FC-Bayern-Star beim DFB-Team Warum Mats Hummels jetzt richtig schwierige Tage hat

Gilt aufgrund seines Auftretens im DFB-Team als umstritten: Mats Hummels Foto: dpa/Federico Gambarini

Mats Hummels gilt innerhalb der deutschen Nationalmannschaft wegen seiner Art als nicht unumstritten. Die Herausforderung DFB-Team ist für den Bayern-Verteidiger größer denn je.

München - "Klassensprecher." So sollen vereinzelte Kollegen in der deutschen Nationalmannschaft Mats Hummels nennen. Mehr noch: Es heißt der Star des FC Bayern sei im DFB-Team umstritten, schrieb Ende August der "Spiegel" in einer viel beachteten Analyse des WM-Debakels. Einige sagten demnach über ihn, er sei ja "ach so gescheit" und trete eben auf wie ein Klassensprecher.

Schwierige Gemengelage für Hummels

Es beschreibt die schwierige Gemengelage, in der sich der Weltmeister von 2014 in diesen Tagen befindet. Man könnte auch sagen: Der Innenverteidiger erlebt trotz starken Saisonstarts mit dem deutschen Rekordmeister richtig schwierige Tage. Deutschland spielt an diesem Sonntag in München gegen Weltmeister-Nachfolger Frankreich (20:45 Uhr). (Lesen Sie hier: Leon Goretzka exklusiv über das Länderspiel)

Und drumherum gibt es viel aufzubereiten. Auch in der Personalie Hummels. Mehrfach sollen sich DFB-Kollegen während der desaströsen Fußball-WM über den eloquenten und intelligenten Bayern-Star aufgeregt haben. Dieser neigt dazu, Missstände offen anzusprechen. Und die Kollegen auch mal öffentlich deutlich zu kritisieren.

Ein wohl entscheidender Aspekt: Der 29-Jährige wirkt dabei auf viele fast schon oberlehrerhaft.

Hummels kritisierte Kollegen

So hatte er in Russland nach dem 0:1 gegen Mexiko im ZDF gesagt: "Ich verstehe nicht so ganz, warum wir so gespielt haben, obwohl wir gegen Saudi-Arabien schon einen Schuss vor den Bug bekommen haben. Wenn sieben, acht Spieler offensiv spielen, dann ist die offensive Wucht größer als die defensive Stabilität. Ich spreche das intern oft an, aber das fruchtet anscheinend noch nicht. Unsere Absicherung steht nicht gut, es sind oft nur Jérôme und ich hinten."

Im DFB-Team wiederum soll er sich mit Sätzen wie "ich spreche das intern oft an" angreifbar gemacht haben.

Der "Spiegel" geht noch weiter, schreibt, dass es in der Fußball-Branche ein "Geraune" um Hummels gebe. Vereinfacht: Er soll anderen mit seinem ständigen Gemäkel mächtig auf die Nerven gehen. "Ich habe über inhaltliche Dinge gesprochen und es wird immer so getan, als würde ich irgendwelche Leute beleidigen", meinte er während der WM dünnhäutig: "Ich habe keine Lust mehr, für harmlose Sachen so in die Kritik genommen zu werden." (Lesen Sie auch: DFB-Team - Matthäus plädiert für Wagner-Rückkehr)

Es zeigt, wie sehr ihn die Retour-Kritik getroffen haben dürfte. Laut "Spiegel"-Bericht spiele ferner "Dankbarkeit" für vergangene Dienste bei der Rückendeckung durch Bundestrainer Joachim Löw "eine große Rolle". Doch Löw ist angezählt. Hält er bedingungslos zu Hummels? Auch mit Bayern-Kollege Jérôme Boateng soll ihn nicht das allerbeste Verhältnis verbinden, wie schon länger in München zu vernehmen ist.

Hummels und Boateng wohl nicht beste Freunde

Dabei dürften beide zusammen weiterhin erste Wahl in der Abwehrmitte sein, sowohl beim FC Bayern als auch bei der Nationalmannschaft. Doch wie jeder andere muss auch er sich nun mehr denn je beweisen. 

"Wir haben einige Punkte, an denen wir ansetzen müssen, wenn wir uns wiedertreffen", hatte er nach der Südkorea-Pleite im ZDF gesagt. Nun, nach dem 3:0 beim VfB Stuttgart in der Bundesliga erklärte Hummels: "Wir wollen zeigen, dass das, was in Russland passiert ist, so nicht mehr passieren wird. Ich bin mir sicher, dass man ab der ersten Trainingseinheit ein sehr großes Engagement bei jedem einzelnen sehen wird."

Und sicher auch erste Indizien darauf, wie seine Rolle im DFB-Team in Zukunft aussehen wird. Seine Ausgangslage ist knifflig genug.

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