FC Bayern in der Länderspielpause Heynckes schimpft: "Das ist ein mittlerer Wahnsinn"

James fliegt in der Zeit nach Südkorea und von dort nach China. (Archivbild) Foto: dpa

Für Bayerns Nationalspieler stehen statt Erholung anstrengende Länderspielreisen auf dem Programm. Heynckes: "Man verlangt Dinge ab, die gar nicht möglich sind." Müller und Ribéry sind zurück.

 

München - Was Jupp Heynckes von der Länderspielpause hält, in die sich die Bundesliga und mit ihr der FC Bayern nun verabschiedet haben, machte der Trainer der Münchner mehr als deutlich.

"Man verlangt den Spielern Dinge ab, die vom Physiologischen einfach gar nicht möglich sind", schimpfte der 72-Jährige, "das ist ein mittlerer Wahnsinn, sage ich Ihnen ganz ehrlich." Als Extrembeispiel nannte Heynckes den Trip, auf dem sich James seit Sonntag mit der kolumbianischen Nationalmannschaft befindet. "Er fliegt nach Südkorea und von dort nach China und macht zwei Spiele. Das ist nicht nachvollziehbar."

So geht's nach dem Wahnsinns-Comeback weiter

Ein Wahnsinn im positiven Sinne waren aus Sicht der Münchner auch die sieben Siege in sieben Spielen, mit denen Heynckes die Bayern in Rekordtempo zurück an die Tabellenspitze der Liga geführt hat. Dieser Wahnsinn hat nun aber vorerst Pause. Gespielt und trainiert wird trotzdem weiter bei den Bayern. Die AZ gibt einen Überblick:

Die Daheimgebliebenen: Zu dieser Gruppe gehören neuerdings Arjen Robben und Arturo Vidal, die beide ihre Nationalelfkarriere nach dem Verpassen der WM mit Holland beziehungsweise Chile erst kürzlich beendet hatten. Sie trainierten am Dienstag bei fast schon winterlichen Temperaturen mit Javi Martinez, den beiden Torhütern Sven Ulreich und Tom Starke sowie dem plötzlich erblondeten Rafinha an der Säbener Straße. Da Heynckes die Länderspielpause für einen Kurz-Heimaturlaub bei Frau Iris und Hund Cando in Schwalmtal nutzt, leiten die Übungen derzeit die Co-Trainer Hermann Gerland und Peter Hermann. Mitte kommender Woche werden alle Nationalspieler und auch Heynckes in München zurückerwartet.

Die Nationalspieler: Von den Strapazen der vergangenen Wochen erholen können sie sich nicht. Es stehen die letzten Härtetests vor der WM kommendes Jahr in Russland an. Mats Hummels, Jérôme Boateng, Joshua Kimmich, Niklas Süle und Sebastian Rudy treffen mit der deutschen Nationalelf am Freitag (21.00 Uhr/ZDF) im Londoner Wembleystadion auf England sowie vier Tage später in Köln auf Frankreich (20.45 Uhr/ARD) – und dabei auch auf ihre Klubkollegen Kingsley Coman und Corentin Tolisso, die mit dem französischen Team zuvor noch gegen Wales antreten. Thiago spielt mit Spanien gegen Costa Rica (Samstag, 21.30 Uhr) und in St. Petersburg gegen WM-Gastgeber Russland (Dienstag, 19.45 Uhr).

Robert Lewandowski bereitet sich mit Polen und zwei Tests in Gdansk gegen Uruguay (Freitag, 20.45 Uhr) und Mexiko (Montag, 20.45 Uhr) auf die WM vor. James Rodríguez trifft mit Kolumbien am Freitag (12 Uhr) auf Südkorea, am Dienstag auf China (12.35 Uhr).

Müller und Ribéry trainieren wieder

Die Verletzten: Bei all dem Ärger über die Länderspielreisen hat Heynckes auch erfreuliche Nachrichten vernommen. Franck Ribéry (Außenbandriss) und Thomas Müller (Muskelfaserriss) sind ins individuelle Training eingestiegen. "Natürlich fühle ich mich jetzt sehr gut, aber wir müssen noch alles kontrollieren und dürfen kein Risiko eingehen", sagte Ribéry bei FC Bayern.tv. "Nächste Woche müssen wir noch eine MRT-Kontrolle machen, und ich hoffe, wenn sie 100 Prozent passt, kann ich wieder langsam mit dem Ball trainieren."

Sein Kumpel David Alaba hat die Reise zur österreichischen Nationalmannschaft aufgrund einer Muskelverletzung im Oberschenkel abgesagt. Wie lange er ausfällt, ist offen. Juan Bernat (Riss des Syndesmosebandes) trainiert inzwischen wieder. Manuel Neuer fehlt mindestens bis Januar.

Stoiber: Heynckes allein entscheidet, ob er bleibt

 

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