FC Bayern hat Vorrecht Wo spielt Sechzig Relegation? - Zoff ums Grünwalder

Begehrte Spielstätte: Die Löwen (Bild) würden ihr Relegationsspiel gern im Grünwalder austragen. Doch da spielen Bayerns Frauen. Foto: Rauchensteiner/augenlick

Die Löwen haben für ihr Relegations-Rückspiel Heimrecht – doch an diesem Tag ist das Stadion von Bayerns Frauen belegt. Scharold: "Wir werden mit dem DFB und Bayern Gespräche führen."

München - Deckel drauf. Zumindest fast. Nach dem 3:1-Sieg des TSV 1860 am Samstag beim 1. FC Schweinfurt 05 (der Liveticker zum Nachlesen) scheint klar: Die Löwen werden Regionalliga-Meister! Nicht nur deshalb richten sich viele Blicke bereits auf das, was folgt: Relegation! Und Dritte Liga? Auf dem Weg zum Aufstieg droht Sechzig noch mächtig Stress.

Neben Daniel Bierofkas Warnung ("Die Meisterschaft ist noch nicht fix") wäre da der Gegner in der Relegation (24. und 27. Mai). In der Halbzeitpause der Drittliga-Partie 1. FC Magdeburg gegen den Karlsruher SC wurde das Löwen-Los gezogen: "Vertreter B" der Regionalliga Südwest, also entweder der designierte Meister 1. FC Saarbrücken oder die Verfolger: Kickers Offenbach oder Waldhof Mannheim. "Das ist eine schwere Liga. Oben stehen lauter Traditionsvereine. Das wird eine richtig harte Nuss", erklärte Trainer Bierofka. Um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden, wird der konkrete Gegner erst in einer weiteren Ziehung ermittelt, wenn die Platzierungen feststehen. Auch Aufsteiger SC Freiburg II hat noch Chancen, doch ungeklärt ist noch, ob die Breisgauer überhaupt aufsteigen wollen (lesen Sie hier im Detail: wie es nach der Auslosung weitergeht). Gut für Sechzig: Das Heimrecht gibt's im Rückspiel. Bierofka dazu: "Wenn man das Hinspiel ausgeglichen gestalten kann, ist das ein Riesen-Vorteil."

Doch damit zum nächsten Problem, und der betrifft das eigene Wohnzimmer Grünwalder Stadion: Die Löwen haben Stadion-Stress!

DFB-Regularien: FC-Bayern-Damen haben Vorrang vor Regionalliga-Löwen

Zur Erklärung: Am Tag des Rückspiels ist das Sechzgerstadion schon belegt. Dort steigt um 14 Uhr das Topspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg - in der Frauen-Bundesliga. Wer muss nun weichen, Bayern oder Sechzig? Laut DFB-Regularien hätten die (erstklassigen) Fußball-Frauen wie schon einmal in der Saison Vorrecht vor viertklassigen Löwen. Bayern-Managerin Karin Danner erklärt auf AZ-Nachfrage: "Das ist ein wichtiges Spiel am vorletzten Spieltag, es geht noch um die Meisterschaft. Wir können nicht einfach nach Aschheim raus gehen."

Bayern-Managerin Karin Danner.Bayern-Managerin Karin Danner. Foto: AZ

Am Campus der Bayern spielen an besagtem Wochenende wohl die Junioren um die Meisterschaft, in der Allianz Arena finden Umbauarbeiten statt (rote Sitze!). Die Kompromissbereitschaft der Bayern dürfte sich also in ähnlich geringen Grenzen halten, wie der DFB das Spiel verlegen möchte.

1860-Geschäftsführer Scharold: Gespräche  mit DFB und FC Bayern

Muss Sechzig also umziehen (ins Olympiastadion?) oder das wertvolle Heimrecht tauschen? Während Zweiteres undenkbar scheint, wollte man Ersteres auf Giesings Höhen nicht ausschließen. Das zeigt folgende Aussage von Sportchef Günther Gorenzel: "Unsere Wurzeln sind in Giesing. Wenn dann andere Aspekte, Sicherheitsaspekte oder finanzielle Aspekte hineinspielen, müssen das die Vereinsgremien entscheiden."

Geschäftsführer Michael Scharold erklärte auf AZ-Nachfrage über Spielort und die seit längerem bekannte Terminkollision: "Wir werden mit dem DFB und dem FC Bayern Gespräche führen und eine Lösung finden. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass diese Lösung anders aussieht, als dass wir das Rückspiel im Grünwalder Stadion austragen werden." Dabei weiß der stressgeprüfte Löwen-Fan nur allzu gut: Manchmal werden auch schwer vorstellbare Dinge Realität.

Neuer Geschäftsführer beim TSV 1860 München: Michael Scharold.Geschäftsführer beim TSV 1860 München: Michael Scharold. Foto: Rauchensteiner/augenklick

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