FC Bayern Bayern: Ein Müller für alle Fälle

Ob als Ribéry-Ersatz, ob für Robben oder als Mittelstürmer: Bayerns Allrounder überzeugt in jeder Rolle. „Egal, auf welcher Position”

 

MÜNCHEN Franck Ribéry fällt aus für das Arsenal-Spiel, eine Außenbanddehnung im linken Sprunggelenk. Die Nachricht gab der FC Bayern am Montagmittag just in dem Moment bekannt als sich Thomas Müller (23) in einem Drehstuhl bequem machte, bereit, Fragen der Reporter zu beantworten. Die erste lautete: „Und, Thomas? Am Mittwoch also wieder Linksaußen?”

Thomas Müller schätzt Fragen dieser Art nicht, aber er ist höflich genug, sie zu beantworten. „Wir wollen als Mannschaft Titel holen, da müssen persönliche Dinge hinten anstehen”, sagt er, „da ist es egal, auf welcher Position ich spiele.” Wahrscheinlich, dass Müller am Mittwoch im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Arsenal (20.45 Uhr, Sky und ZDF live) von der rechten Außenbahn auf die linke Seite wechseln muss. Weil Arjen Robben nach seiner Zwei-Spiele-Pause in Folge der Muskelverhärtung wieder zur Verfügung steht, wird der Holländer rechts ran dürfen. Müllers Maxime ist: „Ich weiß, dass ich in der Mitte, rechts und vorne drin spielen kann. Auf diesen drei Positionen sehe ich mich als Verstärkung für Bayern.” Und zur Not geht’s auch mal links. Weil man auf ihn, seine Spielweise, sein Temperament und seine Torgefährlichkeit nicht verzichten kann. Und weil er der Müller für alle Fälle ist beim FC Bayern. Denn mal ist er neben seiner Rolle als Ribéry-Ersatz oder Robben-Vertreter...

Torjäger: Wenn es mal nicht läuft bei einem der Mittelstürmer-Marios, also bei Mandzukic oder Gomez, springt Müller ein – siehe sein Tor zum 1:1 gegen Düsseldorf. Seine Liga-Bilanz spricht für ihn: Zwölf Treffer in 22 Partien, nur noch einer fehlt zu seiner Bestmarke aus der Premieren-Saison (2009/10), eine wahrhafte Müller-Quote. Außerdem ist der 23-Jährige mit vier Toren in sieben Champions-League-Spielen der erfolgreichste Bayern-Eurofighter.

Motivator: Auf dem Platz gibt er den Antreiber, an ihm sind die Launen des Bayern-Spiels immer ablesbar. „Gegen Arsenal dürfen wir uns nichts erlauben”, sagte er angesichts des 3:1 aus dem Hinspiel, „da müssen wir wieder einen Tick zulegen an Konzentration und Spannung. Wir müssen Obacht geben.” Er möchte mehr Verantwortung übernehmen, nicht nur als Elfmeterschütze Nummer eins. Für Sportvorstand Matthias Sammer ist er bereits in der zweiten Hierarchie-Ebene, hinter Kapitän Lahm und Schweinsteiger.

Spaßmacher: Er ist die gute Seele der Kabine, manche sagen auch „das Radio”. Müller quatscht immer und überall, er weiß das, es macht ihm nichts – egal, ob sich die Mitspieler darüber lustig machen. Ärger, gar Frust, hält bei ihm nicht lange an. „Natürlich ärgere ich mich über eine verpasste Chance”, sagt er, „aber dann muss ich mich 30 Sekunden ausschimpfen und dann geht’s auch schon wieder weiter.” Ein Stehaufmännchen? Ein Stehaufmann.
„Er ist ein Super-Junge, ein Klasse-Spieler”, sagte Heynckes und freut sich über Müllers aktuelle Form: „Thomas spielt wieder so, wie er 2010 gespielt hat. Agiler, wacher, hat Spaß. Unermüdlich ist er sowieso immer.”

Egal, in welcher Rolle.

 

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