FC Bayern Duell der Trainer in Berlin: Pöhler gegen Don Jupp

Das Duell der Trainer: Heynckes gegen Klopp - Das Pokalfinale in Berlin Foto: firo

Pöhler gegen Don Jupp, Rumpelstilzchen gegen Osram, Klopp gegen Heynckes: Das DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München am Samstag in Berlin ist auch ein Duell der Trainer.

 

Berlin - Jupp Heynckes blickt mit einer Portion Neid auf den Kollegen, wenn Jürgen Klopp mal wieder das „Rumpelstilzchen“ gibt. „Ich wäre gerne noch so sprintstark und sprunggewaltig wie Jürgen an der Außenlinie“, sagt der seit Mittwoch dieser Woche 67 Jahre alte Trainer von Bayern München augenzwinkernd über Dortmunds Meister-Coach. Klopp „fällt als erstes seine Gelassenheit ein“, wenn er über Heynckes nachdenkt.

Hier der emotionale, mitunter auch aufbrausende „Pöhler“ (Straßenfußballer) Klopp, der das Bild des fußballverrückten Ruhrpott-Kickers perfekt verkörpert, da der erhabene „Don Jupp“, das Idealbild des FC Bayern vom Gentleman auf der Trainerbank – das Duell der Coaches beim 69. DFB-Pokalfinale am Samstag (20.00 Uhr/ZDF und Sky) in Berlin ist ein Duell der Gegensätze. Und doch eines, das von höchstem Respekt der Protagonisten voreinander geprägt ist.

„Jupp Heynckes war und ist in beiden Bereichen außergewöhnlich. Erst war er ein großer Spieler, der viele Tore geschossen hat, dann ist er auch ein großer Trainer geworden“, sagt Klopp im Gespräch mit DFB.de, und fügt schmunzelnd an: „Als Spieler hat es für mich gerade mal zum Schulmeister und Hessenmeister mit Rot-Weiß Frankfurt gereicht.“ Als Fußballlehrer hat Klopp indes aufgeholt: Wie sein 23 Jahre älterer Kollege ist er zweimaliger deutscher Meister. Heynckes hat ihm an Titeln nur noch die Champions League (1998 mit Real Madrid) voraus. Pokalsieger als Trainer waren beide noch nicht.

Heynckes verweist darauf, dass ihn von Klopp auch eine gehörige Portion Erfahrung trennt. Auf Teneriffa, wo er 1995-97 tätig war, habe „der Kloppo höchstens Urlaub gemacht“. Trotzdem hat er Hochachtung vor dem Konkurrenten, der vor wenigen Jahren bei den Bayern schon im Wort stand, ehe die sich noch für Jürgen Klinsmann entschieden: 'Was Kloppo in Dortmund geschafft hat, ist großartig. Er hat mit Hingabe, Leidenschaft und Können eine junge Mannschaft geformt, die sehr guten Fußball spielt – und uns ziemlichen Ärger bereitet."

Die Sache mit dem „Pöhler“ (Klopp trägt diesen Schriftzug auf seiner Mütze) will Heynckes so aber auch nicht stehen lassen, schließlich sei er selbst ein Straßenfußballer gewesen. Hier und da bricht sich seine emotionale Seite noch immer Bahn. Dann springt er katapultartig von seinem Sitz, fuchtelt, schreit Anweisungen. Damit, dass er dann häufiger rot anläuft, hat er sich abgefunden, über den Spitznamen „Osram“ kann er mittlerweile lachen. Die Gelassenheit hat sich Heynckes erarbeitet. Neulich in der Champions League in Madrid, „war ich ruhig wie nie“, sagt er, „weil meine Spieler das brauchten“.

Dieser feinfühlige Umgang mit den Diven des FC Bayern auch in schwierigen Situationen, von denen es in dieser Saison einige gab, imponiert den Bossen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge machte Heynckes dieser Tage zum „Mann des Jahres“ des FC Bayern. Nach den Experimenten mit den Revolutionären Klinsmann und Louis van Gaal schätzen sie Heynckes als Trainer, der die Werte des Klubs kennt und achtet. Er soll gar in die Suche nach seinem Nachfolger eingebunden werden – irgendwann. Bis 2013 hat er Vertrag, „und ich werde meinen Vertrag hier erfüllen“, sagte er in der vergangenen Woche.

An Klopp kommen die Bayern so schnell ohnehin nicht mehr ran. „Wir ziehen das durch, da kann passieren was will“, sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Frühjahr über den bis 2016 gebundenen „Glücksfall Klopp“.

Ein bisschen Hoffnung haben sie aber doch an der Isar, dass Klopp dereinst an der Isar trainieren lässt. „Er hat in Dortmund seine Erfüllung gefunden, es passt da perfekt. Aber das muss ja nicht für die Ewigkeit bestimmt sein“, sagt Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Auf Klopps dann wohl eher roter Mütze könnte Beckenbauers Wunschvorstellung zufolge in Weiß einfach „spuits Fußboi“ stehen.

 

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