FC Bayern beeindruckt Neues Drama? Nach Leipzig ist vor Leipzig

Bayern-Profi Thiago (Zweiter von links) bejubelt am Mittwoch seinen Treffer zum 1:1. Foto: dpa

Mehr Final-Atmo geht nicht: Nach dem Neun-Tore-Wahnsinn nun ein Elfer-Krimi. Das Duell FC Bayern gegen RB Leipzig wird in nur fünf Monaten schon zum Klassiker. Am Samstag geht es schon weiter...

 

Leipzig - Nach dem 120 Minuten langen Pokaldrama gegen einmal mehr ebenbürtige Leipziger genoss der FC Bayern nur kurz die Euphorie des hart erzitterten Prestigessieges. "Im Fußball muss man hin und wieder ein bisschen leiden. Heute haben wir gelitten und uns zum Schluss gefreut. Dann ist es perfekt", sagte Karl-Heinz Rummenigge angesichts des 6:5 nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal bei RB Leipzig.

Während der Münchner Vorstandschef den Präsidenten Uli Hoeneß am späten Mittwochabend fest und innig umarmte, zeigte Ralf Rangnick als Nebendarsteller wider Willen ein gequältes Lächeln. Und das nächste Kräftemessen für die tapferen Sachsen steht unmittelbar bevor. Vor der nächsten Episode im Duell der zwei Spitzenteams, das das Zeug zum neuen deutschen Clasico hat, am Samstag (18:30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) wollen die Bayern noch kräftig an Form und Taktik feilen.

Denn ohne das späte Glück am Elfmeterpunkt hätte der Rekordmeister den ersten Titel der Saison womöglich schon abhaken müssen. Die Leipziger haben nach dem bitteren Heim-K.o. eigentlich keine Zeit zum Hadern und Grübeln. "Ich weiß nicht, ob es so geil ist, wenn du nach so einem 120-Minuten-Fight drei Tage später in München spielen musst. Das wird ein sehr schweres Spiel, wo wir über die Grenzen gehen müssen", kündigte Marcel Sabitzer erneut eine RB-Leistung am Limit an.

Rummenigge: Leipzig hat "Qualität"

Das weiß auch Rummenigge, der den Bayern-Jäger Nummer eins aus der Vorsaison auch diesmal auf der Rechnung hat: "Man sieht einfach, dass es eine Mannschaft ist mit Qualität, hier wird gut gearbeitet. Da sollte nicht nur der FC Bayern Respekt haben, sondern die ganze Liga."

Auch Jupp Heynckes war voll des Lobes. "Eine Mannschaft, die taktisch hervorragend ausgerichtet ist und vor allen Dingen auch im kämpferischen und läuferischen Bereich erstklassig ist."

Sein Gegenüber Ralph Hasenhüttl ärgerte sich mit Blick auf das Samstagsspiel wegen der Gelb-Roten Karte für Naby Keita. Das Spiel sei mit der Runterstellung "kaputt gemacht" worden. Das habe "die Ausgangssituation für Samstag noch mal richtig erschwert, da wir für einen mitlaufen mussten".

Rotation bei RB?

Nach kurzer Regeneration geht's nun um Bundesliga-Punkte. "Allgemein sind wir in einer besseren körperlichen Verfassung und spielen auch besseren Fußball. Es ist aber noch nicht so, dass wir alles an die Wand spielen", meinte Mats Hummels und verwies auf Leipziger "Hochgeschwindigkeitsfußballer, die wirklich hervorragende Konter spielen". Eine erneute Rotation von RB mit frischen Kräften wäre die logische Folge.

Heynckes setzt anders als Hasenhüttl auf bewährte Kräfte. "Für den Trainer ist es schwierig. Er kommt hier her und hat nur englische Wochen. Wir versuchen dann mit der gleichen Elf zu spielen, um Konstanz reinzubringen", betonte Joshua Kimmich.

Glücklos agierten auf beiden Seiten die Ausnahmestürmer. Robert Lewandowski war entweder abgemeldet oder scheiterte bei seinen fünf Torschüssen knapp. Nationalstürmer Timo Werner, der erst in der 80. Minute eingewechselt wurde, wirkte ohne Bindung zum Spiel, zeigte unerwartet viele Stockfehler und war beim "heroischen Kampf" (Hasenhüttl) der tragische Held mit seinem verschossenen Elfmeter.

Lesen Sie hier: Hasenhüttl - "Einer konnte Niveau nicht halten"

 

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