FC Bayern: Guardiola packt an Die Systemfrage: Wie lässt Pep spielen?

Triple-Modell, falscher Neuner oder Dreierkette: Die AZ zeigt, wie Bayern unter Trainer Pep Guardiola spielen könnte. Derweil gibt’s schon wieder Zoff wegen Lewandowski... 

 

Riva del Garda - Ob sich die Dortmunder es jetzt noch einmal überlegen? Geld oder Lewy? Nachdem Gomez-Transfer wäre das für Bayern doch die Gelegenheit, Robert Lewandowski sofort zu verpflichten. Bisher bockt die Borussia, will den Stürmer bis zu seinem Vertragsende 2014 behalten. Danach ist der Pole ablösefrei. "Ich bin durchaus optimistisch, dass er nächsten Sommer zu Bayern München wechseln wird", sagt Boss Karl-Heinz Rummenigge.

Vorher wird’s schwer: "Ich habe den Eindruck, dass die Aussage von Herrn Watzke steht. Aber wir waren bereit, uns mit dem BVB an einen Tisch zu setzen", sagte er der "Sport Bild" und zündelte ein bisschen: Er verstehe nicht viel davon, "aber dass man als börsennotierter Klub ein schriftliches Angebot braucht, um an die Aktionäre eine Ad-hoc-Mitteilung zu machen, ist einfach nicht korrekt".

Zumal Bayern nie schriftliche Angebote abgegebe. Watzke in "Bild": "Mit der Aussage zeigt er wirklich, dass er kein Experte ist. Da liegt er komplett falsch." Auf den Robin-Hood-Vergleich von Jürgen Klopp angesprochen, meinte Rummenigge gestern: "Man muss aufpassen in Dortmund, dass man nicht Wasser predigt und Wein säuft. Ich habe das Gefühl, dass die Pfeil und Bogen langsam aus der Hand geben." Aber Lewy eben nicht.

Also muss Trainer Pep Guardiola mit dem Kader auskommen. In den Testspielen hat er verschiedene Systeme probiert. Gestern, beim 3:0 gegen Brescia (Tore: Müller, Kroos und Kirchhoff), war’s ein 4-1-4-1. Die Startelf: Neuer - Lahm, Van Buyten, Boateng, Alaba - Höjbjerg - Müller, Shaqiri, Kroos, Ribéry - Mandzukic. "Es war unser erster Test gegen ein seriöses Team", sagte Guardiola. "Wir machen noch einige Fehler, aber das ist normal. Wir brauchen Zeit."

Die AZ erklärt, welche Systeme in der kommenden Saison in Frage kommen, wer welche Aufgabe und Position bekommt und wer dann um seinen Platz zittern müsste.

DAS TRIPLE-MODELL (4-2-3-1)

Mit dieser Taktik gewann Bayern unter Jupp Heynckes alles, jetzt hat man auch noch Spielmacher Mario Götze. Was bedeuten würde: Arjen Robben und Thomas Müller kämpfen um Rechtsaußen, Toni Kroos wäre draußen und Pizarro der Joker für Mario Mandzukic. Pep ließ 4-2-3-1 im ersten Testspiel spielen.

DER FALSCHE NEUNER (4-1-4-1)

Die falsche Neun ist systemunabhängig, bietet sich aber dafür an. Pep ließ in allen Tests mindestens eine Halbzeit 4-1-4-1 spielen. Ribéry könnte den Spielmacher geben, der zum Messi-Double Götze in die Spitze stößt. "Der Trainer hat viele Ideen, das ist gut. Wir müssen reden, lernen, trainieren", sagt er. Auch Müller kann Spitze. "Wir sind noch nicht so lange zusammen, daher ist es noch nicht perfekt", sagt er. Wichtigster Spieler ist der Mann vor der Abwehr: normal Bastian Schweinsteiger, in den Tests meist Pierre-Emile Höjbjerg. "Er ist fester Bestandteil unseres Kaders. Der Rest liegt an ihm", sagt Matthias Sammer. 4-1-4-1 kann man auch mit Mittelstürmer spielen: so spielte Mandzukic gestern.

DIE PEP-VARIANTE (3-3-1-3)

Möglich wäre eine Dreierkette mit Javi Martínez als zentralem Verteidiger – so wie es Pep in Barcelona mit Sergi Busquets machte. Lahm und Alaba rücken auf den Außen ein wenig vor, der schnelle Ribéry könnte den Stürmer geben, unterstützt von spielstarken Außen. Pep ließ so im Test gegen Regen und gegen die Paulaner-Elf spielen. Aber wie sagt er? "Das System ist egal." Am Ende reißen’s die Spieler.

 

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