FC Bayern Lang, länger, FC Bayern

Philipp Lahms Vorbild als Kapitän ist - Klaus Augenthaler Foto: dpa

MÜNCHEN - Nach Ribéry, Müller und Badstuber wurde auch DFB-Kapitän Lahm langfristig gebunden. Diese Spieler sollen beim FC Bayern eine Ära einleiten – nur Bastian Schweinsteiger zickt noch ein bisschen

 

Was haben sich die Bayern-Bosse gefreut über die persönliche Entwicklung des Bastian Schweinsteiger. Als im Verlauf der letzten Saison aus Schweini, dem sorglosen, aber bisweilen etwas bequemen Teenie erst Herr Schweinsteiger und nun sogar Herr Chefsteiger wurde. Schweinsteigers Sprung in die Weltspitze, wo Präsident Uli Hoeneß ihn längst verortet, ging einher mit seiner charakterlichen Entwicklung. Doch zum Erwachsensein gehört eben auch eine gewisse Bereitschaft zum flügge werden.

Und so darf es eigentlich nicht verwundern, dass sich Schweinsteiger, mittlerweile 26 Jahre alt, umschaut und auch über einen Ortswechsel nachdenkt.

Und so schert Schweinsteiger aus. Während der gleichaltrige Philipp Lahm in den nächsten Tagen seinen Vertrag auch schriftlich bis zum Jahr 2016 verlängern wird, nimmt Schweinsteiger sich weiter Zeit. „Nichts davon hat Einfluss auf meine Entscheidung“, sagte Schweinsteiger am Freitag vor dem Spiel in Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr, Liveticker auf abendzeitung.de), „mich setzt so etwas nicht unter Druck.“ Ende der Diskussion.

Dass er, wie von Vorstandschef Rummenigge erhofft, sich dieses Jahr noch zu Verhandlungen bereit zeigen wird, ist unwahrscheinlich. „Wir versuchen analog auch den Vertrag mit Schweinsteiger zu verlängern. Er ist wie Lahm und Thomas Müller eine Mosaikteil beim FC Bayern", sagte Rummenigge noch am Donnerstag vor dem Rückflug aus Cluj. Die Bayern lassen sich den Langzeitplan viel Geld kosten. Lahm etwa soll 45 Millionen Euro kassieren bis 2016, auch bei Schweinsteiger hat Präsident Uli Hoeneß schon angekündigt, sich nicht lumpen lassen zu wollen. Den Bayern ist es das Wert. Wegen der Planungssicherheit und der Perspektive,

Doch Schweinsteiger geht es nicht nur ums Geld – und ist damit der Einzige, der ausschert.

Ansonsten nämlich sind die Bayern-Bosse derzeit sehr erfolgreich in ihrem Vorhaben, die wichtigsten Stützen des Kaders für lange an den Klub zu binden. Auch Trainer Louis van Gaal bekräftigte am Freitag: „Es ist so wichtig, dass wir mit diesen Spielern verlängern können. Es gibt für den FC Bayern keine wichtigeren Spieler, mit denen man verlängern muss.“ Schließlich haben nun neben Lahm auch Thomas Müller (2015), Holger Badstuber (2014), Franck Ribéry (2015) und auch Arjen Robben (2013) langfristige Verträge. „Ich hoffe auch, dass Bastian verlängert“, fügte van Gaal noch hinzu. Auf die Frage, was passieren würde, sollte Schweinsteiger, an dem unter anderem Real Madrid und Manchester United und Inter Mailand Interesse haben sollte, im Sommer schon wechseln, sagte cheftrainer van Gaal, dessen Vertrag bis 2012 läuft: „Ein Jahr ohne Schweinsteiger? Das wäre nicht schön.“

Doch diese Sorge scheint unberechtigt. „Ich habe der Schweinsteiger-Seite gesagt, dass wir ihn auf keinen Fall 2011 abgeben. Egal, welche Summen geboten werden. Das ist unser letztes Wort“, stellte Rummenigge in „Bild“ schon klar. Auf die mögliche Ablöse würde der FC Bayern verzichten. „Das haben die Real-Leute schon bei Franck (Ribéry, d. Red.) versucht und sich eine blutige Nase geholt. Die müssen langsam lernen in Europa, dass sie es mit dem FC Bayern zu tun haben“, meinte Präsident Hoeneß jüngst. F. Cataldo, M. Wessing

 

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