FC Bayern gegen Olympiakos Piräus "Erstes Spiel ist gefährlich" - Bayern erwartet Hexenkessel

33 269 Zuschauer passen in das Karaiskakis-Stadion von Olympiakos Piräus, deren Fans sind gefürchtet – nicht nur für ihre irrsinnigen Pyro-Orgien im der Arena. Foto: imago

Heiß wird’s für Bayern in der Champions League gegen Piräus, die extrem heimstark sind und deren Ultras gefürchtet sind. „Kein Selbstläufer!“

 

Piräus - Hellas! Die Reise dieser Champions-League-Saison soll die Bayern von Athen aus bis Mailand führen, zum Finalort 2016. Fast 32 Jahre ist es her, dass der FC Bayern auf griechischem Boden gespielt hat. 1983 holte man im Uefa-Pokal ein 0:0 bei PAOK Saloniki. Zu Besuch in der Hauptstadt Athen waren die Münchner zuletzt im September 1980. Der heutige Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge traf beim 4:2 gegen Olympiakos Piräus, den ersten Gruppengegner am Mittwoch (20.45 Uhr, ZDF und Sky live).

Heiß soll es werden – so oder so. Nicht nur wegen der mehr als 30 Grad vor Ort. Kapitän Philipp Lahm, leicht verschnupft, ist informiert. Und sprach im Raum „Aphrodite“ des Mannschaftshotels „InterContinental Athenaeum“ in der Avenue Syngrou von „großer Vorfreude“. Lahm: „Jetzt fällt der Startschuss, es geht richtig los. Wir wollen gleich die ersten drei Punkte einfahren. Wir sind bei 100 Prozent, die Frage ist nur, ob wir sie abrufen können. Am Samstag war das nicht der Fall.“ Man duselte sich zu einem 2:1 gegen den FC Augsburg. Lahm: „Wenn wir unsere Leistung über 90 Minuten bringen, wird es nur einen Sieger geben: uns!“

Droht den Bayern ein Ausrutscher zu Beginn? Bei einem Start in die Gruppe erwischte es sie zuletzt 2002 beim 2:3 gegen Deportivo La Coruña. Danach folgten elf Auftaktsiege hintereinander, neun davon sogar zu Null. Was die Bayern bei Olympiakos erwartet:

Die rot-weiße Hölle: Das Karaiskakis-Stadion ist mit 33 269 Zuschauern ausverkauft, die günstigsten Tickets kosteten 30 Euro (bis zu 200 Euro). Die Fans des Rekordmeisters haben einen schlechten Ruf, vor allem die Ultra-Gruppierung „Gate 7“, in der griechischen Liga sind Ausschreitungen – vor allem in den brisanten Derbys gegen Panathinaikos – an der Tagesordnung. Die 1700 Bayern-Fans werden auf Anraten der örtlichen Behörden „aus Sicherheitsgründen“ per kostenlosem Bustransfer und unter Polizeischutz von einer Sammelstelle in der Innenstadt nach Piräus gebracht.

„Es wurde teilweise schon komplett das Fußballspielen eingestellt aufgrund zu heftiger Ausschreitungen“, sagt der frühere Löwen-Profi José Holebas. Der 31-Jährige spielte von 2010 bis 2014 in Piräus. Die Atmosphäre wird speziell sein, „ein Hexenkessel“.

Die Heimstärke von Olympiakos: Die Griechen haben ihre letzten sechs Heimspiele in der Champions League gewonnen, unter anderem gegen Atlético Madrid, Juventus Turin und Manchester United. Einst hat es Leverkusen mit 2:6 erwischt. „Sie sind sehr, sehr heimstark, vor allem mit den Fans im Rücken. Olympiakos wird alles versuchen, alles reinwerfen“, sagte Lahm, „daher ist es gefährlich für uns. Es ist kein Selbstläufer.“ Rummenigge: „Es gab ein paar große Mannschaften, die in der Vergangenheit in Piräus ihr blaues Wunder erlebt. Wir wollen das verhindern und idealerweise mit einem Sieg starten.“

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Die schlechten Vorzeichen: Griechenland ist ein Land der Mythen. Also könnte auch eine Rolle spielen, dass vier aktuelle Bayern-Profis mit früheren Klubs gegen Olympiakos noch nie gewinnen konnten: Xabi Alonso, Mario Götze, Robert Lewandowski und Arturo Vidal. Im aktuellen Kader der Griechen ist ein Bayern-Schreck der Prominenteste: der Argentinier Esteban Cambiasso. 2010 mit Inter Mailand im Finale von Madrid 2:0-Sieger. Aber der gute Cambiasso ist mit 35 Jahren schon über seinem Zenit. Wie auch die gesamte Mannschaft im Normalfall kein Problem für die Bayern sein sollte. Trotz der Hitze der Hellas-Hölle.

 

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