FC Bayern Boateng: „Bald spreche ich mit Heynckes“

Hat Gesprächsbedarf: Jerome Boateng. Foto: imago sportfotodienst

Hier verrät Bayerns Verteidiger Jerome Boateng, was er möglichst bald mit seinem Cheftrainer klären muss – und wie viele Paar Schuhe er besitzt.

 

AZ: Herr Boateng, Sie haben Ihren Winterurlaub in Miami verbracht. Wie viele Paar Turnschuhe haben Sie diesmal gekauft?

JEROME BOATENG (lacht): Nicht viele, nur vier. Ich war von der Auswahl ein bisschen enttäuscht. Ein Freund sagte mir, dass es in New York richtig tolle geben soll. Da schaue ich mich bald mal um.

Als Sie im vergangenen Jahr gezählt haben, besaßen Sie 400 Paar. Wie groß ist Ihre Sammlung jetzt?

Ich habe jetzt bestimmt mehr als 500 Paar.

Was haben Sie sich für 2012 vorgenommen, außer die Sammlung weiter zu vergrößern?

Ich möchte mich entwickeln und viele Spiele machen. Und mit der Mannschaft jeden der drei möglichen Titel gewinnen. Jeder von uns hat den Traum vom Triple.

Was ist wahrscheinlicher: Dass Sie mit Deutschland Europameister werden oder mit dem FC Bayern die Champions League gewinnen?

Was unsere Möglichkeiten angeht, sind wir von beidem nicht weit entfernt. Holger Badstuber ist kürzlich zum besten Innenverteidiger der Hinrunde gewählt worden.

Wären Sie so gut wie er, wenn Sie dauerhaft im Abwehrzentrum spielen dürften?

Davon bin ich überzeugt. Wir haben gemeinsam einige Spiele in der Innenverteidigung gemacht und dabei wenig Gegentore zugelassen.

In der Nationalmannschaft allerdings...

...habe ich bessere Chancen auf der rechten Seite, ich weiß. Bis zur EM spiele ich die Rückrunde vielleicht noch auf rechts, aber danach möchte ich dort auch in die Mitte. Ich möchte irgendwann ein reiner Innenverteidiger sein.

Ist das Jupp Heynckes klar?

Ich werde ihn fragen, wie er mit mir in der Rückrunde plant. Mit Blick auf die EM wäre es vielleicht nicht schlecht, weiter Rechtsverteidiger zu spielen. Aber generell hat mich Bayern als Innenverteidiger geholt.

Wie können wir uns so eine Besprechung mit dem Trainer vorstellen?

Ich gehe einfach hin und frage ihn. Dann wird er mir eine Antwort geben, und dann können wir darüber reden.

Ist das ein Gespräch, das Sie aufschieben? Weil Sie Angst haben vor der Reaktion des Trainers?

Nein. Ich warte die Vorbereitung ab und spreche dann bald mit ihm. Es ist ein wichtiges Gespräch für mich, das schiebe ich nicht auf.

Sie haben zahlreiche Tattoos. Haben Sie schon Ihren Plan in die Tat umgesetzt und sich die Namen Ihrer 2011 geborenen Zwillingstöchter Soley und Lamia tätowieren lassen?

Ich hatte noch keine Zeit. Aber als die beiden geboren wurden, haben wir einen Abdruck von ihren Füßchen gemacht. Den lasse ich mir jetzt als nächstes stechen.

Markus Babbel hat sich nach dem Aufstieg ein Hertha-Tattoo stechen lassen, nun wurde er als Trainer der Berliner entlassen. Würden Sie sich auch das Wappen Ihres Vereins tätowieren lassen?

(lacht) Niemals.

Warum nicht?

Man kann nie wissen, was während einer Karriere passiert. Vielleicht mache ich das, wenn ich meine Karriere beendet habe. Vorher nicht.

Ist Hertha noch der Verein Ihres Herzens?

Es ist mein Heimatverein, dort bin ich groß geworden. Wenn ich frei habe, bin ich oft in Berlin. Aber es ist nicht so, dass ich den Verein über alles liebe. Ich habe ja nur ein halbes Jahr bei den Profis gespielt.

Also ist Hertha für Sie nicht so wichtig wie Schalke 04 für Manuel Neuer?

Nein.

Hatten Sie als Kind einen Lieblingsklub?

Drei: Hertha, den FC Barcelona und Bayern.

Dann ist mit dem Wechsel nach München ja ein Traum in Erfüllung gegangen.

Ja.

Vor Ihrem Wechsel zu Bayern haben Sie für Manchester City gespielt. Wie unterscheiden sich die beiden Klubs?

Bei den Bayern ist alles besser abgestimmt. Im Training erkennt man die Handschrift des Trainers. Bei Manchester City sind 38 Spieler, einige trainieren hier, andere da. Es war immer das Gleiche. Richtig Spaß kommt da nicht auf. Es sind schon gute Kicker da, aber insgesamt fehlt etwas.

Was hält Ihr Bruder Kevin, der bei Milan spielt, eigentlich von den Bayern?

Er spricht sehr positiv über uns und sagt, dass wir eine sehr starke Mannschaft haben. Und die Champions League gewinnen können.

Glauben Sie, München nach einem halben Jahr schon zu kennen?

Nein, dafür waren wir zu viel unterwegs und wenn ich frei habe, bin ich oft in Berlin. Aber natürlich ist mir aufgefallen, dass sich beide Städte sehr unterscheiden. In München ist es gemütlicher, und in Berlin halte ich es ehrlich gesagt nie zu lange aus.

Nach einer Woche mit den Bayern in Katar: Können Sie sich vorstellen, dass dort in zehn Jahren eine WM ausgetragen werden soll?

Noch nicht so richtig. Im Sommer ist es schon hart, hier Fußball zu spielen. Ich glaube es wäre besser, die WM im Winter auszutragen. Aber das können wir Spieler uns nicht aussuchen.

Glauben Sie, dass Sie 2022 noch dabei sein werden?

Ich könnte es schaffen. Wenn ich viel schlafe und gut esse (lacht).

 

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