FC Bayern Glaube und Mut: So formt Pesic seine Bayern

Bayern-Coach Svetislav Pesic. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Den Basketballern gelingt beim 80:78 gegen Ulm endlich auch ein Sieg über ein Spitzenteam.

 

MÜNCHEN Svetislav Pesics knochige Trainer-Hände haben an Spieltagen eine Menge zu tun: High-Five vor und nach den Partien, Schalltrichter, Dirigentenstab für taktische Anweisungen und als Motivationshilfe, wenn er den Spielern im Vorbeigehen einen Klaps auf den Hintern verpasst. Und der 63-Jährige setzt sie natürlich fleißig für Lob und Beifall ein.
Grund dafür ist bei den Basketballern des FC Bayern reichlich vorhanden. Am Samstag gab es gegen den Tabellendritten Ulm den sechsten Sieg in Serie, 6700 Zuschauer im ausverkauften Audi-Dome waren vom packenden 80:78-Match begeistert. „Dieser Sieg hält alles am Rollen", sagt Jared Homan, „wir sind auf einem richtig guten Weg." Der 2,08-Meter-Amerikaner glänzte mit 20 Punkten, „die neue Ausrichtung unseres Spiels kommt mir sehr zugute".
Unter Pesics Führung sind die Bayern in dieser Saison erstmals unter die ersten vier Teams in der Bundesliga-Tabelle vorgestoßen. „Wir sind jetzt oben dabei, das heißt also, dass wir zu den Top-Teams gehören“, sagt Brandon Thomas.
Doch sein Coach gibt sich alle Mühe, die Euphorie zu zügeln: „Ich glaube nicht, dass wir jetzt schon ein Spitzenteam sind, dazu gehört auch Kontinuität. Das wird noch einige Zeit brauchen, wir werden uns weiterentwickeln müssen.“ Dass nun endlich auch eine echte Top-Mannschaft besiegt werden konnte, verschafft dem Serben Genugtuung. „Von solchen Spielen kann man viel mehr lernen als gegen Bremerhaven oder Tübingen“, sagt er. „Wir haben gewonnen, weil wir immer daran geglaubt und bis zur letzten Sekunde gekämpft haben. Du gewinnst nicht nur wegen deiner spielerischen oder taktischen Leistung, sondern auch, wenn der Glaube da ist."
Pesic hat den Bayern-Basketballern in kürzester Zeit ein Sieger-Gen eingepflanzt. „Er vermittelt uns eine Menge Selbstbewusstsein, der Sieg jetzt uns eine Menge Mut abverlangt“, so Homan. Thomas: „Trotz der harten Trainingsarbeit herrscht immer eine positive Stimmung. Wir haben viele unnötige Fehler gemacht, aber wir stecken nicht mehr auf." Pesic versteht sein Handwerk: „Ich denke durchaus, dass wir noch besser spielen können, da ist noch Luft nach oben“, sagt der Coach und lächelt, während er genüsslich die Hände vor seiner Hüfte faltet.
 

 

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