FC Bayern Finale unter Freunden

Das Inter-Gefängnis: Mailands Torwart Julio Cesar und Ex-Bayer Lucio nehmen Barca-Stürmer Zlatan Ibrahimovic in die Zange. Foto: dpa

BARCELONA - Bayerns Gegner am 22. Mai heißt Inter Mailand. Ein Traum für Trainer van Gaal, und auch Jose Mourinho freut sich auf das Wiedersehen: „Er war ein großartiger Boss. Wir werden uns umarmen“

 

Der Vorstandsboss durfte sich freuen. Hatte Karl-Heinz Rummenigge doch Recht behalten, bei seiner Wette gegen Uli Hoeneß. Rummenigge hatte auf Inter Mailand als Bayerns Finalgegner gewettet, seinen alten Verein, bei dem er von 1984 bis 1987 gespielt hatte. Präsident Hoeneß dagegen hatte es dem FC Barcelona noch zugetraut, das 1:3 in San Siro aus dem Hinspiel noch umzudrehen und ins Endspiel am 22. Mai einzuziehen.

Schafften die Katalanen aber doch nicht. Gegen Inter Mailand flog der Titelverteidiger aus der Champions League, das 1:0 durch das späte Tor von Pique reichte nicht.

Und damit wurde auch der Wunsch von Louis van Gaal Wirklichkeit. Wegen des Wiedersehens mit Jose Mourinho, seinem Assistenten damals in Barcelona. Und weil er die Siegchancen gegen die Italiener höher einschätze als gegen die Star-Truppe um Lionel Messi. Sorge hätte ihm aber auch der FC Barcelona nicht bereitet. „In unserer Form können wir jeden schlagen“, sagte der Bayern-Coach nach der Rückkehr nach München.

Das Aufeinandertreffen von van Gaal und Mourinho ist am 22. Mai eines der reizvollen Duelle. Der Coach von Inter Mailand steht in SMS-Kontakt mit dem Holländer. Man schätzt sich sehr, was auch Mourinho am Mittwoch nach dem Spiel in Barcelona bestätigte: „Louis war ein großartiger Boss. Uns verbindet sehr viel, wir werden uns vor dem Spiel in Madrid umarmen, und nach dem Spiel umarmen wir uns auch.“

Auf van Gaal freut sich auch Wesley Sneijder, Inters holländischer Mittelfeldstar. Sneijder hatte Mittwoch früh noch einen Anruf von Arjen Robben bekommen, seinem Kollegen in der Nationalmannschaft, mit dem er bis 2009 auch bei Real Madrid gespielt hatte. „Arjen hat mir am Telefon viel Glück gewünscht“, so Sneijder nach dem Spiel, „ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit ihm, mit van Gaal, mit van Bommel.“

Und selbst Inters Verteidiger Lucio freut sich auf ein Wiedersehen mit den Bayern. Der 31-jährige Abwehrchef, der im August des letzten Jahres für den Schnäppchenpreis von nur acht Millionen Euro an Inter abgegeben wurde. Es war Trainer van Gaal, der auf Lucio freiwillig verzichtete und den Kapitän der brasilianischen Nationalelf fortschickte. Für Lucio, der damals beleidigt die Säbener Straße verließ, gibt es nun die Gelegenheit zur Revanche, aber auch er schwärmte schon vom Wiedersehen: „Ich habe noch viel Kontakt zu den alten Spielern, zu Schweini etwa“, sagte er nach Abpfiff, „ich habe viel Respekt vor Bayern, das wird ein großartiges Spiel.“ Und es könnte zum absoluten Triple-Showdown werden: Beide könnten zuvor die Meisterschaft klarmachen und den nationalen Pokal gewinnen.

Für das Finale am 22. Mai im Estadio Santiago Bernabeu hat der FC Bayern gemäß der Auslosung übrigens Heimspiel. Das bedeutet: Damit können die Münchner die Trikotfarbe bestimmen und sich voraussichtlich in der Kabine von Real Madrid umziehen. Und noch besser: Die Bayern-Fans werden ihr Team zudem von der Fondo Sur anfeuern. Aus der Südkurve. Wie daheim in Fröttmaning. ps, fk

 

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