FC Bayern Hoeneß: „Ihr mit eurem Scheiß-Handschlag!

Konnten das Tor gegen basel kaum fassen: Franz Beckenbauer, FC-Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl Heinz Rummenigge und Präsident FC Bayern München Uli Hoeness Foto: sampics

Die Bayern müssen nach dem peinlichen 0:1 in Basel ums Viertelfinale bangen. Ribéry verweigert Heynckes den Handschlag – und Beckenbauer poltert.

 

Basel - Als alles vorbei und verloren war, ist es recht laut geworden in der Bayern-Kabine. Franz Beckenbauer fand das völlig in Ordnung: „Es ist ganz gut, wenn da ein paar Schuhe fliegen – und der Mannschaftskoffer gleich hinterher. Es muss jetzt eine Explosion kommen.“

Wohl war. 87 Tage vor dem Endspiel in der Allianz Arena ist der FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League mit einem 0:1 beim FC Basel endgültig in der Krise angekommen. Dabei sollte die Partie beim Schweizer Meister doch der Befreiungsschlag werden, der Auftakt zur Aufholjagd in der Liga. Stattdessen: Gegentor durch Valentin Stocker in der 87. Minute, Katerstimmung am Aschermittwoch.

„Es ist absolut bedenklich, was hier passiert ist, weil Basel das Spiel verdient gewonnen hat“, befand Ehrenpräsident Beckenbauer ernüchtert. Schon vor der Partie hatte ihm Böses geschwant: „Jeder sucht irgendetwas – das ist die Unsicherheit, die zurzeit herrscht.“ Sorgen mache er sich „noch nicht, aber ich bin nicht begeistert. Irgendwann muss wieder die Leichtigkeit kommen. Alle spielen unter ihren Möglichkeiten, bringen nicht ihre Leistung. Allein mit spielerischen Mitteln ist zur Zeit nichts zu machen. Man muss den Kampf annehmen. Wie Sepp Herberger schon gesagt hat: über den Kampf zum Spiel – so banal das klingt.“

Eine andere Fußball-Binse formulierte Trainer Jupp Heynckes nach dem Spiel: Man müsse auch mal eine der Chancen nützen, meinte der Coach, der ein „ordentliches Spiel“ gesehen hatte, in dem „die Mannschaft läuferisch und kämpferisch alles gegeben hat“. Außerdem gebe es ja noch ein Rückspiel: „Ich weiß, was zu tun ist.“ Nur was? Es war keine Verbesserung zu den letzten Pleiten zu erkennen. Auch Beckenbauer wunderte sich: „Er war erstaunlich locker. Ich hätte gedacht, er ärgert sich mehr.“

Das übernahm dafür der Präsident höchstselbst. Angesprochen auf Franck Ribérys verweigerten Handschlag für den Trainer, als dieser ihn für Thomas Müller vom Feld nahm, blaffte Uli Hoeneß den Reporter an: „Ihr mit eurem Scheiß-Handschlag! Sind wir denn hier im Mädchenpensionat? Es geht nur noch um Nebensächlichkeiten, nicht um Fußball!“ Kurz darauf hatte er sich wieder im Griff und gab die Parole für das Rückspiel aus: „Ein 0:1 eröffnet uns noch alle Chancen. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass wir das im Rückspiel nicht schaffen könnten. Davon bin ich hundert Prozent überzeugt.“ Genau so habe er das der Mannschaft auch in der Kabine gesagt, so Hoeneß.

Kollege Beckenbauer war sich da nicht so sicher: „Die Möglichkeiten sind natürlich da. Aber jetzt den Weg aus der Lethargie zu finden, aus dieser Bewegungslosigkeit rauszukommen, das ist das Geheimnis. Ob es klappt in der Kürze der Zeit, das ist die Frage.“ Ob Heynckes tatsächlich weiß, was zu tun ist?

Viel Testosteron war in dieser Partie; schon nach 20 Minuten hätte es 3:3 stehen können. Das Trio Hoeneß/Rummenigge/Beckenbauer sah es auf der Tribüne mit entsetzten Blicken. Letzterer schüttelte nur noch wortlos den Kopf. Am Ende hielt die Serie der Basler: seit August nicht mehr in der Liga verloren, seit Oktober nicht mehr in der Champions League. Kein Wunder, dass es danach laut wurde in Bayerns Kabine.

 

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