FC Bayern plant Zukunft Der Kader 2014/15: Einer bleibt, zwei gehen

Claudio Pizarro verlängert seinen Vertrag beim FC Bayern - damit scheint klar, dass Mandzukic den Meister verlassen wird. Van Buyten kündigt – nach acht Jahren – ebenfalls seinen Weggang an

 

München - Die eine Meldung verbreitete der FC Bayern am Dienstag selbst. Um 10.01 Uhr ging eine Presse-Erklärung mit der Überschrift „Claudio Pizarro verlängert seinen Vertrag bis 2015“ raus.

Was schon seit längerem klar war, wurde nun offiziell. Nach seiner Rückkehr 2012 geht der Peruaner in sein drittes Extra-Jahr an der Säbener Straße Der Routinier (35) aus Peru bleibt Strafraum-Stürmer Nummer zwei unter Trainer Pep Guardiola. Nummer zwei? Ja, hinter Neuzugang Robert Lewandowski von Borussia Dortmund, der zum Trainingsauftakt am 9. Juli seinen Dienst bei Bayern antritt.

Der neuerliche Einjahresvertrag für Pizarro, den mit 176 Toren in 370 Erstligaspielen erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Torschützen, bedeutet zugleich: Mario Mandzukic muss sich trotz seines Vertrages bis 2016 einen neuen Verein suchen. Der Kroate war, nachdem ihn Guardiola aus dem Kader für das Pokalfinale gegen Dortmund gestrichen hatte, vorzeitig zur WM-Vorbereitung in seine Heimat gereist. Juventus Turin, die Londoner Klubs Chelsea und Arsenal sowie Manchester United sind interessiert. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Mandzukic und Guardiola scheint ausgeschlossen – man ist sich nicht wirklich grün.

Anders Pizarro. Er ist everybody’s darling an der Säbener. „Claudio hat auch in dieser Saison wieder bewiesen, wie torgefährlich und wichtig er für die Mannschaft ist“, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. „Ich bin sehr stolz darauf, dass ich auch im nächsten Jahr für den FC Bayern spielen darf“, meinte Pizarro, der mit Peru die WM-Endrunde verpasst hatte, „es gibt für mich keinen besseren Verein auf der Welt.“

So sieht es auch Daniel Van Buyten, seit 2006 im Verein. Und damit der dienstälteste Profi, der nicht aus der eigenen Jugend stammt oder als Jugendspieler an die Säbener Straße kam. Van Buyten bereitet sich derzeit mit der belgischen Nationalelf auf die WM vor und plauderte am Tag nach dem 5:1 im Test gegen Luxemburg seinen Abschied vom FC Bayern aus. Die Verhandlungen über eine neuerliche Vertragsverlängerung um ein Jahr mit den Verantwortlichen des Double-Gewinners hätten kein Ergebnis gebracht. Es gebe derzeit aber noch Gespräche über „eine andere mögliche Rolle“, berichtete van Buyten. Und das hieße: Angeblich sei darüber gesprochen worden, dass der Routinier die zweite Mannschaft der Bayern im Falle eines Aufstiegs in die 3. Liga (siehe Seite 31) verstärken solle – als Eckpfeiler eines neuen, jungen Mannschaft. Van Buyten, zuletzt Aushilfskraft falls Boateng oder Dante geschont wurden, sagte: „Mit 36 ist es nicht leicht, sich täglich mit den Jungen in Schuss zu halten.“

Doch für einen WM-Fahrer, der seit 1997 Profi ist und für Sporting Charleroi (97-99), Standard Lüttich (99-2001), Olympique Marseille (01-04) und den Hamburger SV (04-06) gespielt hatte, zu wenig. Interessiert am Innenverteidiger, seit Jahren der beste Kumpel von Franck Ribéry, waren auch Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln sowie Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig. Einen Wechsel zu einem belgischen Verein schloss van Buyten (78 Länderspiele), nicht aus. Nur eines steht für den Abwehrhünen bereits fest: mit der WM in Brasilien beendet er seine Nationalelf-Karriere.

Lesen Sie hier: Wer für das Bleiben von Toni Kroos plädiert.

Pizarro bleibt, Van Buyten muss gehen. Weil Bayern auf die Rückkehr des genesenen Holger Badstuber setzt und einen weiteren Innenverteidiger verpflichten will. Weil David Luiz von Chelsea zu PSG wechselt, wird anderweitig gesucht. Ein Kandidat: Atléticos Diego Godin.

 

8 Kommentare