Feste Kneipe statt Zwischennutzung Das Provisorium zieht um: Nicht mehr provisorisch

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Wanja Belaga war jahrelang als Zwischenmieter an der Lindwurmstraße, jetzt hat sein „Provisorium“ in Haidhausen eine feste Bleibe gefunden. Foto: Petra Schramek

Das Provisorium zieht an die Gravelottestraße – und wird statt Zwischennutzung eine richtig feste Kneipe.

 

Haidhausen - Das Provisorium musste nach sechs Jahren aus der Lindwurmstraße raus, hat sich nun provisorisch in der Gravelottestraße 7 eingerichtet und heißt ab September endgültig Paris Bar mit gscheitem Mietvertrag und allem, was nicht provisorisch ist.

Um genauer zu sein: Im Frühjahr musste die Kunstbar und Lesesaal, die diesem Namen alle Ehre gemacht hat, nach sechs Jahren aus der Zwischennutzung in der Lindwurmstraße raus. Im Juni zogen die Brüder Wanja und Igor Belaga mit ihrer Bar dann in die alte Paris Bar in der Gravelottestraße – provisorisch.

Essen mitbringen darf man weiterhin und viel Kultur soll's geben

Das heißt, hier findet Programm mit Ausstellungen und Lesungen statt, nur wird halt nebenher gewerkelt. Einmal haben sie schon gestrichen, nur sah die Farbe laut Wanja "scheiße" aus und so verändert sich der Raum ständig. Derzeit wird eine Bühne gebaut, so dass bald auch kleine Konzerte stattfinden können. Nach wie vor werden hier Geburtstage und Hochzeiten gefeiert, Essen dürfen die Gäste auch mitbringen – alles wie im alten Provisorium.

Ab September aber wird das Provisorium-Schild abgehängt. Dann heißt die Bar wieder Paris Bar, wie in den wilden 70ern und 80ern. "Das war früher eine legendäre Punker- und Rotlichtbar, also das Gegenteil von Kultur, aber die Bar hat die Kulturszene angezogen. Jetzt wird die Paris Bar wieder ein Kulturort", sagt Wanja Belaga.

Er hätte die Bar nie Paris Bar genannt, hätte er nicht das alte Schild wiedergefunden. Auch die alte, massive und recht hässliche Tür ist wieder aufgetaucht. Nur wurde das Gebäude mittlerweile so umgebaut, dass Wanja Belaga nicht weiß, was er mit der massiven Tür anstellen soll. Ihm wird schon was einfallen. Denn wenn man ihm so zuhört, wie er von seinen Plänen für die Paris Bar spricht, dann klingt das schon sehr kreativ.

An den Tischen sollen Telefone installiert werden, so dass die Gäste bei anderen Tischen und an der Bar anrufen können. Aus Wien wird ein selbstspielendes Klavier geliefert, dass natürlich auch von Pianisten bespielt werden kann.

Sonntags erklingt Bossa und es gibt brasilianisches Essen. Eine Küche haben sie nämlich auch in der Paris Bar. Ein Konzept dafür müssen sie sich noch überlegen. Ob die Gäste weiter ein Büffet mit ihren eigenen Speisen bei Feiern aufbauen dürfen, ist noch nicht klar. "Wir probieren aus, ob das hier weiter funktioniert mit dem selbst mitgebrachten Essen", sagt Wanja Belaga. Provisorisch darf also auch in die nicht-provisorische Paris Bar die Brotzeit mitgebracht werden.

 

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