FC Bayern Warum Ribéry mehr Suppe braucht als "CoCo"

Wird im April 33 Jahre alt: Bayerns Frack Ribéry (l.), der zuletzt im März spielen konnte. Bayerns Top-Einkäufe (kleines Bild): Douglas Costa (l.) und Kingsley Coman. Foto: dpa/az

Die Zukunft des FC Bayern hat bereits begonnen. Kingsley Coman und Douglas Costa überzeugen Woche für Woche, Arjen Robben und Franck Ribéry müssen mehr denn je um ihre besondere Stellung kämpfen.

München - Ob Franck Ribéry Zuhause saß und Suppe aß, ist nicht bekannt. Doch der Auftritt seiner potenziellen Nachfolger ließ den Schluss zu, dass der Franzose viel Energie brauchen wird, um beim FC Bayern nochmal die Rolle einzunehmen, die er in den vergangenen Jahren innehatte.

Beim 3:1-Sieg in Wolfsburg zählten Kingsley Coman und Douglas Costa einmal mehr zu den herausragenden Bayern-Akteuren. Die beiden Neuzugänge, die auf Sicht Ribéry und Arjen Robben beerben sollen, haben sich schon nach wenigen Wochen unverzichtbar für das Team von Pep Guardiola gemacht. Inzwischen scheint selbst der Suppenspruch des Bayern-Trainers überholt.

"Coman und Douglas Costa müssen viel Suppe essen, um das Niveau von Arjen und Franck, das sie in diesem Verein gezeigt haben, zu erreichen." Mit diesem Satz hatte Guardiola kürzlich für Erheiterung gesorgt, als er die beiden Überflieger dieser Saison vor zu hohen Erwartungen schützen wollte. Nun muss man festhalten: Costa und Coman haben bereits kräftig gelöffelt - Robben und Ribéry sind an der Reihe.

Während Robben nach knapp zweimonatiger Verletzungspause zuletzt gegen Köln und Wolfsburg wieder mitwirken konnte und auf Anhieb überzeugte, ist die mittelfristige Zukunft von Ribéry ungewiss. "Ich bin mir nicht sicher, ob er überhaupt nochmal zurückkommt", hatte Ex-Bayern-Spieler Didi Hamann kürzlich im AZ-Gespräch gesagt: "Je älter du wirst, umso länger dauert es, bis du wieder in Form kommst. Er fehlt seit März, auch vorher hat er immer wieder Probleme gehabt."

Tatsächlich hat Ribéry, der im April 33 Jahre alt wird, seit dem 11. März kein Spiel mehr bestritten. Nach seiner Knochenhautentzündung im Sprunggelenk konnte der Fan-Liebling in den vergangenen Tagen immerhin schon wieder Übungen mit dem Ball absolvieren. Wann er ins Mannschaftstraining und letztlich auch auf den Platz zurückkehrt, kann aber aktuell niemand beim FC Bayern sicher sagen. Und so muss sich Ribéry immer mehr mit dem Gedanken anfreuden, dass "CoCo" schneller als gedacht in die Rolle von "Robbery" hineinwachsen.

"Wir hoffen auf Franck, aber wir brauchen auch Alternativen", hatte Sportvorstand Matthias Sammer im Sommer nach der Verpflichtung des 19-jährigen Coman betont.

Ribéry sagte damals der "Bild"-Zeitung zu möglichen Konkurrenten: "Das ist überhaupt kein Problem. Wenn ich keine Verletzung habe, hundert Prozent fit bin, dann kann kommen, wer will." Ob er diese Einschätzung aktuell wohl wieder so treffen würde? Öffentlich jedenfalls gab sich Ribéry zuletzt entspannt - wie übrigens auch Robben.

Beide lobten den Klub für die gelungenen Transfers, stellten den positiven Nutzen eines großen, qualitativ hochwertigen Kaders in den Vordergrund. "Wir brauchen das", sagte der Niederländer, der sogar verriet, bei Costas Auftritten "Spaß" zu haben. Ribéry bezeichnete Landsmann Coman als "guten Jungen".

Allerdings: Was sollen sie auch sagen, wenn die Bayern von Rekord zu Rekord eilen und Guardiolas Spielidee mittlerweile unabhängig von Ribéry und Robben funktioniert?

Wie viel die aktuelle Harmonie bei den Bayern wert ist, wird sich erst zeigen, wenn der Coach einen der beiden Superstars - in fittem Zustand - in einem wichtigen Champions-League-Spiel auf der Bank lassen sollte. Dass Guardiola keinen Wert auf Namen legt, ist bekannt.

Nur die Leistung zählt. Und aktuell scheint ganz viel Suppe nötig zu sein, um an das Niveau von Costa und Coman heranzukommen.

 

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