FC Bayern in Hoffenheim Bayern: Martínez, der Druckmacher

Der wahre „Mr. Unbesiegbar“: Javi Martínez (r.) hat mit dem FC Bayern noch kein einziges Bundesliga-Spiel verloren. Seine Bilanz: 26 Siege, drei Unentschieden. Foto: firo/Augenklick Foto: firo/Augenklick

Javi Martínez ist fit – und Trainer Guardiola lässt offen, wo er in den nächsten Wochen spielt. Was das für die anderen Bayern-Stars bedeutet

 

MÜNCHEN Javi Martínez hört ganz genau zu, schließlich will er nichts verpassen. Wenn Pep Guardiola seinem Landsmann im Training des FC Bayern Anweisungen gibt, tut er das auf Deutsch – und nur im absoluten Notfall auf Spanisch. Gleiches Recht für alle, so handhabt das Pep.

Martínez, das ist aktuell die große Unbekannte bei Bayern. Der 25-Jährige fehlte nach einer Leisten-OP fast zwei Monate, kommt nun aber in Tritt. „Wir sind glücklich: Er hat zwei Wochen ohne Problem trainiert. Es wird jeden Tag besser”, sagt Pep. Ob er beim Spiel in Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) eine Option für die Startelf ist? „Ja, natürlich.” Martínez wird so zum Druckmacher auf die Stammspieler. „Wir sind glücklich, dass wir diesen Spieler haben, weil er so viele verschiedene Positionen spielen kann”, sagt Guardiola.

Die alte Martínez-Rolle – als zweiter, defensiverer Sechser neben Bastian Schweinsteiger – gibt’s bei Pep erstmal nicht mehr. Er sieht Martínez nämlich auch als Innenverteidiger oder Aushilfsstürmer. „Ich weiß, dass er letzte Saison immer im Mittelfeld mit Basti gespielt hat”, sagt Guardiola. „Aber ich kenne ihn von Athletic Bilbao. Bilbao hat ein unglaubliches Jahr gespielt mit ihm in der Innenverteidigung. Und bei uns hat er gegen Chelsea Stürmer gespielt.”

Heißt: Wenn Martínez fit ist, macht er gleich auf mehrere Spieler Druck. Wer sich vor Javi in Acht nehmen muss:

DANTE/JÉRÔME BOATENG

Beide bildeten das Triple-Innenverteidiger-Duo. Pep will nun aber Martínez hinten ausprobieren, macht nun einen Dreikampf draus. „Ich kann beides”, sagt der. „Wo mich der Trainer hinstellt, ist egal.”
Prognose: Martínez wird einem Test unterzogen. Spielt er stark, könnte er Dante sogar als Abwehrchef ablösen.

PHILIPP LAHM

Die eigentliche Javi-Rolle als Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff nimmt derzeit Philipp Lahm ein. „Das war eine Überraschung für mich”, sagt Martínez, „aber Philipp macht das gut.” Lahms Stammplatz ist freilich nicht gefährdet – wohl aber sein Einfluss aufs Bayern-Spiel als Mittelfeldspieler: Denn ein fitter Martínez ist prädestiniert für die Sechser-Rolle, der Spanier ist zudem kopfballstärker als Lahm.
Prognose: Wenn Martínez und Thiago fit sind, rückt Lahm auf die Rechtsverteidigerposition.

RAFINHA

Der Rechtsverteidiger war der große Nutznießer von Lahms Versetzung, hat jetzt schon mehr Startelfeinsätze in Pflichtspielen (13) als vergangene Saison (8).
Prognose: Wenn Lahm wieder nach rechts rückt, muss Rafinha auf die Bank.

CLAUDIO PIZARRO

Der Peruaner, der aktuell mit einem Muskelbündelriss ausfällt, muss sich in der Mittelstürmer-Hackordnung hinter Mandzukic und Müller einordnen. Nun ruft Pep Martínez als weitere Joker-Variante auf: „Manchmal brauchen wir eine andere Variante, viele, viele Flanken. Im Strafraum ist er ein gefährlicher Spieler für den Gegner.” Prognose: Im Fall der Fälle könnte Martínez auch Pizarro Einsatzminuten stehlen.

 

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