FC Bayern München Pep Guardiola und die Rotation: Das große Pep-Puzzle

Wo rotiert Pep Guardiola mit seiner Mannschaft hin? Klicken Sie hier durch das Pep-Puzzle! Foto: Rauchensteiner / az

Die Stammelf-Debatte: Guardiolas Experimente irritieren Team und Bosse. Hoeneß: „Eingespielt zu sein, ist auch eine Macht“.

 

München - Zwei von vier Vorbereitungspokalen sind schon in Bayern-Hand, noch zwei Siegerehrungen stehen an. Am Samstag (20.30 Uhr, ZDF und Sky live) der DFL-Supercup bei Borussia Dortmund. Der erste offizielle Titel der neuen Saison – oder ist eher der Weg das Ziel unter Neu-Trainer Pep Guardiola?

Bastian Schweinsteiger, beim 2:0 gegen Barcelona erstmals wieder in einem Testspiel dabei, sagt: „Wir wollen alles gewinnen, was es gibt.“ Logo. Soweit der kämpferische Part. Der Vize-Kapitän sagt aber auch, ganz artig: „Viel wichtiger ist aber, dass wir den Fußball, den uns der Trainer vorgibt, umsetzen.“ Was allerdings schon sehr gut klappt, beeindruckend und für die Konkurrenz beängstigend gut. „Wenn alle Spieler gesund sind und eine Spielfreude bei den Bayern aufkommt, sind sie nur schwer zu schlagen“, meinte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, und Präsident Uli Hoeneß schwärmte: „Pep Guardiola ist ein Glücksfall für den FC Bayern. Wir haben mit ihm den vielleicht weltbesten Trainer.“ Also: „Vielleicht kann er nach den Erfolgen vom letzten Jahr noch mehr aus der Mannschaft rauskitzeln.“

Macht er doch schon. Guardiola lässt umschulen, fachfremde Positionen spielen. Eine Stammelf? Hat er noch nicht? Aber braucht oder will er die auch gar nicht?

Der 42-Jährige sagt: „Wir haben viele Spieler, die verschiedene Positionen spielen können. Das ist gut für mich.“ Also testet er wild entschlossen. Philipp Lahm spielt im rechten offensiven Mittelfeld, Thomas Müller Mittelstürmer – und Schweinsteiger? Ja, wo spielt der, wenn er wieder völlig fit ist? „Lahm spielt Außenverteidiger, natürlich“, sagte Guardiola, angesprochen auf die Saison. Aber wer kann sich schon sicher sein?

Sein Prinzip heißt: Leistungssteigerung durch Reize, Flexibilität statt Monotonie. Das Pep-Puzzle als geplante Anarchie – bis es sich irgendwann, Teilchen für Teilchen, zusammenfügt. Doch wie findet sich da eine Stammelf? Laut Sportvorstand Matthias Sammer sind ja „die Zeiten einer Stammelf vorbei“. Denn: „Unser Trainer wird es so handhaben, dass jeder auf genügend Einsätze kommt.“ Rotation, klar. Hat Ottmar Hitzfeld erfunden, Jupp Heynckes hin zum Triple perfektioniert. Doch in der Rückrunde spielte in den großen Partien bis auf ein, zwei Ausnahmen die A-Elf. Alte Schule eben.

Hoeneß erinnert daran, dass Guardiola bei Barça „nur in bestimmten Situationen rotiert hat“, sagt aber auch: „Eingespielt zu sein ist auch eine Macht. Ich bin der Meinung, dass sieben oder acht Spieler regelmäßig spielen werden. Wenn du jedes Mal fünf oder sechs Spieler austauschst, wird es sehr schwierig.“ Doch wann sortiert Pep seine Puzzle-Teile? Wann baut er Javi Martínez ein, erst seit einer Woche im Training und leicht angeschlagen? Der Spanier könnte in die Innenverteidigung rücken, sein Wunschspieler Thiago auf die Sechser-Position. Stopp! Das Problem ist: „Ich bin Flexibilität gewöhnt“, sagte Schweinsteiger im „Kicker“, aber ich denke, dass zu mir am besten die Position vor der Abwehr passt.“ Es wird Härtefälle geben. Hoeneß: „Das wird die große Kunst sein, diese große Anzahl von Superspielern bei Laune zu halten.“

Eine Bestandsaufnahme des Mega-Kaders (28 Profis) soll nach dem letzten Testdoppelpack, dem Audi-Cup (31. Juli/1. August) gemacht werden. Dann wird Guardiola selektieren.

 

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