FCB lässt Punkte in Frankfurt Rummenigge teilt aus: "So kann man nicht auftreten"

Trainer Carlo Ancelotti gibt seit Juli die Richtung vor beim FC Bayern. Doch zuletzt stimmten die Ergebnisse nicht mehr - so auch am Samstag beim 2:2 gegen Eintracht Frankfurt. Foto: dpa

Das dritte Pflichtspiel hintereinander ohne Sieg für den FC Bayern, ein enttäuschendes 2:2 bei Eintracht Frankfurt. Damit konnten Trainer und Spieler nicht zufrieden sein. Die Reaktionen zum Spiel.

 

Frankfurt - Zum ersten Mal seit Mai 2015 ist der FC Bayern München im dritten Pflichtspiel hintereinander sieglos geblieben. Nach der 0:1-Niederlage in der Champions League bei Atletico Madrid und dem 1:1-Heim-Unentschieden gegen den 1. FC Köln reichte es für den Rekordmeister am Samstag auch bei Eintracht Frankfurt nur zu einem 2:2-Unentschieden. Arjen Robben (10. Minute) nach Vorarbeit von David Alaba, der allerdings im Abseits stand, und Joshua Kimmich (62.) trafen für den Rekordmeister. Der Ungar Szabolcs Huszti (43.) und Marco Fabian aus Abseitsposition (78.) erzielten zweimal den verdienten Ausgleich für die starken Frankfurter, die zunächst auf Rang sieben kletterten. Der FC Bayern liegt damit nur noch zwei Punkte vor Verfolger Köln.

Kein Wunder, dass die Reaktionen bei den Bayern eher verhalten ausfielen, Grund zur Freude hatten indes die beherzt aufspielenden Frankfurter rund um Trainer Nico Kovac.

Eintracht Frankfurt vs. FC Bayern München: Die Stimmen zum Spiel

Niko Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt): "Meine Mannschaft hat über 90 Minuten das gezeigt, was ich erwarte und was sie zeigen muss. Sie hat so viele Chancen herausgespielt, das konnte sie selbst nicht glauben. Sie hat sich dann selbst belohnt. Überrascht bin ich eigentlich nicht."

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Wir haben nicht gut gespielt und eine schlechte Einstellung gezeigt. Wir haben die ersten 45 Minuten geschlafen, das ist in jedem Spiel zu viel. Zehn Minuten unkonzentriert sein, das kann passieren, aber nicht das. Ich muss das ändern, ich will mein Team sehen. Ich werde Wechsel vornehmen."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender FC Bayern): "Wie wir die erste Halbzeit gespielt haben, das war nicht Bayern München. So kann man nicht auftreten. Wir müssen froh sein, dass wir einen Punkt geholt haben. Die Einstellung hat in der ersten Halbzeit nicht gestimmt. Wir müssen ganz schnell eine andere Gangart an den Tag legen."

Mats Hummels: "Wir haben verdient Punkte abgegeben. Auch gegen zehn Mann haben wir das Spiel nicht unter Kontrolle bekommen. Die erste Halbzeit war überhaupt nicht gut, es stimmt, dass die Einstellung nicht da war. Wir haben viele Fehlpässe gespielt, den Gegner eingeladen. Das war die schwächste erste Halbzeit, die wir bisher gespielt haben."

Arjen Robben: "Heute hat vieles nicht gestimmt. Das war unnötig, gegen zehn Mann darf das niemals passieren. Wenn wir so spielen wie heute, wird es gegen jeden Gegner schwer. So können wir nicht weiterspielen. Ich kann mich über mein Tor nicht freuen."

Philipp Lahm: "Für die Zuschauer mag es ein unterhaltsames Spiel gewesen sein, für uns war es zu unterhaltsam. Wenn man denkt, dass es auch mit weniger als 100 Prozent geht, dann läuft man Gefahr, die Zweikämpfe und die Kontrolle zu verlieren."

Thomas Müller: "Wir haben von A bis Z nicht so gespielt, wie wir uns das vorstellen. Frankfurt hat teilweise das Heft des Handelns in die Hand genommen, das ist man als Bayern-Spieler nicht gewohnt. Daran will man sich auch nicht gewöhnen. Dass wir in Überzahl den Ausgleich kassieren, setzt dem Ganzen die Krone auf. Die Sinne sind geschärft, aber wir machen als Mannschaft im Moment zu viele Fehler – mit und ohne Ball. Daran müssen wir arbeiten."

Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt): "Mit der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen. Am Ende ist der Punkt okay, wir haben mit zehn Mann den Ausgleich gemacht. Es war einfach Wahnsinn von unserer Mannschaft."

Bastian Oczipka (Eintracht Frankfurt): "Wir haben heute so viele Chancen gehabt gegen Bayern wie noch nie. Wir haben es gut gemacht, sind sehr mutig und sehr früh vorne draufgegangen, dass sie gar nicht erst ins Spiel kommen konnten. Da haben wir ihnen ein wenig den Schneid abgekauft."

 

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