FC Bayern gegen Borussia Dortmund Ciao, BVB! Bei Bayern-Sieg sieben Punkte Vorsprung!

Es ist der Kracher des 13. Spieltags, das Beste, was die Bundesliga zu bieten hat: Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München! Gewinnt der Meister, beträgt der Vorsprung sieben Punkte – da werden Fernglas-Erinnerungen wach.

 

München - Schuhe? Eingepackt. Schienbeinschoner? Dabei. Trikot? Sowieso.

Fernglas? Ähm...

Gehört nicht unbedingt in eine Sporttasche, könnte am Samstag aber praktikabel sein. Gut möglich, dass die Spieler von Borussia Dortmund nach dem Spitzenspiel am Samstag gegen den FC Bayern (18.30 Uhr live bei Sky) einen Feldstecher brauchen. Um die Bayern noch zu sehen, an der Spitze der Tabelle.

Das Fernglas, es ist seit Jahren das Symbol der Bayern-Dominanz. Frei nach dem Hoeneß-Zitat von 2007: "Wir müssen dafür sorgen, dass wieder ein Wehklagen einsetzt, wenn die anderen uns in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen."

Schon vergangene Saison holte die AZ vor dem Duell zwischen das Fernglas raus. Rückblick: Man traf sich am 1. Dezember, 15. Runde, 1:1 am Ende, überschattet von Badstubers Kreuzbandriss zwar, aber Bayern hielt den BVB auf Distanz, elf Punkte, enteilt auf dem Weg zur Meisterschalen-Rückholaktion.

Diesmal ist die Ausgangslage ähnlich: Siegt Bayern, beträgt der Vorsprung auf den BVB schon sieben Punkte, man könnte sich schon zwei Niederlagen leisten, also mehr als in der vergangenen Saison! "Wenn die Bayern gewinnen, ist das die halbe Miete", sagt Franz Beckenbauer: "Sieben Punkte – das lassen sich die Bayern kaum noch nehmen. Da könnten sie sogar einen Einbruch verkraften. Aber den wird es nicht geben."

Auf Dortmunder Seite ist die Ehrfurcht vor den Über-Bayern groß. "Man konnte noch nie von einem Duell auf Augenhöhe sprechen", sagt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, eigentlich Mr. Selbstbewusstsein, in den "Ruhr Nachrichten". "Zahlen lügen nicht. Die Bayern geben 203 Millionen Euro fürs Gesamtpersonal aus, wir 99. Wenn Bayern vor Dortmund steht, ist das der Normalfall. Wenn's mal umgekehrt ist, haben wir so gut wie alles richtig gemacht – und Bayern punktuell mal nicht."

Klingt devot, ist so gewollt. Weil es Bayern vor dem Versehrten-Gipfel in Sicherheit wiegen soll. "Das ist uns überhaupt nicht recht und ich hoffe nicht, dass wir uns davon leiten lassen", mahnt Sportvorstand Matthias Sammer.

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Denn eigentlich läuft alles auf einen Bayern-Sieg hinaus. Der vielzitierte Dortmund-Fluch: längst besiegt, zerstört in einer rauschenden Wembley-Nacht Ende Mai. Aber die Bastion Signal Iduna Park steht noch: Seit 2009 haben die Bayern dort nicht mehr gewonnen. Wie lange das her ist? Franck Ribéry sprang damals beim 5:1 seinem heutigen Feindbild Louis van Gaal in die Arme. Außerdem: Seit sechs Liga-Spielen gab's keinen Bayern-Sieg gegen den BVB (vier Pleiten, zuletzt zweimal 1:1). Die Gier ist da.

"Es ist eine entscheidende Begegnung, kein 08/15-Spiel", sagt Thomas Müller. Auch Pep Guardiola glüht vor Vorfreude. "Wir haben uns im Vergleich zum Supercup (2:4, d. Red.) verbessert, die Spieler haben mich schon besser kennengelernt. Ich bin sehr glücklich, dass dieses große Spiel auf uns zu kommt."

Dass beiden Mannschaften je fünf Spieler verletzt fehlen, Ribéry gar einen Monat mit einer angeknacksten Rippe ausfällt? Egal. "Ich bin traurig für die Spieler, aber ich hasse Entschuldigungen", sagt Pep.

Brust raus, Po-Backen zusammen, siegen – und winken. Pep: "Wenn wir nicht mit Mut spielen, ist es in Dortmund unmöglich zu gewinnen. Kein Mut - drei Punkte für den BVB." Mit Mut – Fernglas für den BVB. 

Vor fast einem Jahr:

Der 1. Dezember 2012, Bayern empfängt den BVB. Vor der Partie holt die AZ schon mal das Fernglas raus. Die Partie endet 1:1, Bayern hält den Elf-Punkte-Vorsprung, baut ihn in den kommenden Wochen bis zum Saisonende auf 25 Zähler aus. Aktuell beträgt der Vorsprung der Bayern auf den BVB vier Punkte. Mit einem Sieg wären es schon wieder sieben – Fernglas-Niveau.

 

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