FC Bayern Ulis Neuer: der Netto-Mann

Das neue und das alte Präsidium: Verwaltungsbeirat Rudolf Schels (ganz links) und Finanzchef Karl Hopfner (2. von links) beerben Bernd Rauch (ganz rechts) und Fritz Scherer (2. von rechts). In der Mitte: Präsident Uli Hoeneß und Mediendirektor Markus Hörwick. Foto: FCB

Discountketten-Gründer Rudolf Schels folgt Basketball-Boss Bernd Rauch als Vize. Karl Hopfner bekommt Fritz Scherers Posten

 

MÜNCHEN Als Vizepräsident verabschiedet sich Fritz Scherer, ja. Aber ein Abschied vom FC Bayern? Nach 30-jähriger Dienstzeit als Funktionär? Undenkbar! „Das wird am Anfang sicherlich schwer werden, nicht mehr an vorderster Front zu stehen. Aber der FC Bayern ist und bleibt in meinem Herzen”, sagt Scherer. „Ich werde weiter eingebunden bleiben. Es gibt ja genügend Aufgaben hier.”


Für die kommenden drei Jahre wird Präsident Uli Hoeneß (60) mit zwei neuen Stellvertretern zusammenarbeiten: Auf Scherer (72) folgt der bisherige Finanzvorstand Karl Hopfner (60), auf Bernd Rauch (69) folgt Rudolf Schels (63), bis dato Verwaltungsbeirat im Verein. Die Wahl des Trios bei der Jahreshauptversammlung am kommenden Donnerstag im Audi Dome ist nur noch Formsache.


„Wir haben viele Schlachten geschlagen, Siege gefeiert, aber auch Niederlagen erlitten. Unser bisheriges Präsidium hat mitgeholfen, dass Bayern heute dasteht wie eine eins”, sagt Hoeneß. „Wir haben eine super Allianz Arena, einen tollen Audi Dome und ein Trainingszentrum, das sich ’von’ schreibt. Unsere wirtschaftliche Situation ist so gut wie bei kaum einem Verein in Europa.”


Hopfner, noch in seiner Funktion als Finanzchef, kündigte für die Jahreshauptversammlung schon einmal „neue Rekordzahlen” an – der Verein dürfte sich beim Umsatz der 400-Millionen-Marke genähert haben. Hopfner freut sich nun auf Freizeit: „Wenn man das 30 Jahre macht und nie länger als zwei Wochen Urlaub hat, muss irgendwann mal Schluss sein."


Der Übergang von Scherer zu Hopfner dürfte recht nahtlos stattfinden, die beiden kennen und schätzen sich seit vielen Jahren. „Einen Nachfolger zu haben von dem ich weiß: Da ist alles in Ordnung, macht mich glücklich”, sagt Scherer. Und Hoeneß, der sich ausdrücklich für Hopfner ausgesprochen hat, erklärt: „Gott sei Dank bleibt er uns erhalten.” Bayern-Größen unter sich.


Da sticht der Name Rudolf Schels durchaus heraus – weil mit ihm bisher nur wenige Bayern-Interessierte vertraut waren. Der Regensburger Unternehmer und Verwaltungsbeirat ist Gründer der Discount-Kette Netto. Bernd Rauch versichert: „Schels ist dem Verein mit Haut und Haaren verbunden.”


Der ist nun für die acht Abteilungen des e.V. verantwortlich, von Kegeln bis Turnen – und hat nach Rauchsjahrelangem begeisterten Engagements für die Basketballabteilung, Hoeneß’ zweiter Lieblingssportart nach dem Fußball, dort eine große Lücke zu füllen. Und das in unruhigen Zeiten: Durch die Entlassung von Ex-Trainer Dirk Bauermann hat die Mannschaft Unruhe erfasst, das Hochglanzprojekt deutliche Schrammen zugefügt bekommen.


Deswegen haben ihn Rauch und Hoeneß handverlesen. „Ich kenne ihn seit einigen Jahren, noch bevor er im Verwaltungsbeirat saß. Ich war damals schon sehr froh, einen erfolgreichen Unternehmer zur Seite zu haben”, sagt Rauch.


„Es ist eine riesige Ehre, dem Verein dienen zu können. Meine Leidenschaft für den FC Bayern ist seit Jahrzehnten kaum zu steigern”, sagt Schels selbst. Und verspricht für die Basketballer: „Wir werden den sportlichen Erfolg erreichen.”

 

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