FC Bayern Die Allesfresser

Das erste Ding ist da: Kapitän Philipp Lahm, der Mark van Bommel am Samstag in Augsburg vertrat, präsentiert vor den jubelnden Kollegen den Supercup. Foto: dpa

Die Saison hat noch nicht begonnen – doch der FC Bayern sammelt schon wieder Titel. Das Team holt den Supercup, Louis van Gaal ist Trainer des Jahres und der verletzte Robben der beste Spieler.

 

MÜNCHEN Fehlt noch irgendwas? Nein. Mehr geht ja nicht. Seit Samstagabend, seit dem 2:0 gegen Schalke im wieder aufgelegten Supercup ist der FC Bayern, der Rekordmeister und Rekordpokalsieger und selbstredend Rekorddoublegewinner, nun auch noch Rekordsupercupsieger. Und als wäre das nicht genug, veröffentlichte der „kicker“ am Sonntag seine alljährliche Rangliste der Spieler und Trainer des Jahres: Hier sind Bayerns Holländer Deutschlands Beste. Arjen Robben wurde vor Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller zum Fußballer des Jahres 2009/2010 gewählt, Louis van Gaal zum Trainer der letzten Spielzeit.

Wundert’s jemanden? Die Bayern räumen alles ab. Im Mai das Double, nun den Supercup, dazu alle persönlichen Auszeichnungen. Sie sind die Allesfresser. Mit dem Pokalspiel kommenden Montag beginnt die Operation Triple 2011 – inklusive bereits einverleibtem Supercup wäre es sogar das Quadruple.

Die Bayern dürften elf Tage vor dem Bundesligastart mit ihren elf WM-Teilnehmern eigentlich noch gar nicht in Form sein – und sind es dennoch. Unheimlich. Unheimlich stark. Gründe gibt es genug:

DIE EIGENE POWER

Sie ist unverändert. Und sogar noch besser. Da verzichtet van Gaal auf Kapitän van Bommel, Stammkeeper Butt, die Länderspiel-Teilnehmer Gomez und Kroos, hat die Verletzten Robben und van Buyten nicht dabei, kann Ribéry noch nicht belasten – und dennoch gewinnt Bayern mit lässiger Dominanz 2:0 gegen Schalke, gegen den Vizemeister. „Ich glaube, dass die Mannschaft weiter ist als im Vorjahr“, sagte van Gaal in Augsburg, „die Spieler haben verinnerlicht, was wir wollen, jeder weiß, was er machen muss. Das ist besser als noch weitere Spieler zu kaufen und vielleicht Unruhe reinzubringen.“ Noch Fragen?

DIE SCHWÄCHE DER RIVALEN

Wer soll diese Bayern denn herausfordern? Schalke ohne weitere Neueinkäufe sicher nicht, das hat selbst Trainer Felix Magath eingesehen. Werder Bremen, die womöglich noch den Abgang von Mesut Özil verkraften müssen? Wohl kaum. Der VfB Stuttgart ohne Khedira? Auch nicht. Höchstens Bayer Leverkusen mit Coach Heynckes und Rückkehrer Ballack – das sollte zum Titel reichen, zum Vize-Titel.

DER BESTE SPIELER

Zwei oder gar drei Monate wird Arjen Robben nach seinem Muskelriss noch fehlen, aber die restliche Saison wird ihm genügen, um die Liga zu beeindrucken. Wie in seiner Debütsaison. Mit 23 Toren (bei 37 Einsätzen) war er Bayerns Toptorjäger. „Mit Arjen hat es den Richtigen getroffen“, kommentierte van Gaal an seinem 59. Geburtstag am Sonntag die Wahl. Robben freute sich: „Das ist eine große Ehre. Eine Belohnung für eine super Saison.“

DER BESTE TRAINER

Das Feierbiest nimmt alles mit. Jede Trophäe, jede Sause. Mit van Gaal wurde erstmals ein Ausländer zum Trainer des Jahres gekürt. „Ich bin froh, Titel ist Titel“, sagte er und meinte: „Wir müssen uns von Spiel zu Spiel noch verbessern.“ Und das wohl noch bis 2012. Am Sonntag, seinem 59. Geburtstag, kündigte er an, länger als bis 2011 zu bleiben: „Ich glaube, dass ich ein Jahr verlängere, wenn der Klub mich dann noch will.“

DER MÜLLER

Nur vier Tage Training – kein Problem. Er trifft zum 1:0 gegen Schalke und sagt: „Darauf können wir aufbauen.“ Gutes Fundament. Und Spaß macht er auch. Zu Sportstudio-Moderator Wolf-Dieter Poschmann, der Samstagnacht gegen 23.30 Uhr eine Schalte ankündigte und sich mit den Worten: „Grüße nach München“ verabschiedete, sagte Müller augenzwinkernd: „Nach Augsburg.“ Natürlich war das Gespräch am Abend aufgezeichnet worden. Er müllert einfach weiter.

Patrick Strasser

 

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