch.

Eine inzwischen weit verbreitete Methode, um bei Bankautomaten an die Geldkassetten zu kommen. Laut Bundeskriminalamt wurden im vergangenen Jahr bundesweit 132 Geldautomaten gesprengt (2014: 116 Fälle).

In Oberhaching ist die Wucht der Explosion derart groß, dass einige Trümmerteile bis auf die gegenüberliegende Straßenseite geschleudert werden. Der Boden ist übersäht von Glassplittern. Fenster- und Türenrahmen liegen grotesk verbogen vor dem Eingang der Sparkasse. Drinnen ist das Chaos noch viel größer. Die komplette Inneneinrichtung ist zerstört. Von der Decke hängen Kabel.

Mitten in dem ganzen Durcheinander steht ein völlig demolierter Geldautomat. Die Wucht der Detonation hat die obere Hälfte des Geräts fast komplett weggerissen. „Doch an die Geldkassette im Inneren sind die Täter trotzdem nicht herangekommen“, sagt Reinhold Bergmann, Chef des Kommissariats 51, der im Polizeipräsidium München für Bandenkriminalität zuständig ist.

Verhindert haben das ein Gastwirt und dessen Freundin. Gegen 0.40 Uhr ist das Paar auf dem Heimweg. Der führt sie direkt am Kirchplatz vorbei. Sie hören einen lauten Knall. Vier dunkel gekleidete Gestalten rennen zu einem in der Nähe geparkten VW Touran. Der Van rast mit quietschenden Reifen davon. Doch die Zeugen können Kennzeichen notieren.

Die Täter fahren den Polizisten in die Arme

Die Täter fliehen ohne Beute. Sie fahren ein Dorf weiter. In Furth stellen sie am S-Bahnhof das Fluchtauto ab. Die Männer steigen in ein Taxi. Doch sie haben Pech. Bereits an der Autobahnauffahrt Oberhaching geraten die Chilenen in eine Polizeikontrolle. Einer von ihnen hat Blessuren im Gesicht. Die Polizisten werden sofort misstrauisch und nehmen die Männer fest. Am Wochenende sollen sie (26 bis 39 Jahre) dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der VW Touran war zuvor einem Händler aus München gestohlen worden. Die Kennzeichen stammen von einem Mercedes aus München.

- Im Ortszentrum Oberhaching wurde in der Nacht auf Freitag der Geldautomat der Kreissparkasse gesprengt. Vermutlich wurde Gas in den Automaten eingeleitet und dann angezündet. Die Wucht der Explosion war so groß, dass der Vorraum und angrenzende Gebäudeile erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Trümmer flogen bei der Explosion bis auf die Straße.

Wie auf den Bilder gut zu erkennen ist, gelang es nicht, das eigentliche Ziel aufzuknacken: Die Geldkassetten in dem Automaten blieben heil, es gelang den Tätern nicht, ans Geld zu kommen. Zeugen wurden durch den Krach auf die Situation aufmerksam.

Sie beobachteten vier Personen, die mit einem VW-Touran vom Tatort flüchteten. Einer Zeugin gelang es, das Kennzeichen abzulesen. Das Fahrzeug konnte im Rahmen der eingeleiteten Sofortfahndung auf dem Park&Ride-Parkplatz des S-Bahnhofes Furth festgestellt werden. Das angebrachte Kennzeichen war gestohlen und stammte von einem Mercedes. Von den Tätern fehlte zu diesem Zeitpunkt jede Spur.

 

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