FC Bayern Gegen Arsenal: Unausscheidbar!

Bayerns Mario Mandzukic. Foto: firo/augenklick

Nach dem 3:1 im Hinspiel reicht den Bayern jetzt schon eine 0:2-Pleite zum Weiterkommen. Ein Blick in die Historie des Klubs und der Champions League zeigt: Das kann doch gar nicht schiefgehen.

 

MÜNCHEN Nur nicht nachmachen – auch wenn die Kopie folgenlos wäre. Der FC Bayern könnte im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr, ZDF und Sky live) gegen den FC Arsenal sogar 0:2 verlieren und stünde aufgrund der Auswärtstor-Regelung im Viertelfinale. Dank des 3:1-Erfolgs im Hinspiel vor drei Wochen. Nur neun Pleiten gab es für die Bayern in 82 Heimspielen der Königsklasse, ein 0:2 setzte es gegen den AC Mailand (2007) und Bordeaux (2009).


Was tun also gegen möglicherweise aufkommende Lässigkeit? Gar Überheblichkeit? Kapitän Philipp Lahm wendet den Ergebnis-Trick an: „Wir müssen so spielen, als wenn’s noch 0:0 steht.” Trainer Jupp Heynckes (67) zieht die Ereigniskarte Erfahrung. „Der Fußball ist immer für Überraschungen gut”, sagte er am Dienstag, „man muss erstmal die Arbeit machen, bevor man den Erfolg ernten kann. Ich halte nichts davon, das Fell des Bären vorher schon zu verteilen. Dieses Sprichwort trifft voll auf uns zu.”


Das Arsenal-Fell ist jedoch längst geschoren, dafür ist die Taktik des Jägers FC Bayern viel zu gut. „Wenn wir uns auf uns selbst konzentrieren, ist es eh schwer, uns zu schlagen”, meinte Lahm, und Thomas Müller, der den verletzten Franck Ribéry (Außenbanddehnung im Sprunggelenk) auf der linken Seite vertritt, versprach: „Wir werden keinen Millimeter nachlassen, nichts anbrennen lassen.”
Dafür stehen jedoch Typen der aktuellen Mannschaft wie Mario Mandzukic, Javi Martínez und Dante. Die drei Neuzugänge stehen in dieser Saison sinnbildlich für den Hunger auf Titel und treiben das Team an. Der Rest des Kaders zieht seine Energie aus dem verlorenen „Finale dahoam” 2012 gegen Chelsea.


Mehr Wut geht nicht. Und Heynckes sorgt dafür, dass angesichts der Siegesserie (2013 gewann man alle zehn Pflichtspiele) kein Übermut aufkommt: „Meine Mannschaft hat von Anfang an sehr viel Demut und Bescheidenheit gezeigt. Diesen Weg müssen wir weiter gehen.”


Am besten bis nach London – bis zum Finale im Wembleystadion am 25. Mai. Was die Statistik betrifft, ist Bayern am Mittwoch unausscheidbar. Im Europacup sind sie in 20 von 21 Fällen, das sind satte 95 Prozent, nach einem Sieg auswärts weitergekommen. Der 3:1-Vorsprung dürfte für eine 100-Prozent-Sicherheit sorgen. Lediglich ein Mal ging’s schief: Auf das 1:0 bei Inter Mailand im Achtelfinal-Hinspiel im Frühjahr 2011 folgte ein 2:3 – eine echte Peinlichkeit dahoam.


Wenigstens etwas: Bayern steht nicht alleine da, diesen (Anti-)Rekord der Champions League hat man nicht exklusiv. Panathinaikos Athen gewann ebenfalls auswärts mit 1:0, vergeigte aber dann das Halbfinal-Rückspiel 1996 gegen Ajax Amsterdam mit 0:3.


Ein weiteres No-Go(ing out)-Argument pro Bayern: In München setzte es gegen ein englisches Team noch nie eine Niederlage, bei sechs Siegen und drei Remis. Das Chelsea-Finale in München wird nicht gewertet – es gilt als neutraler Austragungsort.


By the way: Das 3:1 in England war der dritte Sieg der Bayern auf der Insel überhaupt – und damit das perfekte Omen. Als man 1996 in Nottingham 5:1 gewann, holte man am Saisonende den Uefa-Cup. Das 1:0 bei Manchester United (2001) war eine Station zum Gewinn des Champions-League-Potts.


Also: Just do it again!

 

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