FIFA-Skandal Blatter droht Sponsoren: "Neue Welt entsteht"

Er lebt in seiner ganz eigenen Welt und zeigt das auch mit jedem Satz, den er sagt: Der suspendierte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter glaubt nicht, dass der FIFA die Sponsoren davonlaufen.

Tokio - Der suspendierte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (Schweiz) sieht im Vertrauensverlust von wichtigen Sponsoren in den Fußball-Weltverband keine Gefahr und droht kritischen Geldgebern mit dem Einstieg von Konkurrenten.

"Sie haben jetzt mal nur Alarm geschlagen, aber sie werden nicht weggehen", sagte der 79-Jährige im nächsten Interview seiner persönlichen Image-Werbetour mit der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" zur Forderung von US-Partnern nach Reformen: "Es entsteht eine neue Welt. China hat sich entschlossen, auf Fußball zu setzen. Und es gibt auch noch Indien."

Mehrere Hauptsponsoren der FIFA hatten ultimativ einschneidende Reformen verlangt. Der abgestimmte Ruf der bedeutenden US-Firmen nach Veränderungen war eine Reaktion auf die Verhaftungen von Topfunktionären des Verbandes und die wochenlangen Negativberichte über das immense Ausmaß des Korruptionssumpfes.

Durch seine Aussagen im Interview mit den Asiaten bestätigte Blatter seine unhaltbaren Wertvorstellungen und Maßstäbe auch nur erneut: "Die Schweizer Behörden", meinte der Walliser allen Ernstes mit Blick auf die Verhaftung von FIFA-Funktionären Ende Mai vor dem Verbandskongress in Zürich, "hätten mich wenigstens informieren müssen, dass so etwas passieren wird."

Blatter ist seit Anfang Oktober als FIFA-Chef suspendiert. Kurz zuvor hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft gegen den Verbandsboss wegen einer ungeklärten Millionen-Zahlung an seinen Kollegen Michel Platini (Frankreich) vom Europa-Verband UEFA ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

Blatter wies abermals jegliche Verantwortung für Missstände innerhalb der FIFA-Spitze von sich und zeigte sich von der Rückkehr in sein Amt überzeugt.

 

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