FC Bayern nach Ingolstadt-Spiel Sanches und Coman: Geduld mit Bayerns Youngstern

"Er ist erst 19 Jahre alt, das darf man nicht vergessen“, sagt Trainer Carlo Ancelotti (r.) über Renato Sanches (l.). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Die jungen Bayern-Profis Renato Sanches (19) und Kingsley Coman (20) enttäuschen gegen Inolgstadt. Gerade der Portugiese hat Startschwierigkeiten. "Er ist ein sehr ruhiger Kerl", sagt Neuer über ihn

München - Nach der Pause rein – und kurz vor Schluss der Partie wieder raus. Und nun wieder so richtig raus. Douglas Costa hat sich beim 3:1 gegen Ingolstadt laut Auskunft des FC Bayern vom Sonntag eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel zugezogen. Das ergab eine Untersuchung bei Vereinsarzt Dr. Volker Braun. Erst am Freitag vor einer Woche hatte der 26-Jährige beim 2:0 über die Schalker sein Comeback nach einer langwierigen Muskelverletzung gegeben, die ihn schon die Teilnahme für sein Heimatland an den Olympischen Spielen von Rio gekostet hatte.

Der nächste Ausfall eines Flügelspielers. Dabei waren erstmals in dieser Saison gegen Ingolstadt alle vier Außenstürmer im Kader. Franck Ribéry glänzte jedoch als einziger. Der Franzose, mit 33 Jahren aktuell im x-ten Frühling, bereitete alle drei Bayern-Tore vor und steht nun bei 112 Liga-Vorlagen. Sein Landsmann Kingsley Coman (20) feierte nach überstandener Kapselverletzung im linken Sprunggelenk, erlitten kurz vor dem Bundesligastart, sein Comeback von Beginn an – jedoch nur 45 Minuten.

Eine Feier war diese Rückkehr ganz und gar nicht. Coman fehlten Spritzigkeit, Tempo, Durchsetzungsvermögen, Dribbelstärke, im Grunde alles. Wenigstens fehlt er nicht verletzt. Und da wäre ja noch Arjen Robben, der in dieser Saison erstmals nach seinen Adduktorenproblemen zumindest im Kader stand. Vielleicht reicht es beim 32-Jährigen ja für einen Joker-Einsatz am Mittwoch gegen Hertha BSC (20 Uhr, Sky live).

Sanches kommt nicht aus den Socken

Ähnlich wie Coman kam auch Renato Sanches bei seiner Heimpremiere in der Startelf überhaupt nicht recht aus den Socken. Der Portugiese, im Juli Europameister und im Finale Bezwinger von Coman und dessen Franzosen, läuft, nein, rackert seiner Bestform hinterher. Natürlich hat der 19-Jährige von Benfica Lissabon noch Anpassungsprobleme. Es knarzt noch, was die Feinabstimmung im Mittelfeld mit den Kollegen betrifft.

Was aber normal sein dürfte bei der häufig wechselnden Belegschaft im Zentrum des Spiels (gegen Ingolstadt saß der zuverlässige Passgeber Thiago zu nächst auf der Bank). Über 35 Millionen Euro hat Bayern für Sanches, den besten Nachwuchsspieler der EM, an Benfica überwiesen. Eine Investition für die Zukunft. Aktuell ist der Jungspund mit der Rasta-Mähne noch zu zahm. 60 Ballaktionen in 60 Spielminuten im rechten Mittelfeld, viele Aktionen, wenig Ertrag. Eine sehr gute Passquote (94 Prozent), eine sehr schwache Zweikampfquote (nur 26,7 Prozent gewonnene Duelle). Sanches, der von seiner enormen Physis lebt, wirkt gehemmt und viel zu zurückhaltend. „Er ist erst 19 Jahre alt, das darf man nicht vergessen“, verteidigt ihn Trainer Carlo Ancelotti. Die erste Partie beim FC Schalke, das Champions-League-Debüt gegen Rostow, einen Tag später das Weißbier-Fotoshooting, nun die Ingolstädter zum Oktoberfest-Auftakt. Sakra di!

Torhüter Manuel Neuer beschreibt Sanches als „sehr ruhigen Kerl“ und sagt: „Über seine spielerische Klasse brauchen wir nicht zu sprechen. Er ist zweikampfstark, sucht immer den Weg nach vorne.“ Kapitän Philipp Lahm sagt kürzlich: „Renato ist ein sehr, sehr guter Spieler, sonst wäre er nicht hier. Er ist Europameister und er wird uns sicher in Zukunft helfen.“ Nur Geduld!

 

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