Danilo Barthel spricht in der AZ über das alles entscheidende fünfte Finalspiel der Basketballer des FC Bayern gegen Berlin, seine Anführerrolle und die Duelle mit Liga-MVP Luke Sikma.

München - Die AZ hat mit Danilo Barthel gesprochen. Der 26 Jahre alte Nationalspieler steht seit 2016 beim FC Bayern unter Vertrag. Am Samstag kommt es zum Showdown im Finale der Basketball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und Alba Berlin. 

AZ: Herr Barthel, am Mittwoch hatten Sie mit dem FC Bayern Basketball schon eine Hand an der Meistertrophäe, verloren noch 68:72 in Berlin. Kann man das als Mannschaft so einfach hinter sich lassen?
DANILO BARTHEL: Natürlich waren wir enttäuscht, gerade weil es eine so knappe Niederlage war und wir schon die Chance hatten, die Meisterschaft zu holen. Aber jetzt müssen wir uns voll auf Spiel fünf fokussieren.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass das beim Showdown am Samstag (20.30 Uhr/Telekom Sport) gelingt?
Wir wissen, dass wir einige Fehler gemacht haben. Aber immer, wenn wir schlecht gespielt haben, ist es uns gelungen, danach stärker zurückzukommen. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich. Wir haben den Heimvorteil und unsere Fans im Rücken. Das wird einen positiven Effekt für uns haben.

In Spiel 4: FC Bayerns Probleme in der Offensive

Wie schon zuletzt dominierte Bayern auch Spiel vier. Sie führten bis eineinhalb Minuten vor Schluss. Warum ging das Spiel noch verloren?
Wir hatten am Ende vor allem in der Offensive Probleme, klare Aktionen zu finden und uns davon auch in der Defensive verunsichern lassen. Berlin hat seine Freiwürfe getroffen und sich so die Führung erspielt.

Als Sie nach einem Kopfstoß von Luke Sikma zu Boden gingen, werteten die Schiedsrichter das als „Flopping“, im Fußball würde man sagen: Schwalbe.
Ja, interessant, wenn man die Bilder sieht. Aber das gehört in den Playoffs dazu. Für mich ist das Vergangenheit, wir schauen alle nur noch auf Spiel fünf.

Dabei treffen Sie erneut auf Liga-MVP Sikma. Haben Sie nach fünf intensiven Spielen langsam mal genug von ihm?
Ich freue mich, wieder gegen ihn zu spielen. Es ist immer schön, wenn man sich gegen Topspieler beweisen kann.

Alles oder Nichts für Bayerns Basketballer

Nun spitzt sich die ganze Saison auf ein einziges Spiel zu.
Im Basketball und speziell in den Playoffs kann sich immer alles drehen, das ist auch in unserem allerletzten Saisonspiel so. Wir haben die ganze Saison für Platz eins und den Heimvorteil gearbeitet. Das wird sich jetzt für uns auszahlen.

An diesem einen Spiel wird der Erfolg der gesamten Saison gemessen werden, oder?
Ich will gar nicht darüber nachdenken, dass wir es verlieren könnten. Für uns gibt es keine andere Option als den Sieg.

Zählt jetzt nur noch, wer die besseren Nerven hat, oder worauf wird es ankommen?
Gute Nerven zu haben, gehört in solchen Final- und Do-or-die-Spielen immer dazu. Wir müssen als Mannschaft geschlossen an die Sache rangehen und zeigen, was wir können. Jeder muss sein Selbstvertrauen aufs Spielfeld bringen und die anderen so gut es geht unterstützen.

Im Finale heißt es: "Do or Die!"

Im Viertelfinale gegen Frankfurt, das sie nach 1:2 noch mit 3:2 gewannen, haben Sie mit Bayern eine ähnliche Drucksituation schon erlebt und gemeistert. Hilft Ihnen das jetzt?
Die beiden Serien davor haben uns sehr gut auf das große Finale vorbereitet. Gegen Frankfurt standen wir schon einmal mit dem Rücken zur Wand. Jetzt heißt es wieder: Do or die!

Wer hat dabei die bessere Ausgangslage?
Es steht jetzt 2:2, die Chancen sind fifty-fifty. Wir werden als Team alles reinschmeißen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gewinnen werden.

Uli Hoeneß sagte kürzlich der AZ, dass Sie sich in den Playoffs als Leader der Mannschaft herauskristallisiert hätten. Ist das eine Rolle, in der Sie sich wiederfinden?
Ich versuche einfach, alles zu geben, was ich habe, die Jungs in der einen oder anderen Situation mitzureißen, ihnen positiv zuzusprechen. Wir sind aber ein Team, da gibt es nicht den einen Leader – das große Kollektiv ist das Wichtigste.

Sie gelten trotzdem aber auch als möglicher kommender Finals-MVP.
Das Wichtigste ist wirklich nur, dass wir deutscher Meister werden.

Was würde der Titelgewinn für die Mannschaft und das Umfeld bedeuten?
Es ist das große Ziel, auf das der Kern der Mannschaft jetzt zwei Jahren hingearbeitet hat. Wir haben uns dabei stetig weiterentwickelt. Für jeden persönlich wäre es ein Riesenerfolg, sicher auch für den Verein und die Stadt.

Weitere News zum FC Bayern Basketball finden Sie hier