FC Bayern plant neue Saison Warum Timo Werner der ideale Lewandowski-Nachfolger ist

, aktualisiert am 13.06.2018 - 18:03 Uhr

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Die Mannschaft
Bei der Fußball-WM 2018 Konkurrenten: Robert Lewandowski (li.) und Timo Werner. Foto: AZ/imago/East NEws/DeFodi

Timo Werner wird rund um die Fußball-WM 2018 mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Der Tempodribbler aus dem DFB-Team wäre aus drei Gründen der ideale Nachfolger von Robert Lewandowski in München.

München - Über 2020 hinaus. So lange will RB Leipzig mit Timo Werner planen. Doch Werner, jüngst mit dem DFB-Team zur Fußball-WM 2018 in Russland aufgebrochen, möchte nicht so weit vorausdenken.

Stattdessen wird weiter ein möglicher Wechsel des Schwaben zum FC Bayern kolportiert, vielleicht schon nach dieser Weltmeisterschaft. Just in dieser Gemengelage wurden frühere Kontakte zwischen dem Stürmer und dem Rekordmeister publik.

"Es gab 2014, als Michael Reschke beim FC Bayern anfing, bezüglich Timo losen Kontakt nach München. Damals hätte es aber nicht gepasst, der Schritt wäre für Timo nich nicht der richtige gewesen", erzählte Werners Berater Karlheinz Förster der "Sport Bild".

Timo Werner spricht über Abschied von RB Leipzig

Wäre jetzt die Zeit für diesen Schritt? "Um ein Weltklassespieler zu werden, muss ich auf Klubebene wahrscheinlich in einer noch besseren Mannschaft spielen", sagte Werner jüngst der "Welt". "Um Weltklasse zu werden, muss man große Spiele spielen, wie zum Beispiel das Finale oder Halbfinale der Champions League", meinte der 22-Jährige weiter. Förster legte nun nach: "Jetzt wollen wir erst einmal die WM abwarten."

Die "Sport Bild" hatte Werner schon zuvor mit einem angeblichen Interesse der Bayern konfrontiert. Der junge Angreifer benutzte fast dieselbe Wortwahl wie sein Agent: "Wenn überhaupt, wird das erst nach der WM ein Thema." Ein möglicher Wechsel wird indes umso interessanter, umso mehr Robert Lewandowski seinen eigenen Abgang aus München forciertDie AZ erklärt, warum Werner der ideale Nachfolger des 29-jährigen Superstars wäre:

1. Timo Werner ist viel bescheidener

Werner ist viel zurückhaltender als Lewandowski, wenn es darum geht, eigene Ansprüche zu formulieren. Er liefert lieber. Lewandkowksi dagegen sorgt seit Monaten für Stunk an der Säbener Straße. Schon im vergangenen Sommer wollte der polnische Stürmer einen Wechsel regelrecht erzwingen, beschwerte sich in einem Interview öffentlich darüber, dass er zu wenige Torvorlagen von seinen Mitspielern bekommen habe.

Im Februar berichtete die "Bild" von einem Trainingsstreit zwischen dem polnischen Angreifer und Mats Hummels. "Lewy, ist das Dein Ernst? Du bindest Dir ernsthaft die Schuhe? Verdammte Scheiße!", rief demnach Hummels, als sich Lewandowski die Schuhe band. Hummels' und Lewandowskis' Mannschaft verlor daraufhin ein Trainingsspiel - und der Weltmeister stellte die Einstellung seines Teamkollegen in Frage. Lewandowski gilt schon lange als umstritten.

So monierte Klub-Ikone Paul Breitner kürzlich bei "Sport1", dass sich der Angreifer über das Team stelle.

Und Werner? Ist vergleichsweise bescheiden! "Ich lege meinen Fokus nicht darauf, Torschützenkönig zu werden. Ich bin nicht so vermessen, dass ich mir das als Ziel setze", sagte er vor der WM 2018: "Ich fliege noch etwas unter dem Radar und kann eigentlich nur gewinnen. Das ist mein großer Vorteil."

2. Timo Werner hat Riesen-Rückschläge hinter sich

Dass er das richtige "Nervenkostüm" für München hat, bewies Werner hinlänglich. Unsäglich waren die Schmährufe gegen ihn, nachdem er sich im Dezember 2016 eine Schwalbe gegen den FC Schalke geleistet hatte. Sowohl in der Bundesliga, als auch bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft bekam Werner den Unmut der Zuschauer ab.

"Ich muss das jetzt wegstecken und hoffe, dass die Zeit alle Wunden heilt. Eines kann ich sagen: Ich habe aus dieser Sache gelernt, und ich werde gestärkt da rausgehen", sagte der Stürmer von RB Leipzig im vergangenen Sommer dem "Kicker". Werner weiter: "In der Bundesliga wurde ich noch heftiger ausgepfiffen und beschimpft, und da habe ich meine Tore auch geschossen. Mittlerweile blende ich das aus und spiele einfach mein Spiel. Mein Ziel muss sein, dass die deutschen Fans irgendwann froh sind, mich im Nationaltrikot zu sehen."

Werner blieb - mit Anfang zwanzig - bemerkenswert abgebrüht. 

3. Timo Werner bringt eine neue Stärke ins Spiel

"Er ist eine Rakete, ein überragender Stürmer. Eiskalt vor dem Tor", meinte einmal HSV-Angreifer André Hahn über Werner. Und Ex-Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl nannte Werners Antritt "schon fast Wettbewerbsverzerrung". Sicher ist: Die Explosivität und Dynamik des Schwaben brächte eine ganz neue Komponente ins Angriffsspiel der Münchner.

In der vergangenen Saison erzielte er in 32 Bundesliga-Spielen 13 Tore für die Leipziger, traf ferner in der Champions League drei Mal und in der Europa League vier Mal. Hinzukamen in der Bundesliga acht Vorlagen. Auch gegen die Bayern traf er in der Hinrunde - dank seines Tempofußballs.

Die Bayern lebten bislang, was das Umschaltspiel angeht, von Einzelaktionen eines Franck Ribery oder Arjen Robben. Oder vielleicht noch von einem Antritt eines Kingsley Comans. Werner ist ein Prototyp Konterspieler, einmal durch, nicht zu bremsen.

Er ahnt diese Szenen voraus, startet, während andere noch zögern. Lewandowski ist dagegen der klassische Typ Strafraumstürmer, Back-up Sandro Wagner auch. Ergo: Werner würde den Rekordmeister viel unberechenbarer machen. Und wäre auch aus diesem Grund der ideale Lewandowski-Nachfolger. 

Lesen Sie hier: Alle kritisieren Robert Lewandowski - einer hält immer zu ihm

Im Video: Weltmeister startet Mission in Russland

 


Fannah, kritisch, kompetent - die-mannschaft.blog ist der Experten-Blog zur DFB-Elf. Aktuell haben sich die "Fußballverückten" aus München ganz der WM 2018 verschrieben. Mit dabei: Victoria Kunzmann und Patrick Mayer, die als Freie Autoren auch für die AZ München schreiben.

 

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