FC Bayern in Zürich Auf nach München!

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge warnt vor dem Rückspiel in Zürich vor Arroganz – und träumt weiter vom Champions-League-Finale
am 19. Mai in der heimischen Allianz Arena.

 

Zürich -  Wenn es ums Nachsitzen geht, kommen einem diese harten Holzbänke von früher in den Sinn. Und sinnlose Nachmittage als Strafen für versäumte Lernerfolge oder Missetaten. Die Bayern waren letztes Jahr nicht fleißig genug, haben ihre – Fußballerjargon! – Hausaufgaben nicht gemacht, nur Rang drei in der Bundesliga erreicht.
Das Nachsitzen in Zürich bedeutet für die Bayern-Profis: Logieren im „Grand Hotel Dolder” über den Dächern der Stadt auf dem Römerberg, in einem der führenden Luxushäuser der Welt – es gibt Schlimmeres. Am Dienstag (20.45 Uhr, Sat.1 und Sky live) müssen sie im Stadion Letzigrund eine 2:0-Führung aus dem Hinspiel des Champions-League-Playoffs über die Runden bringen. Ein Sommerausflug an den Zürichsee. Mit ein wenig Heimweh im Sinn.

Denn auch die Gruppenphase ab Mitte September (Auslosung am Donnerstagnachmittag) soll nur Durchgangsstation sein. Jeder im Verein erwartet das Erreichen der K.o.-Phase ab Februar/März, und viele träumen vom Finale im eigenen Hause, in der Allianz Arena. „Sollten wir weiterkommen, bleibt der Traum vom Finale bestehen, aber es wird schwer”, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, „es gibt Gegner, die fantastisch sind.”

Dennoch: Von Zürich nach Fröttmaning – so lautet die Losung für die Champions-League-Saison: Ab nach Hause! Am 19. Mai 2012 steigt das Finale. Warum diese Saison auf europäischer Bühne so eminent wichtig ist, um was es alles geht für die Bayern, schon am Dienstag in Zürich:

Der eigene Anspruch: Das dämliche Aus im Achtelfinale gegen Inter Mailand (1:0/2:3) in letzter Minute schmerzt immer noch - wie auch die Erinnerung an das Finale von Madrid 2010 (0:2). Der Stamm der Mannschaft ist im besten Alter, auf dem Zenit ihres Könnens. Mit acht Profis stellt der FC Bayern den Stamm der deutschen Nationalelf. Der Angriff auf die Krone Europas scheint gerade in dieser Saison so realistisch wie nie. „Es ist ein sehr wichtiges Spiel für den Verein”, sagte Bastian Schweinsteiger nach der Ankunft in Zürich, „jeder Spieler will in die Gruppenphase. Ich bin mir sicher, dass jeder weiß, um was es geht.” Im Verein weiß man um die Unwägbarkeiten des K.o.-Systems, aber unter die letzten Vier würde man gerne kommen.

Die Entwicklung der Mannschaft: Für Heynckes und seinen Saisonaufbau wäre ein Aus in Zürich fatal, ein Rückschlag, der die Mannschaft lange lähmen könnte. Donnerstags Europa League, die Zweite Liga Europas? Unvorstellbar. „Wir sind insgesamt auf dem richtigen Weg”, sagte Schweinsteiger nach dem 5:0 gegen den HSV. Und Heynckes' Trainingsplan sieht die absolute Top-Form erst für die Monate März bis Mai vor. Dazu käme bei einem Aus die europaweite Häme. Denn: Zuletzt flog man nach einem 2:0 im Hinspiel vor 42 Jahren im Pokal der Landesmeister raus - 1969 mit 0:3 bei St.Etienne.

Das liebe Geld: Der Grund für die Unruhe von Präsident Uli Hoeneß beim Hinspiel war die Aussicht auf die möglichen Konto-Eingänge: Minimum rund 25 Millionen Euro. Das Erreichen der Gruppenphase bringt 7,2 Millionen Euro in die Kassen, jeder Sieg dort weitere 800000 Euro Prämie, bei einem Unentschieden noch die Hälfte. Als man 2010 ins Finale einzog, nahm man insgesamt 57 Millionen Euro ein. Daher warnte Rummenigge: „Wenn wir in Zürich den Fehler machen, dass wir arrogant spielen, kann es problematisch werden.”

 

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