FC Bayern gegen Freiburg Schweinsteiger verletzt: Sorge ums Bayern-Herz

Schrecksekunde: Erst sackte Bastian Schweinsteiger in Freiburg verletzt zusammen, dann musste er humpelnd raus. Foto: dpa/Getty

Auch das noch: Bastian Schweinsteiger musste gegen Freiburg verletzt raus. Mario Götze spielte ähnlich mäßig wie gegen Nürnberg – vor allem das Mittelfeld ist aktuell die Problemzone des Teams

 

Freiburg - Mit dick bandagiertem Knöchel humpelte Bastian Schweinsteiger (29) am Dienstagabend aus der Kabine des Mage-Solar-Stadions in den Mannschaftsbus des FC Bayern. Der Vize-Kapitän wollte nach dem 1:1 beim SC Freiburg nichts zu seiner Verletzung sagen, wegen der er nach 79 Minuten unter Schmerzen ausgewechselt werden musste.

„Er hat eine Stauchung im Sprunggelenk“, erklärte Trainer Pep Guardiola. „Am Mittwoch ist eine Untersuchung. Ich hoffe, dass er nächsten Freitag spielt. Aber wir wissen es nicht.“ Kapitän Philipp Lahm ergänzte: „Es sieht nicht gut aus.“ Sehr fraglich, ob Schweinsteiger im Supercup-Finale gegen den FC Chelsea am Freitag in Prag (20.45 Uhr, ZDF live) mitmachen kann. Selbst, wenn die Sprunggelenksverletzung sich nicht als so tragisch herausstellen sollte wie bei Thiago (Syndesmosebandriss, rund zwei Monate Pause), wäre ein Einsatz gegen Chelsea ein Risiko. Mehr für Bundestrainer Jogi Löw als für die Bayern. Am 6. September geht es für die Nationalelf in der WM-Qualifikation gegen Österreich.

Dennoch dürfte auch Pep Guardiola die Untersuchung in der Praxis von Vereinsarzt Müller-Wohlfahrt mit der größten Sorge entgegen sehen. Noch am Wochenende hatte Sportvorstand Matthias Sammer den Vizekapitän gelobt: „Im Aufbauspiel sehr flexibel und gegen den Ball die Lebensversicherung – einerseits selber und darüber hinaus in der Organisation. Also: Schweinsteiger ist das Herz unseres Spiels.“

Sollte Schweinsteiger nun auch ausfallen, hat der Bayern-Trainer ein Problem: Ihm bricht das Mittelfeld, das Zentrum des Spiels, das Herz, nach und nach weg.

Erst verletzte sich Thiago (22) im Heimspiel gegen Nürnberg. Ihn hatte Guardiola unbedingt vom FC Barcelona verpflichten wollen. „Es ist sehr schlimm für mich“, klagte der Bayern-Trainer, „wir werden ihn vermissen. Er hat Fähigkeiten die uns fehlen. Wir müssen andere Lösungen finden.“

Nun aber gehen Guardiola die Mittelfeldspieler aus. Denn neben Thiago fällt auch Javi Martínez auf unbestimmte Zeit wegen Adduktorenbeschwerden aus. Zuletzt konnte der Spanier nur dosiert trainieren, war nicht im Kader. Eventuell droht sogar eine Operation an der Leiste.

Erste Alternative auf der Sechser-Position: Toni Kroos. In der Vorbereitung empfahl sich auch Jan Kirchhoff, gelernter Innenverteidiger. Doch der Ex-Mainzer plagte sich zuletzt mit muskulären Problemen herum. Pierre-Emile Höjbjerg (17), das größte Talent aus der zweiten Mannschaft und von Guardiola auch schon im defensiven Mittelfeld getestet, kann nach seiner Operation am Sprunggelenk kommende Woche ins Lauftraining einsteigen – ein Lichtblick. Immerhin erwähnte ihn Guardiola schon als möglichen Ersatz.

Rächt es sich nun womöglich, dass mit Luiz Gustavo (zum VfL Wolfsburg), Anatoliy Tymoshchuk (St. Petersburg) und Emre Can (Bayer Leverkusen) gleich drei defensive Mittelfeldspieler abgegeben wurden? Andererseits drohte bei einem zu großen Kader zu viel Frust über Verbannung auf Bank oder Tribüne.

Die Verletzungsseuche im Mittelfeld ist eine erste echte Bewährungsprobe für Guardiola. Nun ist seine Improvisationskunst gefragt.

 

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