FC Bayern dominiert die Liga Direktor Pep Guardiola und sein Zirkus Pepvaria

Zirkusdirektor Pep Guardiola diktiert das Spiel des FC Bayen. Foto: AZ-Montage | dpa, Augenklick

Gegen den VfB Stuttgart machten die Akrobaten des FC Bayern bei der 4:0-Aufführung die Arena zur Manege und verbreiteten Magie.

 

München - Die Akrobaten in ihren roten Gewändern hatten Pause. Halbzeit in der Allianz Arena, zugleich eine kurze Atempause für die Statisten in den weißen Trikots. Das Gemurmel und Geraune der 75 000 Zirkusbesucher hielt an.

Man konnte sich nicht satt sehen an diesen Bayern und ihren Zaubertricks. Unentwegt hatten die Gastgeber die Schwaben durch die Manege getrieben, sie mit den vier Treffern teils lächerlich gemacht. Arjen Robben (10.), Douglas Costa (18.), Robert Lewandowski (37.) und Thomas Müller (40.) stellten auf 4:0 und so suchten die Reporter auf diversen Internet-Seiten, welche die bislang höchste Niederlage des VfB Stuttgart in der Bundesliga-Geschichte gewesen sei.

Überhaupt hatten die Chronisten Hochkonjunktur. Rekorde und Quervergleiche überall. Süßer die Statistiken nie klingen. Ein paar Beispiele:

1.) Douglas Costa machte zwar erst sein zweites Tor im elften Liga-Einsatz, kommt aber im 18. Pflichtspiel des FC Bayern in dieser Saison auf insgesamt 18 Torbeteiligungen (vier Tore, 14 Vorlagen).

2.) Thomas Müller war zum ersten Mal in dieser Saison in einem Spiel an drei Toren beteiligt, das 2:0 und 3:0 bereitete er vor, das 4:0 erzielte er selbst. In seinem 209. Bundesliga-Spiel feierte er seinen 150. Sieg – so schnell gelang das nie zuvor einem Spieler.

3.) Arjen Robben erzielte sein 113. Pflichtspieltor für den FC Bayern und überholte in der reinen Bundesliga-Wertung Mario Gomez (76 zu 75).

4.) Robert Lewandowski steuerte seinen 31. Liga-Treffer für Bayern bei und zog mit Jürgen Klinsmann gleich. 14 Tore nach zwölf Spieltagen hatte zuletzt Manfred Burgsmüller 1980/81 auf dem Konto.

Bayern mit neuem Bundesliga-Rekord

Die Schwaben wurden in diesem Südderby zu Opfern. Die Bayern-Gang schoss in der ersten Hälfte 23 Mal aufs Tor (also alle zwei Minuten!), ein Bundesliga-Rekord. 33 Schüsse aufs Ziel waren es am Ende – so viele wie seit Februar 2009 nicht mehr. Und doch kamen die Stuttgarter, die mutig mitzuspielen versuchten, mit einem blauen Auge davon. Weil sich der „Zirkus Pepvaria“ von Direktor Guardiola im zweiten Durchgang mehr auf sich selbst und kleine Egoismen sowie Eifersüchteleien der Star-Artisten konzentrierte.

Zweimal (52. und 71. Minute) verfehlte Robben das 5:0 knapp, übersah dabei aber jeweils einen besser postierten Mitspieler in der Mitte, einmal David Alaba, einmal Lewandowski, dessen Körpersprache den Frust darüber ausdrückte. Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger erkannte in „Bayern 1“ sogar einen „Rückfall in alte Zeiten“, an frühere Tage des Ego-Kickers Robben, der oft nur seinen persönlichen Erfolg suchte. „Ich bin schon ehrgeizig und will die Chancen nutzen“, verteidigte sich Robben, „es ist immer besser, wenn du zwei oder drei Tore machst und nicht nur eins.“ Später aber sprach er versöhnlichere Sätze: „Wir sind eine Mannschaft. Heute hätte ich vielleicht mal den Ball abspielen müssen, manchmal ist das umgekehrt so. So ist Fußball. Wir müssen kritisch bleiben miteinander, dieser Ehrgeiz ist gut.“ Alles halb so wild.

Lesen Sie hier: Egoismus-Vorwurf gegen Bayern-Star Arjen Robben

Guardiola und der FC Bayern - aber wie lange noch?

Guardiola wird’s regeln. Aber wie lange noch? Nach dem 4:0 verkündete Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge einen neuen Stand in Sachen Vertragsgespräche mit dem Trainer: „Ich habe Pep gesagt: Ich möchte erst nach der Hinrunde sprechen, weil wir uns jetzt voll auf die Hinrunde konzentrieren. Wenn das letzte Spiel gespielt ist (19.12. in Hannover; d. Red.), wird es ein Gespräch geben. Dann gibt’s eine Weihnachtsüberraschung. So oder so.“

Also nicht schon in der nun beginnenden Länderspielpause? Vielleicht ist auch diese Ankündigung nur Ablenkung. Auch ein bisschen Zirkus eben.

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