FC Bayern FC Robben steht im Pokalfinale!

Arjen Robben - wieder einmal Matchwinner für die Bayern Foto: dpa

GELSENKIRCHEN - Mit einem Geniestreich, einem Weltklasse-Tor in der Verlängerung, bringt der Niederländer den FC Bayern ins Pokalfinale. Danach grüßt Superstar Arjen Robben seine Frau – „und meine neue Tochter“

 

In der Verlängerung! Nach einer Nervenschlacht! Und nach einem grandiosen, unglaublichen Treffer von Superstar Arjen Roben – in Minute 112: Der FC Bayern steht nach dem hochverdienten 1:0 bei Schalke 04 im Pokalfinale am 15. Mai in Berlin gegen Werder Bremen.

Das ganze Ballyhoo vor der Partie hatte schon an große, verbale Schlachten im Vorfeld von Boxkämpfen erinnert. Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger jedenfalls hatte Schalkes destruktive Spielweise gegeißelt und die zahllosen taktischen Fouls angeprangert („Das bringt den Fußball nicht weiter“). Magaths Konter bewies Schlagfertigkeit, er zählte Nerlinger dessen Fouls aus Bayern-Zeiten auf („Er ist da Experte“) und meinte noch direkt vor dem Anpfiff: „Wir spielen unseren Stil nach unseren Möglichkeiten. Es gewinnt nicht unbedingt der, der technisch oder taktisch besser ist, sondern der, der mehr Willen mitbringt zu gewinnen.“ Worauf Nerlinger meinte: „Es ist für uns eminent wichtig, das Finale in Berlin zu erreichen.“

Was sichtbar war. Tatsächlich zeigten die Bayern wesentlich mehr Willen. Das Team von Louis van Gaal war gewillt, die Frankfurter Auswärtspleite vergessen zu machen. Statt Unglücksrabe David Alaba bot der Coach gestern Diego Contento als Linksverteidiger auf. „Alaba will ich schützen“, begründete van Gaal die Maßnahme, „schließlich hat nicht er das Spiel verloren, sondern die ganze Mannschaft.“

Und die ganze rot gekleidete Mannschaft drehte von Beginn an richtig auf. Die Angriffe rollten eigentlich nur in Richtung Manuel Neuer.

Schalke brachte in Halbzeit eins nur ein Schüsschen aufs Tor, Ex-Bayer Alexander Baumjohann war’s (6.). Die Bayern waren dominant, ließen sich von den tatsächlich gehäuft auftretenden taktischen Fouls der Königsblauen nicht aus dem Konzept bringen. Nur die Tore fielen zunächst nicht: Ivica Olic, allein vor dem Kasten, vergab (7.). Robben ebenfalls: Neuer hielt (10.). Und ein Kopfball des schwachen Miro Klose strich übers Gehäuse (20.).

Nach dem Wechsel dann Schalke kurz in der Offensive. Ein Schuss von Ivan Rakitic ging vorbei (48.), nur eine Minute später versemmelte Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi eine Hundertprozentige. Doch es dauerte nicht lange, und die Mannschaft von Felix Magath ließ sich wieder zurückfallen, setzte weiter auf Spielzerstörung und Konter.

Spätestens mit der Hereinnahme von Franck Ribéry, der ab Minute 62 Olic ersetzte, waren die Bayern absolut obenauf. Gemeinsam mit dem sensationell starken Robben nahm der Franzose die Schalker in die Flügelzange. Die allerbeste Chance hatte dann aber Bastian Schweinsteiger, doch der grandiose Neuer klärte dessen Schuss (88.).

0:0 nach Ende der regulären Spielzeit – Verlängerung!

Kein van Gaal’sches Gladiatorenspiel – und dank Robbens Traumtor auch kein Elfmeterschießen. Ein Weltklasse-Treffer, wie ihn sonst nur Barcas Lionel Messi erzielt. Ein Lauf über gut 50 Meter die Linie entlang, dann nach innen gezogen, die halbe Abwehr ausgetanzt – und die Kugel elegant an Neuer ins lange Eck gezirkelt (112.).

Der Siegtreffer! Wieder Robben! Wie schon in Florenz, als er die Bayern ins Viertelfinale der Champions League schoss. Hinterher rannte er zu den TV-Kameras und warf Kusshändchen. Später klärte er auf: „Das war für meine Frau und meine neue Tochter.“ Die kleine Lynn kam vergangene Woche zur Welt. Robben: „Ich bin so stolz. Das war super!“ So wie sein Tor.

jos/ps

 

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