FC Bayern Nationalelf: Gomez in der Jogi-Kur

Bei Bayern nur noch Reservist, darf der Stürmer auf einen Einsatz beim DFB gegen Frankreich hoffen. „Es wäre positiv, in Paris zu spielen“. Klose fällt aus

 

Frankfurt - Es geht um das gute Gefühl, um einen guten Start. Fünf Jahre schon ist es her, dass die Nationalmannschaft kein Auftaktspiel eines Kalenderjahres mehr gewinnen konnte. Vor knapp einem Jahr gab es in Bremen ein 1:2 gegen Frankreich, den Gegner am Mittwoch in Paris (21 Uhr, ARD live). Der letzte Erfolg? Am 6. Februar 2008 in Wien beim 3:0 gegen Österreich. Neben Hitzlsperger trafen damals Miroslav Klose und Mario Gomez.

Der eine Stürmer, Miro Klose von Lazio Rom, reiste am Montag nach München, um sich von DFB-Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt behandeln zu lassen. Am Sonntag erlitt er eine noch nicht genauer diagnostizierte Verletzung im rechten Knie. Am Nachmittag folgte die Absage. Klose fällt aus.

Für Mario Gomez ist das Frankreich-Spiel Rückkehr und Neuanfang zugleich. Nach dem Halbfinal-Aus bei der EM gegen Italien fehlte der 27-Jährige bei allen Länderspiel-Terminen der Hinrunde. Nun wurde Gomez erstmals wieder nominiert – und kommt als Bankdrücker. Beim FC Bayern ist er aktuell nur die Nummer zwei in der Angreifer-Hierarchie hinter Mario Mandzukic. Ganze 34 Minuten hat Gomez bei drei Einwechslungen in der Rückrunde gespielt, lediglich in Testspielen – ob in Unterhaching oder Aachen – durfte er von Beginn an ran. Als Sturmführer der Reserve.

Doch anders als Arjen Robben hält sich Gomez mit betont unzufriedener Gestik zurück. Beim Medientermin der Nationalelf am Montag in Frankfurt wirkte er entspannt, keineswegs verbittert. „Ich fühle mich gut, bin schmerzfrei und freue mich riesig auf das Spiel“, sagte Gomez und erklärte: „Ich bin nicht hierher gekommen und habe gedacht: Gott sei Dank. Ich fühle mich bei Bayern pudelwohl. Ich fahre nicht mit dem Gedanken weg: Boah, endlich mal was anderes.“

Dennoch ist etwas grundlegend anders: Früher war es meist so, dass Klose als BayernBankdrücker zum DFB fuhr und von Bundestrainer Joachim Löw Einsatzzeiten plus Streicheleinheiten bekam. Nun ist es umgekehrt. „Es wäre positiv für Mario Gomez, in Paris zu spielen“, legte Bayern-Coach Jupp Heynckes Löw einen Einsatz seines (Bank-)Härtefalls bereits am Freitag ans Herz. Gomez in der Jogi-Kur. Denn im Verein ist Gomez nur Teilzeitarbeiter. „Wenn es knapp steht, habe ich gelernt als Trainer, kein Risiko einzugehen“, erklärte Heynckes. Der Betroffene akzeptiert’s. „Ich bin nicht beleidigt“, meinte Gomez, „die Mannschaft spielt hervorragend derzeit. Ich kann das alles ganz gut einschätzen. Was soll der Trainer tun? Unser gemeinsames Ziel ist es, Meister zu werden. Ich werde die Meisterschaft nicht gefährden.“

Er setzt auf den Faktor Zeit. Nur auf Nachfrage machte er Werbung in eigener Sache: „Ich weiß, was ich kann. Ich weiß, dass ich noch gebraucht werde und wichtig werden kann. Ich hab’s gezeigt, als ich nach viereinhalb Monaten Verletzung nach 27 Sekunden getroffen habe – der Kopf ist entscheidend.“ Ob als Stammspieler oder Minutenjoker. Gomez lässig: „Und wenn es nur fünf Minuten sind, sind es nur fünf. Wenn es 90 sind, dann 90.“ Er fühle sich fitter und besser in Form als im Herbst.
„Für uns ist es gut, dass Spieler kommen, die heiß sind, die nicht müde sind und die sich verausgaben wollen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Und die nicht verletzt absagen müssen.

 

0 Kommentare