Ferienclubs im Trend: Kuschelsuiten und Luxusclubs

Mehr Schwung mit pfiffigen Ideen: Das gilt auch bei den Aktivangeboten der Ferienclubs. Foto: PR Aldiana

 

Die Ferienclubketten haben harte Zeiten hinter sich. Sport und Spaß bietet heute ja jedes Standardhotel. Und Club nennt es sich auch. Doch die Markenclubs wie Robinson oder Club Med haben sich gefangen und - wieder mal – neu erfunden: Luxus heißt das Zauberwort. Die zahlungskräftige Kundschaft weiß das zu schätzen

 Jogi Löw wird ausgewechselt. Vier Jahre lang war der Fußball-Bundestrainer das Werbegesicht für Deutschlands größten Reise­veranstalter Tui. Das ist vorbei, in den neuen Fernseh-Werbespots schwimmt eine Urlauberin im Robinson Club auf Kreta mit Delfinen um die Wette. Für die verantwortliche Tui-Managerin Martina Weltner ein passendes Bild: "Der Kunde legt eben heute zunehmend Wert auf Individualität." Exklusiv soll es sein und perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten – eben wie bei Robinson. Selbst den neuen Werbespruch hat die Tui von ihrer Tochter geborgt: Bei Tui heißt es jetzt "Zeit für neue Ziele", bei Robinson ist seit Jahren "Zeit für Gefühle".

Robinson gibt Vollgas mit drei neuen Clubs auf Kreta und in Kärnten

Der Zeitgeist: Er ist neuerdings ein Cluburlauber. Die seit 40 Jahren zur Tui gehörige Clubkette Robinson arbeitet offenbar so erfolgreich, dass der gesamte Reisekonzern sie zur Blaupause macht für seinen angestrebten Wandel vom Massenveranstalter zum Haus der vielen schicken Urlaubswelten. Da will der so gelobte Ferienclub selbst nicht stehen bleiben: Geschäftsführer Ingo Burmester gibt für den kommenden Sommer Vollgas mit gleich drei zusätzlichen Anlagen: zwei auf Kreta und einer in Kärnten. Außerdem kündigt er für die I-Pad-Generation Gratis-W-Lan in allen Clubs an und für die Jungfamilien Kinderkrippen ab zwei Jahren auf Fuerteventura. Für die Generation Silber­locke gibt's künftig sogar Langzeiturlaub "by Robinson": Ab der 22. Übernachtung winken 20 Prozent Nachlass.

Die Entwicklung beim Marktführer Robinson mag besonders rasant sein. Ein Einzelfall ist sie nicht. Auch der große Rivale Club Med sieht sich nach schwierigen Jahren wieder in der Erfolgsspur. In Deutschland freut sich Club-Med-Chef Henri Giscard d'Estaing über zuletzt 24 Prozent Zuwachs. Zurück führt er das auf die neue Generation der Luxusclubs: Im gerade eröffneten, 86 Millionen Euro teuren Club in Valmorel in den französischen Alpen gibt es zum Beispiel Butlerservice und Babybetreuung ab vier Monaten. In China eröffnet im Sommer in Guilin die zweite Anlage, 2015 sollen es bereits fünf sein, dann sollen die Chinesen nach den Franzosen die zweitwichtigste Gästenation sein.

Club Med schließt Hüttendörfer und baut Villen mit Privatpool

Doch ob in China oder Europa: Der aktuelle Clubtrend heißt Komfort. Robinson baute bei der gerade erfolgten Renovierung in Jandia Playa große Suiten mit privaten Terrassen ein und öffnet im April einen Club auf Kreta, der zu den Leading Hotels of the World gehört. Der Hit dort werden die "Feelgood"-Kuschelsuiten mit Privatpool sein. Club Med schließt die letzten Hüttendörfer wie gerade Lindeman Island Resort in Australien, weil sie nicht mehr zum neuen Premium-Konzept passen. Gleichzeitig kann der geneigte Gast auf Mauritius ein neues Villenkonzept bewundern: Jede Villa hat mindestens 180 Quadratmeter, einen eigenen Privatpool, Butler und Koch. Man kann die Villen übrigens auch gleich kaufen.

Der Trend geht zum Luxus

Der Trend zum Luxus ist eine interessante Entwicklung für ein Ferienkonzept, das ursprünglich mal angetreten war mit der Idee, dass alle Menschen in der Badehose (oder ohne) gleich sind. Noch vor zehn Jahren stritten die Stammgäste darüber, ob ein Fernseher auf dem Zimmer nicht das Clubkonzept verrät. Beim Club Med gab es noch in den 90er Jahren keine Schlüssel für die Gästezimmer, man wollte schließlich eine große Familie sein.

Und heute? Da spricht auch Aldiana, die dritte große Clubkette auf dem deutschen Markt, von sich nur als "Premium-Anbieter". Dem lässt der "Urlaub unter Freunden", so der Werbespruch, seit diesem Jahr schon bei der Anreise Taten folgen: An sechs großen Flughäfen (Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München, Stuttgart) empfängt ein "persönlicher VIP-Betreuer" die Gäste, kümmert sich um ihr Gepäck, ums Check-in und die Passformalitäten. Durch eine separate Sicherheitskontrolle ohne Wartezeiten geht es geradewegs in die VIP-Lounge und von dort weiter mit Limousine oder VIP-Bus direkt zum Flugzeug, wo natürlich die Sitzplätze schon vorreserviert sind. Die Botschaft ist klar: Jeder ist ein Star – Hauptsache, er bezahlt es.

 

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