FC Bayern: Bomber, Kaiser, Kalle, Franck Was Ribéry unsterblich macht

Franck Ribéry ist der vierte Spieler des FC Bayern, der sich "Europas Fußballer des Jahres" nennen darf. Was er von Bomber Gerd Müller, Kaiser Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge hat.

 

München - Was gibt es auf dieser Erde Größeres als eine Huldigung vom Kaiser höchstpersönlich? "Herzlich Willkommen im Klub der Ausgezeichneten, Franck!", sagte Franz Beckenbauer am Donnerstag, als er davon erfahren hatte, dass Europas Fußballer des Jahres 2013 Franck Ribéry heißt und damit zum ersten Mal seit 32 Jahren wieder vom FC Bayern kommt.

"Nun ist er ein Kollege von mir. Wenn’s einer verdient hat, dann Fräncky!", adelte Kaiser Franz den Franzosen. Keine Frage: Durch die höchste Einzelauszeichnung des Europäischen Fußball-Verbandes Uefa hat sich der 30 Jahre alte Linksaußen unsterblich gemacht.

Ribéry ist nun endgültig fest in der Vereinsgeschichte des FC Bayern verankert – nicht zuletzt, weil es vor ihm in Beckenbauer, Gerd Müller und Karl-Heinz Rummenigge erst drei Spieler des Rekordmeisters geschafft hatten, zu Europas Besten eines Jahres gewählt zu werden.

Was König Franck I. so gut macht? Vielleicht gerade die Tatsache, dass er viele Eigenschaften der früheren Europafußballer der Bayern auf sich vereint.

Was ihn zum würdigen Thronfolger macht:

Wie Gerd Müller hat Ribéry beispielsweise eine unglaubliche Leichtigkeit in seinem Spiel. Wenn Müller – Europas Fußballer des Jahres 1970 – das Tor sah, wurde alle sehr einfach. Schuss, drin. Er wählte eben immer den richtigen Weg aus. Ribéry dagegen wird mit dem Ball eins, wenn er auf der linken Seite losstartet, das Tor und die Mitspieler gleichsam im Auge.

Spielt er Pässe, sind sie oft instinktiv richtig gewählt. In den 70er Jahren war Müller mit seinen Toren unersetzlich für Bayern, heute ist es das Schwungrad Ribéry. "Vielleicht wären wir ohne Gerd und seine Tore noch immer in unserer alten Holzhütte an der Säbener Straße", sagt Franz Beckenbauer gerne.

Und wer weiß, vielleicht hätten die Bayern ohne Ribéry nie das Triple geholt. „Seine Wahl ist logisch, da er der beste Spieler in der besten Mannschaft war”, meint der Kaiser.

Was Ribéry mit Beckenbauer verbindet, liegt auf der Hand: die pure Eleganz. Europas Fußballer der Jahre 1972 und 1976 trägt nicht umsonst den Beinamen Kaiser, die Ballbehandlung des Jahrhundertfußballers, seine Außenristpässe und Übersicht sind bis heute legendär.

Auch Ribéry, König Franck, vermag es, den Ball zu streicheln, ihn zärtlich mit den Füßen zu küssen. Apropos Küsse: Ähnlich schlagzeilenträchtig waren auch die Frauengeschichten der beiden.

Während der Franz seine Affären und Kuckuckskinder jedoch stets charmant und sauber weglächeln konnte ("Der liebe Gott hat alle Kinder lieb!"), verfolgt den nicht so eloquenten Ribéry die französische Staatsanwaltschaft seit seinem Stelldichein 2009 mit der damals minderjährigen Prostituierten Zahia Dehar wie ein dunkler Schatten.

Die Verhandlung soll am 20. Januar 2014 in Paris fortgesetzt werden. Vorstandsboss Rummenigge war es, der Ribéry zur Wahl nach Monaco begleitet hatte. Mit dem ehemaligen Weltklassestürmer – Titelträger 1980 und 1981 – hat der Franzose die ungemeine Schnelligkeit gemein.

Alan und Denise schwärmten 1983 von Rummenigges "sexy knees", den verführerischen Knien des Angreifers. Da kann Ribéry mithalten. Und seit dem Nürnberg-Spiel hat der Franzose nun ja auch eine gewisse Kopfballstärke für sich entdeckt.

Eine andere Vereinsikone, der Ribéry nahe kommt, hat derweil nie die Europafußballerweihen erhalten: Sepp Maier. Schade eigentlich, denn bei Bayern hat der Franzose den Kult-Keeper als größter Spaßvogel in der Kabine abgelöst. Ein würdiger Nachfolger.

 

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