FC Bayern Macht's wie wir!

Vor neun Jahren gab es für die Bayern zum bislang letzten Mal den Henkelpott: Trainer Ottmar Hitzfeld und Kapitän Stefan Effenberg. Foto: firo/Augenklick

Die Helden von 2001 haben ihre Nachfolger gefunden: Hier erklären Hitzfeld, Kahn & Co., warum die Bayern von heute so stark sind, dass sie die Champions League gewinnen können

 

LYON Der Service war schon mal final-würdig. Als die Bayern am Montag gegen 12 Uhr auf dem Flughafen Lyon-Saint-Exupéry landeten, stand neben der Park-Position des Lufthansa-Airbusses bereits der Mannschaftsbus. Es soll den Profis an nichts fehlen, der bestmögliche Komfort soll es sein in den letzten Stunden vor dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr, Sat. 1 und Sky) bei Olympique Lyon.

Es gilt, das 1:0 aus dem Hinspiel zu verteidigen und mit dem Finaleinzug ins Santiago Bernabeu zu Madrid (Gegner wäre am 22. Mai Inter Mailand oder der FC Barcelona) den größten Erfolg seit dem Henkelpott-Triumph 2001 zu erringen. „Diese Saison zeichnet sich dadurch aus, dass die Mannschaft stets mit großem Willen und großem Kampf auftritt", lobte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge am Montag, „ich bin überzeugt, dass wir auch diesmal einen großen Kampf abliefern werden. Die Leidenschaft, die wir an den Tag legen, ist fantastisch. Die Spieler holen immer die letzte Energie aus sich heraus. Wir sind stolz auf diese Mannschaft und haben großes Vertrauen." 2800 Fans begleiten die Mannschaft nach Lyon – und all die guten Wünsche der Siegertruppe von 2001.

Allen voran: Ottmar Hitzfeld, der damalige Coach: „Die Bayern waren lange nicht mehr so gut besetzt wie jetzt. Robben, Ribéry, Olic, Müller, Klose oder Gomez können ein Spiel entscheiden. Die Qualitäten in der Offensive sind enorm. Van Bommel ist ein Leader wie damals Stefan Effenberg. Eine starke Persönlichkeit und hervorragender Stratege im Mittelfeld. Auch die jungen Spieler wie Müller oder Badstuber spielen eine überraschend starke Saison."

Trainer Louis van Gaal hat der Mannschaft den Charakter verliehen, niemals aufzugeben. 0:2-Rückstand und drohendes Aus in Florenz – weitergekommen. 0:3-Rückstand und drohendes Aus in Manchester – weitergekommen. Für Ex-Keeper Oliver Kahn, den Helden des Finals von Mailand 2001, als er gegen Valencia drei Elfmeter parierte, macht der Kopf den Unterschied. „Diese Mannschaft ist mental stark. Sie haben hervorragende Fußballspieler. Sie haben für mich mit Robben und Ribéry die besten Außenspieler in Europa. Das ist extrem unangenehm für viele andere Mannschaften. Diese Mischung, die sie haben – aus Können und aus mentalen Stärke – das macht's aus."

Auch wenn Ribéry wegen seiner Rotsperre fehlt - für die Helden von damals ist klar: Die 2010-Mannschaft kann das Finale packen. Ihre Botschaft: Macht's wie wir!

Zwei sind noch aktiv. Die AZ sprach vor dem Halbfinale in Lyon mit beiden. Alexander Zickler (36) von Red Bull Salzburg meinte: „Ich glaube ganz fest ans Finale. Da ist eine Mannschaft zusammengewachsen. Das ist ganz wichtig, wenn man die Champions League gewinnen will. Da geht es nicht nur um Einzelspieler. Das war 2001 unser großes Glück, dass wir ein Team waren. Von den Einzelspielern ist das derzeitige Team sicher ein Stückchen besser als wir damals. Da hat sich nun eine Mannschaft entwickelt, die reif für den Titel ist." So sieht es auch Hasan Salihamidzic (33), der Anschauungsunterricht bekam, als die Bayern in der Gruppenphase Juventus Turin mit 0:0 und 4:1 ausschaltete. Der Bosnier zur AZ: „Im Moment muss man einfach den Hut ziehen, was für einen schönen Fußball die aktuelle Truppe seit fünf Monaten spielt. Es funktioniert alles! Die kämpfen alle, verteidigen alle, greifen alle an, sind eine verschworene Gemeinschaft – so wie eine Mannschaft funktionieren muss. Wir hatten 1999 schon das Finale verloren, und 2001 war klar: Wir müssen das Ding gewinnen." Haben sie ja. Und man muss ja nicht jedes Mal ein Endspiel verlieren, um später zu triumphieren. ps/tbc

 

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