Feilen an der Rettung Maurer plant die Zukunft - Stevic weiß nicht weiter

Wer darf bleiben? Und wer muss gehen? 1860-Trainer Reiner Maurer und Sportchef Miki Stevic. Foto: dpa

Auch wenn 1860 immer noch an der Rettung feilt, so langsam müssen die Entscheidungen über die offenen Personalien her. Die Verträge von Trainer Maurer und Sportchef Stevic laufen Ende Juni aus. Doch während Maurer mutig von der Zukunft spricht und schon den Kader plant, hat Stevic kaum Chancen auf einen Verbleib.

 

Maurer plant schon die Zukunft

Reiner Maurer warf nur einen kurzen Blick durchs Fenster, und schon stand er mit klatschnassen Haaren und einem Lächeln im Gesicht in der Tür zum Löwen-Stüberl. Die wartenden Reporter mussten ihn nicht mal herbeirufen, nachdem er mit seiner Mannschaft ein paar Runden in den Isarauen gelaufen war. Der Löwen-Trainer kam von selbst hinein. Er war bester Laune, das 1:2 in Aachen vom Vortag konnte ihm nichts mehr anhaben, es gab viel zu erzählen. Und Maurer wollte viel erzählen.

"Nächste Saison wird leichter als diese Rückrunde"

Denn für ihn bahnen sich nach all den turbulenten Wochen, in denen die Zukunft des Vereins völlig ungewiss war, angenehmere Tage an. Der Löwen-Trainer weiß, mit seiner Mannschaft eine derart schwere Phase überstanden zu haben, dass ihm in nächster Zeit sowieso niemand mehr etwas anhaben kann. Und Maurer hat, worauf er an diesem Montagmorgen sichtlich stolz ist, das Gröbste überstanden. „Das war trotz meiner Zeit in Griechenland das intensivste Jahr meiner Karriere. Wir hatten hier vom ersten Tag an eine große Ungewissheit“, sagt er. Doch all die Probleme, Sorgen und Turbulenzen des angeschlagenen Vereins konnten dem 51 Jahre alten Allgäuer nie etwas anhaben. Maurer zwang sich hingegen immer dazu, Ruhe zu bewahren und hielt dabei stets seine innere Ausgeglichenheit aufrecht. Zwar hat er nach wie vor noch keine Gewissheit, ob sein Ende Juni auslaufender Vertrag verlängert wird – da er sich aber offen mit der kommenden Saison beschäftigt, scheint er sich einer Weiterbeschäftigung schon sicher zu sein. Für ihn wäre ein neuer Vertrag sowohl eine Art Belohnung als auch eine Entschädigung für all das, was er in den zurückliegenden Monaten über sich hat ergehen lassen müssen.

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Maurer hat sich nie über die Probleme beklagt, er hat sich den Herausforderungen gestellt und bewiesen, den verordneten Sanierungskurs ohne Klagen mitzutragen. Und all das scheint sich für ihn nun auszuzahlen. Dabei hat er ganz nebenbei die Führungsspieler der Löwen voll und ganz von sich überzeugt. Und deswegen sagt er nun voller Zuversicht auf einen neuen Vertrag: „Ich habe den Sparkurs die ganze Zeit unterstützt, obwohl ich für den Erfolg dieser Mannschaft verantwortlich war. Der eine oder andere wird das zu würdigen wissen.“

Und aus diesem Gefühl der Sicherheit heraus plant Maurer bereits das Personal für nächste Saison, er spricht von „einem guten Gerüst“ (Aigner, Kiraly, Buck, Schindler, Stahl, Bülow, Bierofka, Halfar, Camdal, Volland, Wood) und davon, dass man es „nächste Saison definitiv leichter haben“ werde als in dieser Rückrunde. Perspektivisch stellt es für ihn auch einen großen Anreiz dar, endlich all das zeigen zu können, was in ihm steckt – und was er in dieser Chaos-Saison wegen der vielen Abgänge und Rückschläge nicht ausschöpfen konnte. „Wir mussten immer nur schauen, wo man was sparen kann. Mit dem Rest musste ich dann arbeiten. Da waren mir ständig die Hände gebunden. Doch dafür haben wir eine gute Saison gespielt“, sagt er. Und lacht dabei.

 

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