FC Bayern Gomez verschießt Elfmeter - Wie einst Uli Hoeneß

Mario Gomez wird gegen St. Pauli nicht spielen. Foto: dapd

MÜNCHEN - Mario Gomez muss sich wegen seines vergebenen Elfmeters Spott von Beckenbauer gefallen lassen. Ansonsten zeigt der Stürmer eine Glanzleistung und erzielt seine Saisontreffer sechs und sieben.

 

Mario Gomez war sauer. Der Bayern-Stürmer stand im Mittelkreis und raufte sich die Haare. Gerade hatte der Schiedsrichter abgepfiffen, das 3:0 seines FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg war amtlich, die Fans sangen „Oh, wie ist das schön!“, doch der zweifache Torschütze Gomez ärgerte sich trotzdem. Weil er einen Elfmeter und damit seinen dritten Dreier innerhalb weniger Wochen versemmelt hatte.

Mürrisch marschierte der Nationalstürmer zum Jubeln vor die Südkurve und ließ sich auch von Bastian Schweinsteiger nicht trösten. Auch der hatte zuletzt in Gladbach einen Elfmeter verschossen, jedoch mit gravierenderen Folgen als nun bei Gomez' Fehlschuss kurz vor Schluss. „Unheimlich ärgerlich“ sei dieser Schuss über das Nürnberger Tor gewesen, so Gomez, „zu hoch, zu stark, zu gut getroffen“. Die Konsequenz aus seinem kapitalen Fehlschuss war ihm klar: „Schade, jetzt muss ich mich wieder hinten anstellen. Ich glaube, ich bin jetzt Nummer 46 in der Liste.“

Dabei sei er sich „so was von sicher“ gewesen, sagte Gomez, „vielleicht zu sicher“. Beim ersten Strafstoß des Spiels hatte er noch zugunsten von Philipp Lahm verzichtet – weil der Stürmer selbst gefoult worden war. Der Mannschaftskapitän klärte auf: „Wir trainieren Elfmeter jeden Tag. Vor jeder Partie werden drei Schützen nominiert, und auf dem Platz entscheiden die dann selbst, wer schießt. Diesmal waren Ottl, Gomez und ich nominiert“, sagte Lahm. Der Musterprofi traf sicher zum 2:0 und bekam Lob vom Coach: „Philipp hat das sehr gut gemacht.“

Jedenfalls besser als Gomez, der sich mit einer prima Leistung und den Ligatreffern Nummer sechs und sieben (10./75.) trösten konnte. Sein Fehlschuss in Minute 87 zeugte zwar von wieder gewonnenem Torhunger, sorgte nach der Partie aber für gut gelaunten Spott aus der Chefetage. Franz Beckenbauer witzelte: „Das war ein bisschen ulihoeneßverdächtig. Das hat man ja immer noch in Erinnerung.“ Auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge konnte sich in der Mixed Zone vor den Journalisten einen Seitenhieb auf Hoeneß’ Missgeschick nicht verbeißen. Der heutige Bayern-Manager hatte 1976 im Elfmeterschießen des EM-Finales gegen die CSSR den Ball in den Belgrader Abendhimmel anstatt ins Tor befördert.

Gomez’ Fehlschuss war lange nicht so dramatisch, sein Ärger jedoch verständlich: Einen halben Meter tiefer und er stünde nun schon auf Platz drei der Bundesliga-Torschützenliste. Nicht schlecht für einen scheinbar Ausgemusterten, der kürzlich noch fast beim FC Liverpool unterschrieben hätte.

tbc

 

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