FC Bayern im Pokal-Endspiel 6:2 in Leverkusen: Finale für Jupp

Verfolgungsjagd und Jubelarie: Thomas Müller (links) versucht, den Torschützen Thiago einzufangen. Foto: imago/Thomas Frey

Nach dem 6:2 bei Bayer Leverkusen steht der FC Bayern zum 22. Mal im Endspiel des DFB-Pokals – und der Traum vom Triple lebt weiter. "Es war über weite Strecken eine Fußball-Demonstration", sagt Jupp Heynckes.

 

München - Berlin, Berlin, Jupp Heynckes fährt noch einmal nach Berlin. Die Bayern haben mit einem feurigen 6:2 bei Bayer Leverkusen das Pokal-Endspiel am 19. Mai im Berliner Olympiastadion erreicht. Der Weg zum Double ist geebnet.

Teil zwei und drei der intensiven Halbfinal-Wochen folgen mit den Duellen im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid (25. April/1. Mai). Dieses Mal soll die Hauptstadt die vorletzte Station auf dem Weg zum Jupp-Triple reloaded sein. Eine Woche nach dem Berliner Finale (gegen den Sieger des Mittwoch-Halbfinalspiels Schalke gegen Frankfurt) steht am 26. Mai das Champions-League-Finale in Kiew an.

Dem Bayern-Trainer macht keiner was vor. Der 72-Jährige, selbst zwei Jahre von 2009 bis 2011 in Leverkusen im Amt, hatte vor der Partie gemutmaßt: "Im Pokal entscheidet immer die Emotion, das wird ein Leckerbissen für alle Fußballkonsumenten." Nach der Partie lobte er seinen "überragenden" Torhüter Sven Ulreich und sein gesamtes Team: "Es war über weite Strecken eine Fußball-Demonstration." Hier gibt's die Partie im Liveticker zum Nachlesen

Pokal-Halbfinale in Leverkusen ein wilder Ritt

So herrliche Worte Heynckes benutzt, so herrlich lässt er seine Mannschaft stürmen. Was für ein Pokalfight! Nicht nur das. Nein, ein wilder Ritt, ein Pokal-Spektakel mit Spielwitz und Tempo auf beiden Seiten. Zwei Mannschaften, die bedingungslos gewinnen wollen – wann gibt es das sonst in der Bundesliga?

Schnelle Führung der Bayern in Leverkusen

Heynckes stellte seine Cup-Elf auf, das Beste vom Besten – jedoch ohne James Rodríguez, der dann in den Spielen gegen Real Madrid gesetzt sein dürfte. Auch Arturo Vidal fehlte an alter Wirkungsstätte, der Chile wird nach einer Knie-OP den Rest der Saison verpassen. Dafür die Bayern mit ihrer Ü34-Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribéry. Das Spiel wurde zum Actionfilm ohne Vorspann, ohne Vorgeplänkel. Anpfiff – und Vollgas.

Wer nicht angeschnallt war, lag sofort 0:1 hinten, nach drei Minuten. Der den Ball doch noch abfälschende Robert Lewandowski traf nach einem Linksschuss von Javi Martínez von der Strafraumkante. Ist Martínez der Triple-Faktor?

Die Bayern elektrisiert, Bayer angeschlagen. Also legten die Gäste nach, angetrieben von Franck Ribéry, dessen Solo samt Musterflanke Lewandowski erreichte, der nur noch volley ins lange Eck vollenden musste (9.).

Nach der Pause der dreifache Müller

Schon die Entscheidung? Nein, Leverkusen kam zurück. In der 16. Minute nutzte Lars Bender die Konfusion im Strafraum der Münchner aus, vor allem Mats Hummels war orientierungslos – nur noch 1:2. Eine gute Viertelstunde um, den Fans stand der Mund weit offen. Aber es war ja nicht kalt, ein angenehmer Frühlingsabend. 

Der Tabellendritte forderte den Schon-wieder-Meister und Triple-Anwärter aber mal so richtig. Ein rasanter Kick. Halbzeit. Durchatmen. Eis essen.

Nach der Pause drückte Bayern wieder mehr. Thomas Müller auf Pass von Thiago sorgte für das 3:1 (52.), dann folgten zwei Robben-Vorlagen. Einmal als Mr Slapstick im Hinfallen, Thiago vollendete (60.), danach spritzte Müller in seinen Schuss (64.). Drei Tore in 13 Minuten. Bailey versenkte einen Freistoß (72.) - Kosmetik. Müller versenkte nach einer Flanke von Thiago (78.) – Eleganz.

Müller: "Natürlich sind wir gierig"

6:2 – eine irre Show. "Wir hatten auch eine Phase, in der es spannend wurde. Wir waren am Ende sehr effektiv", sagte Müller. "Natürlich sind wir gierig. Und wenn man im Halbfinale der Champions League steht, will man auch den nächsten Schritt machen. Die Voraussetzungen sind ideal."

Sportdirektor Hasan Salihamidzic bestätigte übrigens vor der Partie, dass er den Streit infolge der Verpflichtung des künftigen Trainers Niko Kovac mit seinem Frankfurter Kollegen Fredi Bobic bei einem Frühstück beigelegt hat. "Wir haben alles bereinigt. Im Eifer des Fußballs sagt man manchmal Sachen, die nicht gesagt werden sollen", meinte Salihamidzic: "Alles in Ordnung. Wir werden gute Kollegen bleiben." In zehn Tagen schon sieht man sich wieder zum Ligaduell gegen die Eintracht.

Lesen Sie hier: Das sagen Ulreich und Kimmich über Kovac

 

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