FIFA-Präsidentschaftswahl Prinz Ali sorgt sich um den Handy-Trick

Der Countdown für die FIFA-Präsidentschaftswahl läuft. Vor dem Kongress am Freitag lassen die Kandidaten nichts unversucht, ihre Chancen zu verbessern. Einer klagt sogar kurzfristig vor dem CAS.

 

Zürich - Kurz vor der Entscheidung über die Nachfolge von FIFA-Chef Joseph Blatter loten die Kandidaten alle ihre Chancen aus und bemühen dafür auch das höchste Sportgericht. Aus Angst vor einer skurrilen Handy-Manipulation forderte Außenseiter Prinz Ali bin al-Hussein am Dienstag sogar einen neuen Termin für die Wahl des nächsten FIFA-Präsidenten - allerdings mit wenig Aussicht auf Erfolg.

Mit Spannung wird die Abstimmung über das Reformpaket beim außerordentlichen Wahlkongress am Freitag erwartet. Das Paket zu diversen Statutenänderungen muss beim außerordentlichen FIFA-Kongress eine Drei-Viertel-Mehrheit der 209 Mitgliedsländer bekommen.

Scheitert es, droht ein rigoroses Eingreifen der US-Justiz in die FIFA-Strukturen angesichts der diversen Korruptionsskandale. Laut Schweizer Behörden werden mittlerweile 152 verdächtige Finanz-Transaktionen wegen möglicher Geldwäsche im Zuge der Ermittlungen zur WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 untersucht.

Dabei handele es sich um Verdachtsmeldungen über Bankkonten, die jeweils mehrere Geschäftsbeziehungen betreffen können. "Die Meldestelle für Geldwäscherei leistet sehr gute Analysearbeit, was die Führung der Strafverfahren der Bundesanwaltschaft wesentlich unterstützt", teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Dienstag mit.

In diesem Zusammenhang ermittelt die Schweizer Justiz auch gegen Blatter. Die Entscheidung der FIFA-Berufungskommission über den Einspruch des gesperrten Chefs und seines Stellvertreters Michel Platini gegen deren Sperren von je acht Jahren steht unmittelbar bevor. Lehnt das Gremium wie allseits erwartet die Anträge der Funktionäre ab, bliebe beiden nur noch der Gang vor den CAS.

Der beschäftigt sich aktuell mit der Eingabe des jordanischen Prinzen al-Hussein. Dessen Antrag, am Freitag transparente Wahlkabinen nutzen zu lassen, sei vom ad-hoc-Wahlkomitee der FIFA abgelehnt worden, begründeten französische Anwälte im Namen al-Husseins den Schritt.

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Der CAS will bis spätestens Donnerstagvormittag entscheiden und forderte die FIFA zu einer schriftlichen Antwort auf. Al-Hussein fordere zudem unabhängige Beobachter, "um die Integrität des Wahlprozesses abzusichern und zu gewährleisten, dass die Stimmen geheim abgegeben werden".

Der ehemalige Vizepräsident des Weltverbands verspricht sich von durchsichtigen Wahlkabinen geringere Möglichkeiten der Einflussnahme auf die abstimmenden Vertreter der 209 FIFA-Mitgliedsverbände. So könnten diese keine Handybilder ihres ausgefüllten Stimmzettels machen, um damit Dritten zu beweisen, wie sie votiert haben.

Das Team al-Husseins hatte zuletzt angekündigt, derartige Kabinen zum Zürcher Hallenstadion schicken lassen zu wollen. Stattdessen habe die FIFA nur zugesichert, dass die Stimmberechtigten "ihr Mobiltelefon außerhalb der Kabine lassen müssen", hieß es von den Anwälten Francis Szpiner und Renaud Semerdjian weiter.

Neben al-Hussein kandidieren Scheich Salman bin Ibrahim al Chalifa aus Bahrain und der Schweizer Gianni Infantino sowie die großen Außenseiter Tokyo Sexwale aus Südafrika und Jérôme Champagne aus Frankreich für die FIFA-Präsidentschaft.

Al-Hussein hatte im vergangenen Jahr gegen den inzwischen gesperrten Blatter mit 73 erhaltenen Stimmen einen Achtungserfolg geschafft. Dem früheren FIFA-Vize fehlt nun allerdings die flächendeckende Unterstützung einer gesamten Konföderation.

 

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