FC Bayern Olic geknickt: "Eine Katastrophe"

Empfindet seine erneute Verletzung als "Katastrophe": Bayerns Stürmer Ivico Olic. Foto: dpa

Nach erneuter Verletzung mit resultierender Zwangspause ist FC Bayerns Stürmer Ivica Olic geknickt: „Eine Katastrophe". Ans Aufhören denkt der 31-Jährige aber nicht.

 

München/Zürich - Das Pech bleibt ihm treu. Olic kann es noch immer nicht fassen. „Das ist eine Katastrophe. Ich habe mich so gefreut, endlich wieder spielen zu können“, sagte der 31 Jahre alte Kroate von Bayern München völlig geknickt. Gerade erst von einer schweren Knieverletzung genesen, musste Olic einen schweren Rückschlag hinnehmen. Der Angreifer fällt mit einem Teilriss einer Sehne des rechten Hüftbeugemuskels sechs bis acht Wochen aus.

Anstatt mit dem Rekordmeister die Reise zum Play-off-Rückspiel zur Champions League am Dienstagabend beim FC Zürich anzutreten, steht Olic erneut vor einer schweren Zeit ohne Fußball. Wieder muss der ehrgeizige Nationalspieler durch die Rehabilitation, und wieder muss er dabei die nötige Geduld aufbringen.

Im November 2010 war er wegen eines Knorpelschadens im Knie operiert worden und erst im Juli ins Mannschaftstraining der Bayern zurückgekehrt. Zuletzt befand er sich bei seinen Kurzeinsätzen auf dem Weg zu alter Stärke. Am Samstag gegen den Hamburger SV unterstrich er dies kurz nach seiner Einwechslung mit dem Tor zum 5:0-Endstand. Doch über seinen ersten Treffer seit über 15 Monaten konnte sich Olic schon gar nicht mehr so richtig freuen.

Bei seinem Flugkopfball war er mit HSV-Verteidiger Jeffrey Bruma zusammengeprallt, weshalb er zur Behandlung an die Seitenlinie humpelte. Am Sonntagabend gab es nach einer eingehenden Untersuchung dann die bittere Diagnose. „Ich wusste, dass etwas nicht stimmt. Aber dass es so schlimm ist, hätte ich nie gedacht“, sagte er.

Der Ausfall trifft jedoch nicht nur Olic persönlich. Auch der FC Bayern hat nun ein echtes Problem, da Trainer Jupp Heynckes in Torjäger Mario Gomez und Nils Petersen nur noch zwei echte Stürmer zur Verfügung stehen. Deshalb überdenkt der Rekordmeister nun doch noch einmal seine Personalplanungen. „Wir haben eigentlich nichts mehr vorgehabt. Ob wir jetzt gezwungen werden, noch etwas zu tun, darüber müssen wir nachdenken“, sagte Rummenigge.

Die Verletzung von Olic bezeichnete der Bayern-Boss als „tragisch“. Auch Heynckes war geschockt und sprach von einer „Hiobsbotschaft“. Olic habe sich „mit großer Energie an die Mannschaft herangearbeitet“. Bei einem Telefonat habe der Kroate „niedergeschlagen und deprimiert“ geklungen, berichtete der Bayern-Coach: „Aber er wird das verkraften.“

Auch Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger hofft, „dass er bald zurückkommt. Wir brauchen ihn“. Dass der 31-Jährige ein Kämpfer ist, zeigte er während seiner Knieverletzung, als er mit großem Willen an seiner Rückkehr gearbeitet hatte. Dabei gab es jedoch auch sehr schwierige Phasen. 'Ich musste zwei Monate jeden Tag acht Stunden in so eine Höllenmaschine – die ganze Zeit liegen. Da geht dir alles durch den Kopf", sagte Olic kürzlich im Rückblick.

An ein vorzeitiges Karriereende habe er allerdings nie einen Gedanken verschwendet. Sicher war er sich auch, „dass ich noch ein paar Jahre gut Fußball spielen werde“. Daran wird die aktuelle Hüftverletzung nichts ändern, auch wenn die Planungen von Olic einen herben Dämpfer erlitten. Zuletzt war er schon wieder soweit gewesen, erste Ansprüche zu formulieren: „Ich bin nicht zufrieden, wenn ich auf der Tribüne oder auf der Bank sitze“, sagte Olic vor wenigen Tagen. Er sehe sich auch nicht auf dem Flügel, „das war nie meine Position. Ich bin Stürmer.“ Doch wieder einmal ein Stürmer außer Dienst. SID tn mm rd

 

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