FC Bayern "Schweinsteiger - ein sehr guter Typ"

Bastian Schweinsteiger zeigt wieder Führungsqualitäten. Foto: dpa

Nach dessen verbalen Ausfälligkeiten verteidigt der FC Bayern seinen Star Bastian Schweinsteiger mit einer offiziellen Erklärung. Auch Interimscoach Jonker lobt ihn vor dem wichtigen Schalke-Spiel.

 

München - Andries Jonker hat tatsächlich geglaubt, dass er um das Thema herum kommt. „Ich war heute morgen schon um elf Uhr da”, meinte der Interimscoach, „aber außer meinen Pressechef habe ich auf der ganzen Anlage niemanden gefunden, der mit mir über dieses Thema gesprochen hat.” Thema Nummer eins beim FC Bayern ist derzeit weniger das letzte von drei Endspielen um die Champions-League-Teilnahme am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf abendzeitung.de) gegen Schalke 04, sondern: der Ausraster von Bastian Schweinsteiger.

Wenn sich der FC Bayern in Form eines offiziellen Statements des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge zu Wort meldet, dann weiß man, dass die Sache delikat ist. Unter dem Titel „Der FC Bayern steht zu Bastian Schweinsteiger” werden zunächst sämtliche Verdienste des Nationalspielers aufgelistet: „Bastian Schweinsteiger (26) hat 87 Länderspiele absolviert, er hat erfolgreich an 4 Welt- und Europameisterschaften teilgenommen, er wurde 5xDeutscher Meister, 5xDFB-Pokalsieger, er stand im Champions-League-Finale, er erhielt nach der WM 2010 in Südafrika international das Prädikat ,Weltklasse’, wurde ins Fifa-Allstar-Team und in Deutschland zum ,Mann des Jahres’ gewählt." Erst nach dieser Eloge ergreift Vorstandschef Rummenigge das Wort: „Dass ein Mann mit so einer sportlichen Vita nun als ,Chefchen’ verhöhnt und in dieser Art und Weise diskreditiert wird, ist unerhört und eine Frechheit. Wir verstehen, dass sich Bastian Schweinsteiger dagegen auch mal zur Wehr setzt. Dass er am Ende in dieser emotionalen Situation mit seiner Wortwahl übers Ziel hinausschoss, war nicht in Ordnung. Dies weiß er.” Ein eher milder Zeigefinger-Rüffel vom Chef für den von „Sport-Bild” – bereits vor Wochen – als „Chefchen” verhöhnten Schweinsteiger.

Trainer Jonker wurde dann doch noch grundsätzlich zum Thema. „Ein Grundwert im Leben ist: Respekt füreinander. Aber es gehört zu Menschen, Emotionen zu haben, sich zu ärgern, zu freuen, emotional oder aggressiv zu sein. Basti ist jeden Tag ein sehr guter Typ, auch meine Wahl als zweiter Kapitän. Anscheinend hat er nun Grund gehabt, emotional zu sein.” Gesprochen habe er noch nicht mit seinem Vize-Kapitän, so Jonker: „Wenn ich merke, dass ihn das Thema belastet, werde ich mit ihm sprechen. Aber ich denke, dass er sehr fokussiert sein wird."

Generell hält Jonker seine Mannschaft für „sehr erwachsen in dieser Hinsicht. Innerhalb der Mannschaft haben die Spieler großen Respekt voreinander.” Zudem sei nun „der Moment gekommen, dass sie zeigen, was sie drauf haben. Das Kennzeichen eines Stars ist: da zu sein im wichtigsten Moment. Da hat es in dieser Woche zwei schöne Beispiele gegeben: Wayne Rooney und Lionel Messi waren exakt auf den Punkt zur Stelle.”

Dass gerade die Partien gegen den FC Schalke 04 etwas Besonderes sind, hat er in seiner Bayern-Zeit schon gemerkt: „Das sind keine normalen Spiele. Wir haben in dieser Saison schon zwei Mal gegen Schalke verloren. Wir sind gewarnt.”

 

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