FC Bayern Kai Pflaume: "Beste Samstagabendunterhaltung"

Gelegentlich läuft Kai Pflaume selbst im Bayern-Trikot der Allstar-Formation auf – mit Schwung über die rechte Seite. Foto: imago

Hier erklärt der TV-Star, warum der FC Bayern für großes Entertainment steht, wie er einst in der DDR Probleme wegen eines FCB-Aufnähers bekam – und wo er heute mit Breitner & Co. kicken darf

 

AZ: Herr Pflaume, kürzlich hatten Sie in Ihrer Samstagabendshow "Klein gegen Groß" Oliver Kahn zu Gast. Für Sie als Bayern-Fan einer der Höhepunkte Ihrer Arbeit?

KAI PFLAUME: Auch Uli Hoeneß war schon bei mir im "Star Quiz", aber Oli Kahn als Gast zu haben, war schon auch etwas Besonderes.

Wie hat sich der „Titan" geschlagen?

Oliver Kahn ist ein Mensch, der sich auf den Punkt konzentrieren kann. Das ist eine Eigenschaft, die zu einem sehr guten Torhütern gehört. Das hat ihm natürlich auch im Torwand-Golf-Duell gegen den 5-järigen Leon geholfen. Bei diesem Duell hat einfach alles perfekt gepasst, Leon ist nicht nur für sein Alter ein hervorragender Golfer, sondern auch noch Torwart in seiner Fussballmannschaft.

Am 19. Mai sind Sie mal Zuschauer – beim Champions-League-Finale in München. Überhaupt sind Sie fast überall anzutreffen, wo der FC Bayern aufläuft. Sei es beim Fußball oder Basketball. Richten Sie sich ihren Terminplan als Moderator so ein, dass immer Zeit für einen Besuch bei den Bayern bleibt?

Wenn es irgendwie geht, ja. Als die Bayern neulich im Rückspiel der Champions League in Madrid angetreten sind, war es mir wegen einer Fernsehproduktion leider nicht möglich, nach hin zu reisen. Ich habe dem Team aber gleich klar gemacht, dass wir früh anfangen müssen und maximal bis 20.15 Uhr drehen können, damit ich zum Anpfiff vor dem Fernseher sitzen kann.

Reicht der Glamour-Faktor des FC Bayern auch für die Samstagabendunterhaltung im deutschen Fernsehen?

Mehr Glamour als der FC Bayern geht nicht. Das ist beste Samstagabendunterhaltung.

Warum?

Weil der FC Bayern einfach alles mitbringt. Stars, großer Sport, eine lange Tradition und damit bestmögliche Unterhaltung für die ganze Familie.

Fanden Sie das schon immer? Sie sind ja als Kind der der DDR aufgewachsen.

Schon damals haben die Bayern alles überstrahlt. Für mich stand es immer außer Frage, dass ich zu diesem Team halte. Schon als kleiner Junge auf dem Bolzplatz bin ich immer in die Rolle eines Spielers geschlüpft.

Wer war das?

Damals habe ich noch im Sturm gespielt, war also ziemlich häufig der Karl-Heinz Rummenigge.

Wie wurden Sie als kleiner Junge in Lepzig denn Bayern-Fan?

Für die meisten Jungen in der DDR war es eigentlich so, dass sie einen Verein im eigenen Land und einen im Westen hatten, dem sie die Daumen gedrückt haben. Bei mir war das nicht anders. Und weil der FC Bayern für mich immer eine immense Strahlkraft hatte, bin ich früh zum Bayernfan geworden.

Sind Sie als kleiner Bub im Bayern-Trikot durch die DDR gelaufen?

Das nicht, es war ja nicht immer so einfach, an Bayern-Utensilien ranzukommen. Aber ich habe mir jedes Jahr das Kicker-Sonderheft mitbringen lassen und dann die Bayernspieler abfotografiert und die Bilder kopiert.

Was haben Sie mit den Fotos gemacht?

In meinem Zimmer aufgehängt, an gute Freunde verschenkt und an weniger gute Freunde verkauft. Das war damals ein ziemlich einträgliches Geschäft.

Gab es Probleme, als Bayern-Fan in Leipzig?

Eigentlich nicht. Nur einmal in der Schule. Meine Tante aus dem Westen hatte mir eine Jeans-Jacke mit einem Bayern-Aufnäher mitgebracht. Als ich die im Unterricht getragen habe, wurde ich zum Direktorium gerufen, die Jacke wurde konfisziert und ich wurde für einen Tag von der Schule verwiesen.

Die Begründung?

Naja, damals war es einfach nicht erlaubt, sich in irgendeiner Weise mit dem „Klassenfeind“ zu identifizieren. Deshalb hatte meine Jacke mit dem Aufnäher nach deren Ansicht auch nichts in der Schule verloren.

Dennoch hieß es für Sie immer "Nur die Liebe zählt" - zum FC Bayern. Wie war das in Sachen Nationalmannschaften? DDR oder BRD?

Ich habe immer der Bundesrepublik die Daumen gedrückt. Manni Kaltz oder Paul Breitner waren auch damals im Osten die Stars. Die DDR-Auswahl war bis auf ein Mal (lacht) in meiner Jugend nicht gerade erfolgreich.

Heute sind Sie dafür Dauergast beim FC Bayern, spielen sogar gelegentlich mit der Allstar-Auswahl des Vereins mit Paul Breitner & Co..

Stimmt, das ist eine Riesenehre für mich, dass man mich gefragt hat, ob ich da nicht mal mitspielen möchte. Und es macht einfach unglaublich viel Spaß daran teilzuhaben. Zumal es für mich ja nicht alltäglich ist, vor 10 000 Zuschauern oder mehr in einem Stadion zu spielen.

Auf welcher Position bekommt man Sie zu sehen?

Ich spiele vorrangig als rechter Außenverteidiger oder im rechten Mittelfeld.

Und können Sie den Allstars weiterhelfen?

Mein Trainer sagt immer, dass er schon genügend Spieler hat, die gut Fußball spielen können. Deshalb stellt er mich auf der Außenbahn auf, denn er benötigt immer noch Spieler, die viel laufen - das ist dann meine Aufgabe.

Heute spielen Sie Seite an Seite mit Paul Breitner, Giovane Elber, Andreas Brehme oder Raimond Aumann , früher haben Sie die Bilder dieser Bayern-Ikonen über ihrem Bett hängen gehabt. Ist hier ein Traum von einem kleinen Jungen aus Leipzig real geworden?

Absolut. Das ist schon ein Privileg, das ich genieße.

Am 19. Mai werden Sie ein weiteres Privileg genießen können, Sie haben Karten für das Champions-League-Finale.

Ja, ich habe großes Glück gehabt, dabei zu sein. In den vergangenen Tagen war es noch so, dass man gehofft hat, die Karten würden auch wirklich in der Post liegen. So wirklich sicher war ich mir dann erst, als ich die Tickets auch in den Händen hatte.

Schon nervös?

Klar, ich war zwar schon 2001 beim Finalsieg in Mailand mit dabei. In diesen Tagen habe aber fast immer einen höheren Adrenalinpegel. Egal, ob Basketball-Playoffs, Pokalfinale gegen Dortmund oder das „Finale dahoam" - ich bin immer angespannt.

 

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