FC Bayern Frauen-Bundesliga: FC Bavaria Munich

Bayerns US-Girls Niki Cross, Sarah Hagen und Gina Lewandowski (v.l.). Foto: Thieringer Foto: AZ Sportredaktion

Drei Soccer-Girls aus den USA sorgen für Aufschwung bei den Bayern-Frauen. Wie sie kicken, wie sie leben

 

MÜNCHEN Seit fast drei Monaten sehnt ein Münchner US-Trio das kommende Wochenende herbei, doch den jungen Frauen geht es nicht um den Start des Oktoberfests. Das Ziel von Niki Cross (27) aus Massachusetts, Sarah Hagen (22) aus Milwaukee und Gina Lewandowski (27) aus Pennsylvania ist ihr „Matchday” am Sonntag. Um 14 Uhr starten die drei US-Girls mit den Frauen des FC Bayern in Aschheim gegen Jena in die neue Bundesliga-Saison. „An unser erstes Oktoberfest verschwenden wir gerade keinen Gedanken”, sagt Cross, „wir sind froh, dass es nach elf Wochen Vorbereitung endlich losgeht.” Von Coach Thomas Wörle gibt es für diese Worte ein anerkennendes Nicken: „Sehr professionell, unsere Mädels, nicht wahr?”

Mit der Winter-Verpflichtung der US-Verteidigerin und ihrer stürmende Landsfrau Hagen hielt in der vergangenen Rückrunde der Erfolg Einzug bei den Bayern-Frauen. Im Mai holte sich der „FC Bavaria Munich” in Köln den DFB-Pokal – der erste Titel in der Vereinsgeschichte der Bayern-Frauen. „Niki und Sarah haben sich sehr gut eingebracht”, lobt Trainer Wörle. Mit der aus Frankfurt dazugeholten Verteidigerin Lewandowski soll es nun auch in der Liga besser klappen. „Gina wird helfen, unsere Abwehr zu stabilisieren”, meint Wörle, „sie ist zweikampfstark und macht kaum Fehler. Und sie spricht super Deutsch.”

Genau daran hapert es bei Cross und Hagen noch. „Natürlich würden wir uns als Verein wünschen, dass die beiden ihre Sprachkenntnisse noch verbessern, aber darum müssen sie sich selber kümmern”, fordert Wörle. Im Training ruft der 30-Jährige immer wieder Kommandos auch auf Englisch, „das sollte eigentlich die Ausnahme sein”. Beim Thema Deutschkurs senkt Cross vielsagend den Blick und murmelt (auf Englisch): „Na ja, wir verstehen schon ziemlich gut, aber das Sprechen fällt uns noch schwer.”

Dabei sind Cross und Hagen, die in München in einer gemeinsamen WG wohnen, waschechte Gossip Girls (Tratschtanten). Denn es vergeht kaum ein Tag, an dem die Welt nicht mehrfach via Twitter über Erlebnisse informiert wird. Lieblingsthema: Fußball, Freunde – und Kaffee. „Stimmt, wir kennen wohl mittlerweile jedes Café in München”, sagt Cross und lacht. Die Starbucks-Filialen sind ihre Favoriten, klar, denn diese lindern ein wenig das Heimweh der US-Girls.

Für Lewandowski ist Deutschland längst „meine zweite Heimat” geworden, sie wechselte bereits vor fünf Jahren nach Frankfurt. „Mir gefällt Deutschland sehr gut”, sagt die 27-Jährige, „in München scheint es leichter, die freie Zeit zu verbringen, hier ist eine Menge geboten.” Beim FC Bayern gehe es ruhiger zu als beim FFC, „ich fühle mich sehr wohl”.

Doch trotz des Erfolgs mit seinen US-Girls plant der FC Bayern, zunächst keine weiteren Spielerinnen aus Amerika zu verpflichten. „Wir wollen lieber auf junge Spielerinnen aus der Region setzen”, sagt Wörle, „es wird nicht passieren, dass wir irgendwann mit fünf oder sechs US-Mädels auflaufen werden.”

 

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