FC Bayern Bayern knackt die 300-Millionen-Schallmauer

Verkündete großartige Zahlen: Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Foto: dpa

MÜNCHEN - Der deutsche Meister vermeldete auf seiner Jahreshauptversammlung für den Gesamtkonzern einen Rekordumsatz von 350,2 Millionen Euro. "Wir alle müssen dafür sorgen, dass der Bayern-Express jetzt ins Rollen kommt."

 

Traumzahlen, stehende Ovationen – und eine Kampfansage an die nationale Konkurrenz: Bayern München hat das erste Amtsjahr des Präsidenten Uli Hoeneß mit dessen Wunschergebnis abgeschlossen und ist fest entschlossen, auch sportlich bald wieder aus dem grauen Mittelmaß an die Spitze vorzustoßen. „Wir alle müssen dafür sorgen, dass der Bayern-Express jetzt ins Rollen kommt“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Dienstagabend auf der Jahreshauptversammlung der Bayern in der Münchner Olympiahalle.

Dass die Bayern in der Bundesliga ihren Ansprüchen hinterherhinken, störte keines der rund 3000 anwesenden Mitglieder an diesem Abend wirklich. Für den Trainer Louis van Gaal gab es ebenso donnernden Applaus wie für dessen drei Kapitäne Mark van Bommel, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Auch die Ankündgung Rummenigges, bei den Vertragsverhandlungen mit Letztgenanntem „sehr optimistisch“ zu sein, wurde begeistert aufgenommen. Die Bayern, so schien es, haben sich nach turbulenten Wochen wieder lieb.

Rummenigge unterstrich das in seiner Rede. „Bayern München ist eine große, wunderbare Familie, auf die Sie stolz sein können. Bayern München steht für Erfolg, Qualität, Solidität, Innovation, Selbstvertrauen und auch Freude. Für Seriosität, Treue, Heimat, Tradition, Verantwortung und Respekt“, sagte er.

Seine Solidität unterstrich der „FC Krösus“ erneut mit Traumzahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 verzeichnete die FC Bayern München AG einen Umsatz von 312 Millionen Euro – und knackte damit erstmals die Marke von 300 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es „nur“ 268,7 Millionen Euro. Hoeneß sprach von einem „gigantischen Ergebnis“.

Und auch sportlich soll es bald wieder stimmen. Platz fünf entspreche nicht den Ansprüchen, sagte Rummenigge, doch: `An Weihnachten wird die Meisterschale noch nicht vergeben. Wir hatten mal einen Kapitän, Oliver Kahn, der gesagt hat: Weiter, immer weiter. Dieses weiter, immer weiter müssen wir wieder packen – und dann werden wir sehen, wo das hinführt."

Richten soll es die Mannschft – und van Gaal, den Rummenigge ausdrücklich lobte. „Manchmal ist es nicht einfach mit ihm. Aber er ist ein erstklassiger Trainer, mit dem wir noch viele Titel erringen werden“, sagte er.

Hoeneß hatte zuvor betont, es werde „eine ruhige, gemütliche Veranstaltung“ – und er behielt recht. Die Versammlung, bei der keine Neuwahlen anstanden, war so gemütlich, so wenig „FC Hollywood“, dass es beinahe langweilig wurde. Und auch van Gaal hatte das richtige Gespür für die Volksseele. „Sie werden uns zujubeln“, mutmaßte er – genau das taten die Fans. Als sich der Coach erhob und der Menge zuwinkte, johlte der Anhang. „Louis, Louis“, hallte es durchs Rund. Pfiffe gab es nur, wenn einer der Redenden auf Lokalrivale 60 zu sprechen kam.

Die Ausführungen von Finanzvorstand Karl Hopfner gerieten erwartungsgemäß trocken – aber eindrucksvoll. Er sieht den FC Bayern „für die Zukunft mit einer Eigenkapitalquote von 65,1 Prozent, das sind 206,4 Millionen Euro, bestens gerüstet. Damit ist und bleibt unser Klub wirtschaftlich eigenständig und unabhängig von Marktgegebenheiten.“ Nach Abzug von Steuern bleibt dem Verein ein Gewinn von 2,9 Millionen Euro.

Die Bayern München AG erzielte einen Überschuss von 8,8 Millionen, in die Bilanz fließen aber auch 3,2 Millionen Euro Verlustübernahme der Stadion GmbH ein. Der Verlust der Stadion GmbH ist in den vergangenen zwölf Monaten aber um 7,2 Millionen Euro gesunken. Hoeneß kündigte bereits an, dass der FC Bayern in acht Jahren keine Belastungen mehr durch die Arena haben werde. Die Einnahmen, wohl 20 bis 30 Millionen Euro im Jahr, würden dann in die Mannschaft fließen.

Die Bayern München AG verfügte zum 30. Juni über ein Eigenkapital von 206,4 Millionen Euro und über 63,7 Millionen an freier Liquidität. An Steuern zahlte der FC Bayern aber auch 101,4 Millionen.

 

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