FC Bayern Ex-Bayer Pizza vor Pokal-Duell mit Torgarantie

Ex-Bayer mit neuem Liga-Rekord: Der Peruaner Claudio Pizarro ging in die Bundesliga-Annalen ein. Foto: dpa

Claudio Pizarro ist nun Rekordhalter unter den ausländischen Bundesliga-Torjägern - und betont vor seiner Rückkehr für das DFB-Pokal-Achtelfinale am Dienstag nach München seinen soliden Lebenswandel: „Kein Bier mehr im Kühlschrank“

 

BREMEN Bis zum Wochenende war die SMS noch nicht angekommen. Aber Claudio Pizarro geht fest davon aus, dass ihm sein Freund Giovane Elber noch eine Kurznachricht sendet. Und gratuliert. Denn seit diesem Samstag hat sich der Peruaner Pizarro mit seinem 134. Ligatreffer zum 4:1 in Mönchengladbach in der Rangliste der treffsichersten Ausländer in der Bundesliga allein an die Spitze setzt. Und das ausgerechnet vor der Rückkehr am Dienstag nach München, wo es zum Gipfeltreffen im DFB-Pokal (20.30 Uhr, ARD) kommt.

„Meine ganzen Freunde und die Familie auf diesem Moment gewartet", berichtete der Bremer Stürmer, „es ist etwas ganz Besonderes.“ Den Sonntag habe er damit verbracht, sich alle Treffer nochmal auf DVD anzusehen, „meine Kindern jubeln dann bei jedem Tor noch mal.“

Im Grunde gibt es kaum einen Stürmer, der so viel kann: rechts wie links platziert schießen, vortrefflich köpfen, herausragend die Ballbehandlung und das Spielverständnis. Und ein Ende seiner Tore-Taten ist nicht in Sicht, „ich bin fit und möchte noch möglichst viele Tore erzielen“, erklärt der 32-Jährige. „Es werden noch viele Treffer dazukommen", sagt Trainer Thomas Schaaf, „ich hoffe, dass er noch lange bei uns spielt."

Zudem ist dieser Mann vielseitig einsetzbar - am Dienstag wird Pizarro wohl wieder den Part als hängende Spitze bekleiden. Wahlweise Hugo Almeida oder Marko Arnautovic spielen ganz vorne, Pizarro wirbelt mit vielen Freiheiten dahinter und beteiligt sich klaglos an der Defensivarbeit.

Auch in dieser Hinsicht ist er in Bremen zu einer besonderen Erscheinung geworden - kein Wunder, dass das Jersey mit der Nr. 24 mit am häufigsten in der Hansestadt verkauft wird. Und nicht umsonst tat Werder (finanziell) viel, um den vom zwielichtigen Agenten Carlos Delgado beratenen Ausnahmestürmer 2008 wieder in die Bundesliga zu lotsen, nachdem er beim FC Chelsea meist überzählig war. Erst lieh ihn Werder aus, im vergangenen Sommer waren dann fünf Millionen Euro Ablöse fällig. Dazu bezieht der Pferdenarr auch ein fürstliches Gehalt an der Weser von rund vier Millionen Euro jährlich. Nicht nur Klaus Allofs findet, dass Pizarro dieses Geld wert ist - dafür sprechen 56 Pflichtspieltreffer seit seiner Rückkehr 2008. Er trifft in Liga, Pokal, Champions oder Europa League fast nach Belieben und aus allen Lagen.

„Er ist ja fast mit der Torgarantie ausgestattet. Er hat außergewöhnliche Qualitäten." Übrigens auch als Lebemann und Partyliebhaber, obwohl sein Lebenswandel deutlich solider geworden sein soll, wie es in Bremen heißt. „Ich habe nicht einmal mehr ein Bier im Kühlschrank", berichtete der geläuterte Angreifer.

Frank Hellmann

 

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