FC Bayern gegen Real David Alaba: Bayerns Kleiner ganz groß

Mesut Oezil und David Alaba Foto: dpa

Der Jungstar verursacht zuerst einen Elfer, dann bleibt er cool – und verwandelt souverän. Österreichs Fußballer des Jahres startet zu einem beeindruckenden Sololauf

 

Madrid - Dass er so wichtig werden würde, es war nicht zu erahnen. Doch David Alaba, den Trainer Jupp Heynckes oftmals fast liebevoll „den Kleinen“ nennt, war der Pechvogel der ersten 15 Minuten. Jener Viertelstunde, die der FC Bayern, wie Ex-Coach Ottmar Hitzfeld sagte, im Bernabeu „komplett verpennt haben“.

Der Österreicher mit nigerianisch-philippinischen Wurzeln war es nämlich, der Reals Superstar Cristiano Ronaldo die Chance zur frühen Führung eröffnete – indem er einen streitbaren Elfmeter verursachte. Tatsächlich wollte der Österreicher im Strafraum einen Schuss von Angel di Maria abgrätschen, als ihm der Ball an den rechten Unterarm prallte. Doppeltes Pech für Alaba: Schiedsrichter Viktor Kassai unterstellte ihm Absicht, entschied auf Strafstoß – und zeigte Bayerns linkem Verteidiger die Gelbe Karte. Die Folgen: Ronaldo traf zum 1:0 für Real (6.), Alaba ist nach der zweiten Verwarnung fürs Finale gesperrt.

Wer damit gerechnet hatte, dass der junge Alaba – erst seit ein paar Monaten Stammspieler, weil Heynckes Kapitän Philipp Lahm nach Rafinhas Erkrankung wieder auf die rechte Seite gezogen hatte – im Hexenkessel Bernabeu vor 80.000 Zuschauern nun nervös werden würde, sah sich komplett getäuscht.

Den trotz dieses Schocks – eines folgenschweren „Patzers“, für den er de fatco nichts konnte – startete Österreichs Fußballer des Jahres zu einem beeindruckenden Sololauf. Der 19-Jährige setzte an der Mittellinie zum Spurt an, ließ vier überraschte Madrilenen stehen und zirkelte von links eine millimetergenau Flanke auf den Schlappen des einschussbereiten Arjen Robben. Der Holländer jedoch brachte das Kunststück fertig, aus vier Metern Entfernung drei Meter übers Tor zu schießen. Er selbst hätte ihm wohl am liebsten zugerufen: „Bist du deppert!“

Danach machte Alaba seine Sache ohnehin wieder sehr, sehr souverän. Klar, er hielt Superstar Franck Ribéry den Rücken frei, sicherte den Franzosen bei dessen energischen Vorstößen konsequent ab. Doch das war ihm nicht genug! Er selbst trieb immer wieder Angriffe über die linke Seite nach vorne. Von wegen „der Kleine“ – gestern Abend lieferte David Alaba ein ganz großes Spiel ab. Auch beim Elfmeterschießen blieb er ganz, ganz cool. Er verwandelte den ersten. Schade nur, dass er am 19. Mai fehlen wird.

 

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