FC Bayern in der Krise Thomas Müller: "Mischung aus Fehlern, Unvermögen und Antilauf"

Steckt mit dem FC Bayern in der Krise: Thomas Müller Foto: imago/ULMER

Der FC Bayern blamiert sich beim 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach. Mats Hummels, Joshua Kimmich, Thomas Müller - die Spieler hadern nach der Partie und prangern bekannte Fehler an. Die Stimmen zum Spiel.

 

München - Der FC Bayern bleibt auch im vierten Spiel in Folge sieglos. Schlimmer noch: Die 0:3-Blamage gegegen Gladbach ist der vorläufige Tiefpunkt dessen, was bis Samstagnachmittag noch als "Ergebniskrise" bezeichnet wurde. (Hier der Liveticker zum Nachlesen)

Die Spieler waren nach der Partie ob sich stets wiederholender Fehler konsterniert. Niklas Süle bekannte sich demonstrativ zu Trainer Niko Kovac, Joshua Kimmich lobte die Fans in der Südkurve, die das Team trotz der Niederlage feierten. Die AZ fasst die Stimmen aus der Mixed Zone zusammen:

Niklas Süle: "Das war eine schwarze Woche"

Niklas Süle...

zum Spiel: "Wir haben einige individuelle Fehler gemacht, auch ich selbst vor dem 1:0. Anstatt den Ball wegzuhauen, versuche ich, es spielerisch zu lösen. Wir haben sehr stark begonnen und durch unsere individuellen Fehler das Spiel aus der Hand gegeben. Wenn du dann nach 20 Minuten wieder 2:0 zurückliegst, dann wird es auch für Bayern München schwierig. Beim Gegner ging heute gefühlt jeder Ball ins Tor und wir haben es nicht geschafft, uns hundertprozentige Torchancen herauszuspielen."

...über die mentale Komponente nach den letzten Ergebnissen: "Es ist natürlich irgendwann auch Kopfsache, wenn du drei, vier Spiele hintereinander nicht gewinnst. Keiner weiß, wie es gelaufen wäre, wenn wir gegen Augsburg nicht in der 94. Minute das 1:1 bekommen hätten. Wir sind jetzt in einem Strudel, in dem wir letztes Jahr um die Zeit auch waren. Wir müssen jetzt alle gemeinsam versuchen, da wieder herauszukommen. Wir dürfen jetzt nicht anfangen, uns gegenseitig die Schuld zuzuschieben. Wir müssen jetzt alle wieder eine Schippe drauf packen. Die Qualität haben wir, das haben wir in den ersten Spielen gezeigt. Das war jetzt eine schwarze Woche für uns."

...über den Wiesn-Besuch am Sonntag: "Natürlich hatten wir uns das anders vorgestellt, aber Zeit mit den Kollegen und der Mannschaft zu verbringen, ist immer eine gute Sache. Wir werden wohl auch nicht zu viel über das Spiel nachdenken, sondern eher versuchen, als Truppe eine gute Stimmung aufzubauen. Das ist nicht ganz so einfach, aber wir werden es versuchen. Dann kommen wir da auch wieder raus."

...darüber, ob die Mannschaft noch zum Trainer steht: "Ja, wir stehen noch zum Trainer. Zu Saisonbeginn, als der Trainer und wir hochgejubelt wurden, haben wir auch zum Trainer gestanden. Jetzt haben wir eine schwierige Phase, aber da kommen wir als Mannschaft auf jeden Fall wieder raus. Es ist noch nichts verloren, wir müssen positiv bleiben."

Joshua Kimmich: "Das war zu wenig"

Joshua Kimmich...

...über den Spielverlauf: "Wir saßen in der Halbzeit da und wussten auch nicht, weshalb wir 2:0 hinten waren. Wir sind eigentlich recht gut ins Spiel gekommen und haben es gut gemacht. Es war zwar nicht so, dass wir wirklich zwingend waren, aber wir hatten die Gladbacher durchaus im Griff. Mit dem ersten Schuss klingelt es dann wieder. Momentan haben wir einfach nicht die Sicherheit, um das dann abzuschütteln. In der zweiten Halbzeit ist uns dann nicht mehr viel eingefallen. Wir haben zwar den Ball kontrolliert, aber mehr auch nicht. Wir hatten eigentlich gar keine Chance. Abgesehen von dem Abseitstor kann ich mich an gar keine Möglichkeit erinnern. Das ist dann einfach zu wenig."

...über die Aussage des Gladbachers Christoph Kramer, der meinte, dass man vor den Bayern in der aktuellen Verfassung keine Angst haben müsse: "Die stellen sich nach dem 3:0 hin, in den letzten Jahren haben die hier immer die Hucke voll bekommen. Da sagt keiner etwas. Es ist ja schön, dass die anderen jetzt auch mal Selbstvertrauen haben. Aber wir müssen uns jetzt schon Gedanken machen. Das war nach vorne einfach zu wenig. Heute war es nicht so, dass wir Chancen versemmelt haben, sondern wir hatten einfach keine."

...über die Pfiffe der Fans zur Halbzeitpause: "Wie die Fans in der Südkurve reagiert haben, war überragend. Manche haben zur Halbzeit vielleicht gepfiffen, aber ich glaube nicht, dass das die richtigen Fans waren. Die richtigen Fans stehen hinter uns. Dieses Vertrauen müssen wir jetzt wieder zurückzahlen."

...über die Aussagen von Uli Hoeneß unter der Woche über Trainer Niko Kovac: "Ich habe das ehrlich gesagt gar nicht so mitbekommen. Trotzdem ist es natürlich immer so, dass sich jeder Trainer in der Bundesliga an Erfolg und Misserfolg messen lassen muss. So ist es auch beim FC Bayern München."

...über den Oktoberfest-Besuch am Sonntag: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass da viele lachende Gesichter zu sehen sein werden."

...über Coach Niko Kovac: "Ich erlebe ihn momentan positiv. Er versucht uns immer wieder zu pushen. Es ist eigentlich erstaunlich, wie selbstbewusst er trotz der momentanen Ergebnisse ist. Aber das ist genau das, was wir brauchen: Einen starken Trainer, der sich auch von der Medienlandschaft nicht ablenken lässt.

Mats Hummels: "Machen uns die Tore selber rein"

Mats Hummels...

...darüber, ob er sich die Leistung irgendwie erklären kann: "Heute fällt es mir tatsächlich sehr schwer, das Ganze zu erklären. Wir sind gut reingekommen und hatten Gladbach in die eigene Hälfte gedrängt. Dann hat plötzlich eine Mannschaft, die eigentlich keinen Auftrag hatte, nach 20 Minuten mit 2:0 geführt. Danach haben wir zwar das Spiel kontrolliert, konnten uns aber mal wieder keine Chancen kreieren. Ich kann mich höchstens an zwei, drei kritische Situationen für Gladbach erinnern. Das ist natürlich mit dem Ballbesitz, den wir heute hatten, zu wenig. Unter dem Strich machen wir uns die Tore momentan selber rein. Ich hatte heute bei allen drei Toren das Gefühl, dass sie nicht unbedingt hätten fallen müssen."

...über die Aussagen von Uli Hoeneß unter der Wochen: "Das ist nicht mein Bier, da müssen Sie die Beteiligten fragen. Ich habe zu dem Thema nur die Überschrift gelesen, insofern habe ich keine Ahnung, worum es genau ging."

Thomas Müller: "Die Situation ist natürlich brutal"

Arjen Robben: "Wir sind momentan in einer Phase, in der wir Fehler machen und sofort dafür bestraft werden. In der ersten Halbzeit hat Gladbach zwei Mal aufs Tor geschossen und beide waren drin. Wir haben heute das Spiel kontrolliert, aber zu wenige Chancen kreiert. Damit müssen wir selbstkritisch umgehen."

Thomas Müller: "Es ist eine Mischung aus Fehlern, Unvermögen und einem gewissen Antilauf. Wir haben heute wieder gut angefangen und bekommen gleich wieder das Gegentor. Momentan schießen wir einfach zu wenig Tore. In der zweiten Halbzeit war Gladbach eigentlich nur noch aufs Verteidigen aus. Die Situation ist für uns natürlich brutal, weil wir einen großen Aufwand betreiben und so wenig dabei rumkommt."

Leon Goretzka: "Wir haben heute wieder gut angefangen und nach dem Gegentor keine Lösungen gefunden, um Tore zu schießen. Wir haben momentan Probleme damit, die richtigen Räume zu besetzen. Das Spiel wurde im Laufe der Zeit immer hektischer und chaotischer, weil wir das Tor unbedingt erzwingen wollten."

 

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